Graham Brown – Black Rain

Ein spannungsgeladener Thriller in den Tiefen das brasilianischen Urwalds

Zum Inhalt: Die Öl- und Gasvorräte gehen rasch zur Neige, und die Suche nach neuen Energiequellen hat sich längst zu einem verzweifelten Wettlauf zwischen den Nationen entwickelt. Doch mit diesem Fund hat niemand gerechnet: geheimnisvolle Kristalle, die aus dem Amazonas-Regenwald stammen und die der sogenannten „kalten Fusion“ unterzogen worden sind – einer sauberen und höchst effizienten Form der Energiegewinnung, die man in Wissenschaftskreisen bislang für undurchführbar hielt. (Klappentext)

Ein erstes Team aus Forschern und Söldnern, das den Ursprung dieser Kristalle klären soll, macht sich in den Urwald auf – und kehrt nicht mehr zurück. Danielle Laidlaw, eine junge amerikanische Wissenschaftlerin, soll nun ein zweites Forscherteam in die grüne Hölle Brasiliens führen. Für die Sicherheit dieser Mission ist Hawker zuständig, ein undurchsichtiger Pilot und Ex-CIA-Agent, der allerdings seiner eigenen Agenda zu folgen scheint. Bald schon wird Laidlaw klar, dass sie nicht die Einzigen sind, die Jagd auf die Kristalle machen – und das ihr Konkurrent vor nichts zurückschreckt, um sie bei diesem Rennen auszustechen. Doch es sind keine Menschen, die Laidlaw und Hawker am meisten fürchten müssen: Als sie schließlich erkennen, welch uralter und unentrinnbarer Schrecken das erste Team ausgelöscht hat, ist es auch für sie beinahe schon zu spät… Die gutaussehende 31-jährige Danielle Laidlaw und ihr doppelt so alter Partner Arnold Moore befinden sich auf einer Mission ihres Arbeitgebers in Brasilien. Sie sollen dort eine Operation durchführen, die so geheim ist, dass sie als Helfer nur Zivilisten statt der eigenen Männer engagieren. Sie arbeiten für ein Institut namens NRI – National Research Institut – eine von der Regierung geförderte Forschungseinrichtung, welche offiziell innovative Projekte sucht und unterstützt, die für die USA von Interesse sind. Ein anderer Teil dieses Instituts ist weit weniger offiziell: die Abteilung „Operations“der auch Laidlaw und Moore angehören und die von Gibbs geleitet wird. Ihnen stehen alle Mittel zur Verfügung um Erkenntnisse und Technologien zu Beschaffen. Ihre Mission lautet nun sich auf die Spuren von Blackjack Martin zu begeben und herauszufinden wo er die Kristalle damals in den 20er Jahren gefunden hat und ob es dort noch mehr gibt. Das offizielle Ziel der Mission ist es im Dschungel Brasiliens Kultstätten der Maya aus ihrer frühen Zeit zu finden. Sie haben bei einem Händler einen Stein mit alten Maya-Hieroglyphen gefunden. Er kann ihnen eine Richtung aufzeigen, doch bereits beim Zusammenstellen der Expedition ergeben sich Schwierigkeiten: Moore wird auf Gibbs Befehl hin von der Mission abgezogen und der Versuch ein Boot zu chartern endet in einer Schießerei.

