Terry Goodkind – Die Magie der Erinnerung

Wer ist eigentlich diese Kahlan?!

Zum Inhalt: Richard wurde schwer verletzt und kann nur knapp von Nicci gerettet werden. Als er wieder zu sich kommt ist Kahlan verschwunden. Doch nicht nur sie, sondern auch die Erinnerung aller an sie. Niemand glaubt Richard und dieser macht sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels. Er glaubt nur eine könne ihm helfen: die Hexe Shota. So macht er sich auf den Weg dahin und wird von einer Bestie angegriffen, gegen die niemand ein Gegenmittel weiß. Nicci vermutet sie sei von Jagang erschaffen und geschickt worden. Sie schaffen es jedoch lebend zu Shota und sie kann sogar helfen: Nicht nur mit Tipps gegen die Bestie – sie weiß einen Hinweis zu Kahlans Verschwinden, obwohl auch sie sich nicht an sie erinnern kann. Doch Shota fordert einen sehr hohen Preis als Gegenleistung für den Hinweis. Ist Richard bereit diesen Preis zu bezahlen?

Meine Meinung: Sind die Wiederholungen bei den anderen Bänden bereits störend, so fallen sie hier doppelt so schwer ins Gewicht, denn zu den „normalen“ wiederholten Erklärungen kommt nun noch hinzu, dass Richard allen die es hören wollen Geschichten erzählt, die sie mit Kahlan erlebt haben oder seine Erlebnisse mit ihr. Immerhin sind diese in die Geschichte weiterführenden Dialoge eingebettet, aber nichtsdestotrotz ist es mir diesmal wirklich schwer gefallen in das Buch hineinzukommen.
Als ich dann jedoch voll bei der Sache war, wurde es wirklich spannend. Zum einen hat Goodkind es wirklich geschafft mich zwischendurch glauben zu machen, die vorangegangene Erzählung sei nicht so verlaufen, da Kahlan wirklich nicht existiert hat.
Ich habe zwar nicht ganz nachvollziehen können, wieso am Ende der Feuerkette alles Leben ausgelöscht wird, dennoch sind schon kleine Veränderungen in den Persönlichkeiten aller Protagonisten – außer Richard versteht sich – zu bemerken und das macht aus diesem Buch wirklich ein Glanzstück. All diese Feinarbeiten so präzise darzustellen ist Goodkind sehr gut gelungen.
Da die Auflösung des Rätsels – wieder in Anknüpfung mit einem Gesetz der Magie, auch wenn ich es diesmal nicht recht verstanden habe – recht spät kommt, durchlebt der Leser zusammen mit Richard das „nicht verstanden und dann noch für verrückt gehalten werden“ sehr intensiv. Dass dann für das Finale nicht mehr so viel Platz im Buch war, hat Goodkind geschickt gelöst: Einfach ein neues beginnen um weiterhin schön ausführlich bleiben zu können. Da denkt man „jetzt geht’s los“ und dann ist das Buch zu Ende. Ich finde es jedoch absolut nicht negativ, da so nicht gehetzt werden musste. Dennoch ist das Ende passend und befriedigend, wenn man auch gleich mit dem nächsten Buch weitermachen möchte – und das ist ja nun wirklich nichts Schlechtes. Das dieses Buch kein richtiges Ende im Sinne von „eine Handlung ist abgeschlossen“ hat und es im nächsten direkt weiter geht, spiegelt sich auch an den Covern wieder: Das Cover des Folgebandes ist farblich variiert, die Figur ist dieselbe, nämlich eine schattenhafte Kahlan. Das auch das Cover von „Konfessor“ in dieses Schema passt, lässt vermuten, dass es auch dort ähnlich weitergeht. Man beachte dabei auch den englischen Originaltitel, der jedoch nicht im Buchdeckt steht, sondern nur auf Goodkinds Homepage zu finde ist. Es handelt sich nämlich um eine Trilogie mit dem Titel „Chainfire“.

Fazit: Dieser Teil hat wieder einen neuen Aspekt aufgegriffen: Niemand glaubt Richard und er steht allein auf weiter Flur. Die Handlung ist spannend und man kann mit ihm mit fühlen. Das Ende der Schlacht gegen Jagang rückt immer näher und wieder einmal steht die Welt der Lebenden vor dem Niedergang. Dieses Buch ist durch seine Feinheiten in der Modifikation der Persönlichkeiten ein kleines Meisterwerk und auch sonst steht es den besseren Teilen der Saga in nichts nach. Dennoch muss ich hier Abstriche bei der Punktevergabe machen: Die Wiederholungen alter Details sind hier so immens, dass ich wirkliche Probleme hatte ins Buch zu finden.

