Markus Heitz – Judastöchter

Ein großer Bogen wird gespannt

Zum Inhalt: Gerade noch dem Tod durch Tonja entronnen sehen sich Emma und Elena Karkow nun neuen Feinden gegenüber: Elena ist von der Vorstellung besessen selbst zur Judastochter zu werden und versucht sich in ein Eisloch zu stürzen um schneller zu erfieren. Ihre Pläne geraten jedoch durcheinander, da zwei Männer versuchen sie zu entführen oder gar zu töten. Der ehemalige Butler Harm Byrnes, rettet, durch dessen Testament verpflichtet Elena und bringt sie nach einem weiteren Attentat fort von Leipzig – ohne Sia in Kenntnis zu setzen. Gerade auf des Butlers Spuren stellt diese fest, dass Emma entführt wurde. Eine Forderung lotst sie nach Irland. Dort soll sie verschiedene Wandler im Auftrag der Sidhe umbringen um das Leben ihrer beiden Lieben zu retten. Sie gerät mitten zwischen die Fronten: In Irland herrscht ein Nichtangriffspakt zwischen den Wandlern und den Vampiren (Sidhe), doch unter der Oberfläche brodelt es und noch andere Mächte spielen mit im Kampf um die Vorherrschaft in Irland. Wie gut, dass sie unerwartete Verbündete findet…

„Das vergesse ich dir niemals! Und das ist sehr lange für eine Vampirin.“ S.324/325

Meinung: Judastöchter ist ein actiongeladenes Werk in dem viele der vorher gesponnenen Fäden der anderen Bücher aus dem „Pakt der Dunkelheit“ zusammenlaufen. Es sind nicht nur Wesen aus Ritus/Sanctum sowie Blutportale eingesponnen, nein, auch altbekannte Protagonisten tauchen erneut auf und nehmen an Sias Rettungsaktion teil. Doch auch einige Gegenspieler sind bekannt und die unzähligen Details, die im Leser der vorangegangenen Bände viel Wiedererkennungsfreude wachrufen, sollen nicht unerwähnt bleiben. Judastöchter ist somit ein Konglomerat aus allen bereits bestehenden Handlungssträngen und bringt mit den Sidhe sogar noch eine neue Vampirrasse ins Spiel.
Besonders gut haben mir die Wiederholungen einiger wichtiger Passagen aus den vorangegangenen Bücher gefallen, die Heitz geschickt in die Dialoge der Protagonisten eingebaut hat. Mir hat es das Lesen doch sehr erleichtert, da die Lektüre einiger Werke doch schon einige Zeit zurückliegt. Meiner Meinung nach eignet sich dieser Teil nicht gut dazu, in den Pakt der Dunkelheit einzusteigen, da sich die Wiederholungen nur zum Wiedererkennen eignen. Darüber hinaus hat man beim Lesen wesentlich mehr Freude, wenn man einige Details und Charaktere und ihre Eigenheiten bereits kennt. Ich finde auch, dass die Charaktere sich hier „nur“ weiterentwickelt haben und deren Beschreibung nicht ausreicht um sie „neu kennenzulernen“.
Ich bin diesmal nicht zur Gänze begeistert von diesem Buch. Es ist zwar spannend, actionreich, voller bekannter Gesichter und damit einhergehend auch wunderbarer Dialoge, dennoch wirkte es etwas überladen. Die Verbindungen zwischen den Sidhe/Nachtkelten, den Wandler und O’Liar waren mir unklar, genauso wie deren Absichten. Irgendwie ging alles recht schnell und oberflächlich über die Bühne, so dass ich die Handlung manchmal nicht recht nachvollziehen konnte. Sicher, wir haben die meiste Zeit mit Sia und Eric erlebt und hatten daher auch nur deren Kenntnisstand und dies ist bestimmt auch so vom Autor beabsichtigt, doch ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Ausführlichkeit und Hintergrundwissen gewünscht.
Ich bin der Meinung, dass Heitz im Großen und Ganzen zu viel in ein Buch stecken wollte. Sicherlich ist es gewollt gewesen, die Sidhe zu mystisch und zu unnahbar darzustellen, doch so sind wirklich sehr wenig Details über diese Rasse genannt worden und somit sind sie nicht wirklich greifbar. Dies finde ich sehr schade, da gerade diese Mystik und die Sagen die hinter diesen Banshees stecken viel Potential geboten hätten. So agierten sie leider nur im Hintergrund, was aber vom Autor sicherlich auch so beabsichtig war
Dennoch hat mir das Buch gefallen, sind doch Schreibstil und Humor „typisch Heitz“ und das mag ich. Dieses Mal gab es kleine Sticheleien gegen die USA und noch besser: Ed Hardy! Grandios! Doch Ritus, Kinder des Judas und Blutportale haben mir doch schon besser gefallen. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass diesmal auf Rückblenden in die Vergangenheit verzichtet wurde – hätte hier auch nicht viel Sinn gemacht. So hatte dieses Buch einen ganz anderen Charme als die eben genannten Titel und dessen Tonus liegt auf „einen großen Bogen schlagen und zu einem Abschluss kommen.“ Zum Abschluss kommen heißt bei Heitz meistens auch: Handlung abschließen, aber noch Raum und Potential für eine mögliche Rückkehr lassen. Im Nachtwort deutet er dies hier an und so wirkt auch dieser Abschluss.

Fazit: Dieses Buch muss man einfach gelesen haben, wenn man die anderen bereits kennt und mag! Es tauchen viele Freunde, einige Feinde und viele Details aus den Vorgängerbänden, die man sich nicht entgehen lassen darf, auf! Zum Neueinstieg in den Pakt der Dunkelheit ist es meiner Meinung nach nicht geeignet – dabei besser nach dem Erscheinungsdatum schauen und in der Reihenfolge lesen, heißt mit Ritus anfangen. Heitz findet hier einen Abschluss für viele Handlungsstränge lässt jedoch auch noch etwas offen.

Buchdaten: Judastöchter – Markus Heitz
Genre: Dark-Fantasy
Broschiert
608 Seiten
Knaur
Erschienen: 01. Dezember 2010
ISBN-10: 3426652307
Preis: 14,99€

Judastöchter ist ein Teil des Komplexes “Pakt der Dunkelheit”. Dieser setzt sich aus den folgenden drei zusammen

dem Werwolf-Zweiteiler “Ritus” und “Sanctum”,

der Vampir-Trilogie:

  1. Kinder des Judas
  2. Judassohn
  3. Judastöchter

und dem Roman “Blutportale”

Jeder Teil des Komplexes lässt sich ohne Probleme unabhängig von den anderen lesen. Wenn man jedoch alle Teile lesen möchte, dann schlage ich folgende Reihenfolge (nach Erscheinungsdatum) vor: Ritus, Sanctum, Kinder des Judas, Blutportale, Judassohn, Judastöchter.

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  1. Na da komm ich doch gleich mal auf einen Gegenbesuch vorbei. Und willkommen im Club der Blogger und Büchersüchtigen…
    Liebe Grüße Petra

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