Volker Klüpfel/Michael Kobr – Rauhnacht

Selten so gelacht!

Rauhnacht ist der fünfte Fall des Allgäuer Kommissars Kluftinger. Eine Auflistung der bisher erschienen Bände erfolgt unten.

Zum Inhalt: Bei diesem Fall ist Kluftinger von seinen Kollegen abgeschnitten und ermittelt beinahe allein. Er wurde zu einem Wochenende in ein frisch renoviertes Luxushotel eingeladen, um dort die Eröffnung mit einem Detektiv-Live-Rollenspiel zu eröffnen. Er ist selbst-verständlich der Ehrengast und somit der Ermittler. Auch seine Frau und der Arzt Langhammer nebst Gattin sind mit von der Partie. Allerdings läuft es natürlich nicht so wie geplant: Das Hotel hoch oben über Oberstdorf wird eingeschneit und aufgrund von Sturm und Lawinengefahr kommt keiner hinaus oder hinein. Selbstverständlich entwickelt sich das Detektivspiel zu einer richtigen Mord- ermittlung. Einer der Gäste wird unter mysteriösen Umständen – das Buch spielt in den Rauhnächten – tot in seinem Zimmer aufgefunden und schnell stellt sich heraus: Niemand trauert um den Toten und jeder scheint ihn zu kennen. Kluftiger wird unfreiwillig bei seinen Ermittlungen vom Landarzt Langhammer unterstützt.

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch ohne Kenntnisse der anderen Fälle gelesen. Da Kluftinger hier auf sich allein gestellt ist, war das für mich nicht weiter tragisch. Schnell wurde mir beim Lesen jedoch eines klar: Die anderen Bücher um diesen tollpatschigen, kauzigen und nichtsdestotrotz sympathischen Kommissar muss ich unbedingt auch lesen. Ich habe lange nicht mehr bei der Lektüre eines Buches so herzhaft gelacht wie bei diesem. Das dies bei einem Krimi der Fall ist, ist vermutlich etwas eigenartig, aber Klufti gerät einfach in urkomische Situation, sei es auch nur beim Gang zum Frühstücksbüfett oder beim Nutzen des Internets. Dennoch gelingt es dem Autorenduo ein schönes Mittelmaß zwischen Kluftis Kauzigkeit und seinem Ermittlungsvorhaben zu wahren. Dass Langhammer ständig dazwischenfunkt tut sein Übriges zur Unterhaltung der Leserschaft bei. Und: Wer hat schon einmal gehört, dass ein Kriminalbeamter Angst vor Leichen hat?
Die Sprache des Buches ist gespickt mit einigen Begriffen/Flüchen aus dem allgäuer Dialekt. Ab und zu rutscht Klufti auch bei den Dialogen in den Dialekt, doch das macht einen Allgäu-Krimi ja auch aus. Leider kommen Beschreibungen der Land- und Ortschaft hier etwaszu kurz, aber Klufti ist ja auch eingeschneit.
Bei der Lösung des Falls bedient sich Klufti einiger eigenartiger Methoden und gelangt an den seltsamsten Stellen zu Ideen und Schlussfolgerungen, die der Leser nicht gleich nachvollziehen kann. Doch dies macht diesen Fall spannend. Auch wenn Klufti die Lösung recht spät bekannt gibt, so ist sie auch für den Leser vorher schon erkennbar. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da die Auflösung dramaturgisch geschickt gestaltet ist.

Fazit: Ein unheimlich sympathischer Kommissar tapert von einer komischen Situation in die nächste und schafft es nebenbei den Fall ohne Hilfe seiner Kollegen zu lösen. Ich habe selten so gelacht. Wer auf Allgäu-Krimis steht und sich über tollpatschig-naive Kommissare amüsieren kann, ist bei diesem Werk genau richtig! Priml!

Buchdaten: Rauhnacht – Volker Klüpfel/Michael Kobr
Genre: Kriminalroman
Broschiert
361 Seiten
Piper
Erschienen: 02. November 2010
ISBN-10: 3492259901
Preis: 9,95€

Bisher in dieser Reihe erschienen:

 Volker Klüpfel/Michael Kobr – Erntedank Volker Klüpfel/Michael Kobr – Seegrund Laienspiel
Fall 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
Rauhnacht Schutzpatron Herzblut
Teil 5 Teil 6 Teil 7
Rezension Rezension Rezension
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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Friedelchen sagt:

    Hm, so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich hatte die Leseprobe damals bei vorablesen gelesen, und obwohl ich die Idee eigentlich toll finde (hat sowas von Agatha Christie), fand ich den Schreibstil und den Dialekt einfach nur nervig.
    Aber falls ich den ersten Teil mal in der Bibliothek finde, gebe ich dem Buch vielleicht doch noch eine Chance.

  2. horrorbiene sagt:

    Das der Dialekt auch nervig sein kann, verstehe ich sehr gut! Ich würde nie win Buch lesen, beim dem jemand sächselt. 😉 Dieser Dialekt gefällt mir besonders, da er mich immer an Urlaub erinnert. Ich werde die anderen Teile daher höchstwahrscheinlich auch „da unten“ lesen. – Wenn ich es denn so lang aushalte, stehe schon in meinem Regal. 🙂

  3. Friedelchen sagt:

    Es ist nicht unbedingt der bayrische Dialekt im Speziellen, der mich stört. Ich finde es auch nervig, wenn in Büchern jemand berlinert, und dabei spreche ich vermutlich selbst so 🙂

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