Buchdaten:  Die Magie der Erinnerung – Terry Goodkind
Genre: Fantasy
736 Seiten
Blanvalet
Erschienen: 10. August 2009
ISBN-10: 3442372909
Originaltitel: Chainfire-Trilogy Book 1 – Chainfire
Preis: 10,00€

Das Neunte Gesetz der Magie:

„Es kann in der Wirklichkeit keinen Widerspruch geben, weder in Teilbereichen noch im Ganzen. An einen Widerspruch glauben bedeutet den Verzicht auf den Glauben an die Existenz der realen Welt, die einen umgibt, und an das Wesen der in ihr enthaltenen Dinge zugunsten eines beliebigen, die eigene Fantasie erregenden Affekts – zugunsten der Vorstellung, dass etwas wirklich ist, nur, weil man es wünscht.“ S. 520

Ausführliche Inhaltszusammenfassung: Achtung Spoiler!

Richard erwacht schlaftrunken beim Heulen eines Wolfes und erschrickt: Kahlan ist nicht da. Doch sie ist nicht nur einfach physisch verschwunden – nein, sie ist aus allen Erinnerungen gelöscht worden. Doch zuerst wird sein Lager angegriffen und er so schwer verletzt, dass nur noch Nicci mit Hilfe von subtraktiver Magie seinen Tod abwenden kann.Niemand kann sich mehr an Kahlan erinnern und auch ihre Spuren sind nicht mehr da, wo Richard sie am Abend zuvor noch gesehen hat. Verzweifelt, da ihm niemand zu glauben scheint, will er sich bei Shota Hilfe holen und besorgt sich Pferde in Altur’Rang. Dort steht jedoch eine kleine Armee von Elitesoldaten Jagangs vor den Toren und die Menschen erhoffen sich Hilfe von Richard. Dieser rät ihnen sich selbst zu verteidigen, denn sie sind nur richtig frei, wenn sie ihre Freiheit auch selbstständig verteidigen können und lässt sie zurück um dem Rätsel von Kahlans Verschwinden auf die Schliche zu kommen. Nicci bleibt jedoch da um den Widerstand etwas zu ordnen und gegen die feindlichen Magier entgegenzutreten. Die Menschen jedoch beginnen an Richards Verstand zu zweifeln. So auch Cara und Nicci, seine zwei treuen Freundinnen, doch sie unterstützen ihn weiterhin.

Endlich wieder in der Neuen Welt bei Shota angekommen kann die Hexe ihm tatsächlich helfen. Sie gibt ihm nicht nur Hinweise über die Bestie (sie kommt, wenn er Magie benützt), die ihn verfolgt, nein, sie hat auch wertvolle Hinweise über Kahlans Misere, obwohl sie sich selbst auch nicht an die Mutter Konfessor erinnern kann. „Feuerkette“, „Herz der Leere“, „was du suchst ist bei den Gebeinen“ und „hüte dich vor den vier Vipern“ das sind die Hinweise mit denen Richard noch nichts anfangen kann, die er sich jedoch zu einem hohen Preis erkauft hat: dem Schwert der Wahrheit. Dieses ist nun wieder in Samuels Besitz.

Um den Hinweisen nachzugehen macht er sich auf nach Aydindril zu Zedd, seinem Großvater. Dieser weiß auch nicht Bescheid, ist jedoch besorgt, da in allen Büchern der Prophezeiungen gewisse Passagen leer sind, die vorher beschrieben waren. Zedd glaubt Richards Geschichte um Kahlan auch nicht und gemeinsam exhumieren sie eine Leiche unter einem Grabstein mit der Aufschrift „Kahlan Amnell“. Richard ist am Boden zerstört und suizidgefährdet. Als Ann und Nathan mit noch schlechteren Nachrichten kommen – die D’Haranische Armee zerfällt, da viele Soldaten aufgrund fehlender Führung durch ihren Lord Rahl desertieren – sehen die drei nur eine Möglichkeit: Die falsche Erinnerung muss aus Richards Kopf gelangen mit subtraktiver Magie. Nicci, die einzige die dazu im Stande wäre, ist auch auf der Burg der Zauberer angelangt, weigert sich dies zu tun, gibt Richard neuen Lebenswillen und veranlasst eine gemeinsame Flucht mit Cara aus der Burg. Beim Brunnen der Sliph fragt Richard sie nach dem Herz der Leere, ohne eine Antwort zu erwarten, doch die Sliph kann ihnen helfen. So gelangen sie dorthin, wo Jillian schon auf sie wartet. Sie ist eine sehr junge „Priesterin der Gebeine“ und wartet auf Richard, der ihr helfen sollte die Fremden (Jagangs Armee) mit Hilfe von Träumen zu verjagen. So viel Zeit hat er zwar nicht, aber er findet bei den Gebeinen ein Buch mit dem Namen „Feuerkette“.

