Janika Nowak – Das Lied der Banshee

Bestechende Optik – schwacher Inhalt

Zum Inhalt:  Als Aileen erfährt, dass sie die letzte Banshee ist, glaubt sie an einen schlechten Scherz. Sie soll eine Gestalt aus der irischen Sagenwelt sein? Sie soll den Tod von anderen Menschen vorhersagen und mit ihrer Stimme Magie wirken können? Das ist doch vollkommen absurd! Ihre seltsamen Träume und ein Zwischenfall, den sie sich beim besten Willen nicht erklären kann, bringen sie jedoch ins Grübeln. Das junge Mädchen ahnt noch nicht, dass ihr Abenteuer mit dieser Enthüllung erst beginnt. Dass sie in eine Welt eintauchen wird, in der Mythen und Legenden keine Erfindung sind. Dass sie zusammen mit Sirenen, Wassermännern und Nymphen den Kampf gegen ein uraltes Wesen aufnehmen muss. Und dass sie sich verlieben wird. In einen guten Freund, der plötzlich nicht mehr in diese neue Welt passt … (Klappentext)

Meine Meinung: Die Aufmachung des Buches hat mich schlicht umgehauen. Ein wunderschönes melancholisches Cover, das sehr herbstlich und romantisch wirkt. Die Illustrationen von Nina Nowacki sind wirklich bezaubernd und hervorragend in das Layout des Buches integriert. Solche optischen Vorzüge wecken bei mir auch immer hohe Erwartungen. In diesem Fall habe ich ein mystisch-fantastisches Werk erwartet, dass mich bezaubert und Sehnsüchte weckt. Leider hat der Text nicht das gehalten, was die Optik verspricht.
Das Buch hat es nie geschafft mich ganz mitzureißen und ist meilenweit entfernt von bezaubernd. Das liegt vielleicht an dem Hauptcharakter. Ich kann nicht mal richtig in Worte fassen, was mich an ihr stört. Aileen wirkt irgendwie nicht authentisch. Ich kenne das noch von meiner eigenen Teenagerzeit: Da war ein Typ, in den war ich verschossen. Außer anhimmeln war nicht viel, denn sobald irgendwie Kontakt entstand, habe ich sofort abgeblockt, da er ja merken könnte, dass ich ihn toll fand. Ähnlich ist dies auch bei der siebzehnjährigen Aileen. Nur hält sie dieses seltsame Verhalten auch aufrecht, als offensichtlich war, dass ihr Thomas etwas für sie empfindet. Und dies war im Buch eigentlich sofort der Fall, dennoch verhält sie sich absolut dämlich. Nicht mal mehr pubertär – einfach nur dämlich. Durch solche Gegebenheiten und der Tatsache, dass die Handlung in einem echt rasanten Tempo vonstatten geht, schafft es das Buch nicht tiefgründig zu werden und plätschert oberflächlich dahin. Unter rasantem Tempo verstehe ich in diesem Fall, dass immer neue Elemente/Wesen/Charaktere eingeführt werden, ohne diesen genug Raum zu geben sich zu entfalten. So springt auch die Handlung schnell von Ort zu Ort. Eben noch in Warschau, dann schon in Moskau und plötzlich in Paris und das mit einem Mustang. Auch vermeintliche Hauptcharaktere werden nicht gut ausgearbeitet und bleiben flach. Ihre Hintergründe werden erwähnt, doch nicht wirklich thematisiert. Neue Dinge sind schnell als gegeben abgestempelt. So werden die mystischen Elemente nicht ausgelebt und ob Aileen nun eine Banshee ist oder nicht, eigentlich ist es egal, außer dass sie mit ihrer Stimme mühelos einfach alle Gegner niedermachen kann.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass das Buch sich selbst auf die Schippe nheme möchte, denn das ganze Werk wirkt irgendwie nicht ernsthaft.
Dem Buch zugute halten muss man, dass es sich hierbei eindeutig um ein Jugendbuch handelt. So kann ich einen Teil der Oberflächlichkeit verzeihen. Vielleicht mag sich auch ein jüngeres Publikum davon verzaubert fühlen. Bei mir hat es jedenfalls nicht gezündet. Gut, dass es keine Fortsetzung gibt.

Fazit: Covergestaltung und Illustrationen sind wirklich hervorragend, leider spiegelt sich dies im Text nicht wieder. Das Buch bleibt oberflächlich und weiß dadurch und durch das hohe Tempo den Leser nicht zu verzaubern. Für ein junges Publikum ist es jedoch zu empfehlen.

Buchdaten: Das Lied der Banshee – Janika Nowak
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag
480 Seiten
Pan
Erschienen: 10. Januar 2011
ISBN-10: 3426283395
Preis: 14,99€

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Oha, das hört sich ja gar nicht gut an. Dabei liegt das Buch jetzt auch auf meinem SuB. Schon die Überschrift deiner Rezi macht mir ja nicht besonders viel Mut. Zumindest was die Illus und das Cover betrifft stimme ich dir vollkommen zu, gefällt mir auch sehr gut.
    Liebe Grüße.

  2. sanny sagt:

    Schade, dass du so über das Buch denkst, aber man kann halt nicht allesmögen. Mache mag das Buch ansprechen, wieder andere nicht 😀
    Und mit dem Nymphen-Problem bin ich mir ganz sicher. Einmal heißt es „Blablabla“, sagte die Nymphe Pheme. Da war ich etwas stutzig und als mir das zwei Seiten wieder aufgefallen ist, war ich mir sicher, dass es sich um einen dummen Fehler handelt. Schade!
    Was Aileen betrifft versteh ich dich voll und ganz. Ihr Verhalten Thomas gegenüber war wirklich einfach nur dumm -.-„

    Liebe Grüße,
    Sanny

  3. Tanja sagt:

    Oh schade….
    ich habe dieses Buch hier noch in einem völlig ungelesenen Zustand liegen und wollte es mir für den lovelybooks Marathon aufbewahren.
    Seid ihr beide eigentlich auch dabei?

    glg, Tanja

  4. horrorbiene sagt:

    Hi Tanja,

    schreib das Buch nicht ab und teste selbst. Ich habe auch schon einige positive Rezis gelesen!
    Ich für meinen Teil habe im Moment keine Zeit bei dem Marathon mitzumachen und bin froh, wenn ich wenigestens beim Essen zum Lesen komme. 😉

    LG

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