Meine Meinung: Das Buch ist ein technisch einwandfreies Buch und verdient den Titel „intelligenter Thriller“ zu Recht, da allerlei wissenschaftliche Themen angeschnitten werden. Dabei erklärt der Autor, die für den Fortgang des Buches wichtige Fakten, auch für Laien verständlich und darüber hinaus wird viel von der Mythologie der Maya aufgegriffen. Ohnehin spielt dieses antike Volk in diesem Buch einen entscheidenden Part.
Sehr schön finde ich auch die verschiedenen Perspektiven: Sie wechseln sehr häufig, ohne das Verwirrung entsteht. Stattdessen erlebt der Leser das Buch aus der Perspektive beinahe aller handelnden Akteure sogar aus der Gegenpartei. Dies lockert den Erzählstrang ungemein auf und ermöglicht dem Leser mehr zu wissen, als die Protagonisten. Dabei ist der Erzählstil schön flüssig, so dass man das Buch ohne Probleme schnell durchlesen kann. Erfreulich fand ich auch die Zeitsprünge, die vom Autor an passenden Stellen eingefügt wurden, um dem Leser langatmige Szenen beim Suchen der Kultstätten zu ersparen. Diese Konzentration auf das Wesentliche hält das Tempo auf einem hohen Niveau.
Das Buch hat zudem eine konstant hohe Spannung durch eine regelrechte Bedrohung von allen Seiten. Für das Forscherteam im Dschungel bedeutet dies sie müssen sich vor einem Angriff des Stammes der Chollokwan oder der eigenartigen Wesen fürchten, des weiteren könnte die Gegenseite jeden Moment eintreffen, da sich ein Maulwurf unter ihnen befindet. Doch auch für Gibbs in den heimischen Staaten sieht die Welt nicht rosig aus.
Diese eigenartigen Wesen mit Exoskelett konnte ich zu Anfang nicht wirklich einsortieren. Ich habe mich zwischendurch gefragt, ob dies ein Fantasy-Element darstellen soll. Doch dies wurde gegen Ende sinnvoll aufgelöst.
Mir hat das Buch alles in allem wirklich gut gefallen. Im ersten Moment war ich aufgrund der Titulierung als „intelligenter Thriller in der Tradition von Michael Crichton“ etwas abgeschreckt, doch ich konnte das Buch zügig lesen ohne mir das Hirn über wissenschaftliche Zusammenhänge zu zermartern. Das Buch war actiongeladen und konstant spannend und aufgrund der verschiedenen Bedrohungen und der Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten fühlte ich mich, als wäre ich auch mit im Regenwald. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Handlung an einigen Stellen noch besser hätte ausgebaut werden können. So wurde z.B. der Konflikt zweier Protagonisten (Hawker und Verhoven) aus alter Zeit zwar angesprochen und dramatisch dargestellt, doch wirklich ausgewirkt hat sich dieser auf die Handlung nicht. Das fand ich sehr schade. Hawker, ein sympathischer Mann, und Verhoven, ein Söldnerführer aus Südamerika waren alte Freunde, die durch Hawkers Handeln zu Feinden wurden. Doch im Lager verhalten sie sich normal und kooperieren. Das macht Sinn, da sie schließlich beide lebend aus dem Dschungel gelangen wollen, doch bevor die Bedrohung sich zuspitzt, hätte der Konflikt besser ausgebaut werden können, um die Handlung noch etwas spannender zu gestalten. So kommt die Feindschaft doch etwas unglaubwürdig rüber. Zudem finde ich, dass das Tempo an einigen Stellen vielleicht etwas sehr hoch war und dies ging ein klein wenig auf Kosten der Atmosphäre des Buches.
Nichtsdestotrotz macht das Ende des Buches Lust auf eine Fortsetzung! Der Roman an sich ist abgeschlossen, doch die Funde und deren Auswertung legen den Schluss nahe, dass die Geschichte noch nicht abgeschlossen ist und siehe da im Mai 2011 erscheint die Fortsetzung unter dem Titel „Black Sun“. Ich bin gespannt wie es weitergeht!

Fazit: Wer einen tempo- und actionreichen, spannenden Thriller sucht ist mit „Black Rain“ sehr gut bedient! Ebenso bietet dieses Buch interessante Einblicke über die Mythologie der Maya, die sich Interessierte nicht entgehen lassen sollten. Alles in allem ist „Black Rain“ ein wirklich guter intelligenter Thriller.

Buchdaten: Black Rain – Graham Brown
Genre: Thriller
Taschenbuch
544 Seiten
Blanvalet
Erschienen: 09. November 2009
ISBN-10: 3442373840
Preis: 8,95€

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