Gerade des Rätsels Lösung näher gekommen stellt er fest, dass die Schlingpflanzen wieder wachsen: Die Kästchen der Ordnung wurden wieder ins Spiel gebracht. Also ab zum Palast des Volkes, wo er sie sicher verwahrt wähnte. Dort findet er anstelle der Kästchen eine geschnitzte Figur: Seele. Kahlan war also da und hat die Kästchen genommen. Nicci kann auch erklären wie: Das Buch „Feuerkette“ beschreibt einen gleichnamigen Zauber, der es ermöglicht eine Person aus den Gedanken aller zu löschen nur hat diese unaufhaltsame Kettenreaktion als Ergebnis die Zerstörung allen Lebens. Das einzige Gegenmittel: Die Kästchen der Ordnung!

Richard erreicht unmittelbar danach eine Mitteilung von General Meiffert: Eine alte Frau wurde mit einem Schwert verwundet gefunden. Dass eine vermeintlich unwichtige Mitteilung weitergereicht wird macht ihn stutzig und er reitet zu seiner Armee. Dort entpuppt sich die alte Frau als die Schwester der Finsternis Tovi und Nicci presst ihr alle Geheimnisse heraus, so dass nun alle im Bilde sind. Richard hatte die ganze Zeit Recht: Seine Gemahlin Kahlan existiert. Sie wurde in der Nacht von den vier Schwester der Finsternis (die Vipern) entführt und mit der Feuerkette belegt. Die haben zwei scheinbar widersprüchliche Wünsche: den Hüter auf die Welt loslassen und sie damit zerstören und Richard nichts anzutun, da die Bande zu ihm sie vor Jagang schützen. Das Problem an diesem Plan ist nur das Neunte Gesetz der Magie: „Widersprüche existieren nicht, weder im Ganzen noch in Teilen.“ Sie haben also die Kästchen der Ordnung ins Spiel bringen wollen, damit sie über die Ordnung herrschen können um Richard ewiges Leben zu ermöglichen und den Hüter dennoch auf die Welt loslassen zu können. Dafür brauchen sie Kahlan, die letzte Konfessor, da nur sie den Text aus dem Buch der gezählten Schatten, dessen Inhalt nur noch in Richards Erinnerung existiert, verifizieren kann. Kahlan hat auch die Kästchen entwendet, da jeder Soldat sie sogleich vergaß, sobald er sie gesehen hat. Sie selbst kann sich auch an ihre Vergangenheit nicht erinnern. Nur hat Kahlan zuerst nur ein Kästchen mitbringen können und so wurde Tovi vorausgeschickt. Doch vor dem Palast wurde sie von Samuel und dem Schwert der Wahrheit angegriffen, der nun das Kästchen in seinem Besitz hat. Die verbliebenen drei Schwestern brachten die Kästchen ins Spiel ohne das letzte zu besitzen. Nun beginnt wieder ein Wettlauf gegen die Zeit – ähnlich wie im ersten Band.

Nachdem Nicci Tovi umgebracht hat, machen sie sich wieder auf den Weg zu Zedd, doch nicht bevor Richard der Armee eingebläut hatte: Sie sind das Schwert gegen das Schwert und er ist die Magie gegen die Magie – er muss seinen Kampf an anderer Stelle führen, sonst sind alle verloren.

Ann, Nathan und Zedd sehen nun ein, dass in der wichtigsten alle Prophezeiungen nicht die Schlacht gegen Jagang gemeint ist, wie lang vermutet, sondern der Kampf um die Kästchen der Ordnung. Die drei glauben Richard nun seine Geschichte um Kahlan, obwohl die Erinnerung noch immer fehlt.

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