Thomas Finn – Weißer Schrecken

So hat man Nikolaus noch nie erlebt

Zum Inhalt: Das kleine Dorf Perchtal im Berchtesgardener Land wird eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. Und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Inmitten eines Schneesturms müssen die Jugendlichen des Dorfs einen Mord an einer unbekannten aufklären, die einer der ihren wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Doch eine uralte und zutiefst bösartige Macht steckt dahinter und diese setzt alles daran, ihre Entdeckung zu verhindern… (Klappentext)

Meine Meinung: Auf dem Buchrücken wird klar mit einem Vergleich geworben: „Der ultimative Thriller für alle Stephen-King-Fans!“. Nach dem Studieren des Klappentextes wird auch schnell klar wieso: Das Buch hat an vielen Stellen Ähnlichkeiten mit diesem ganz bestimmten Werk von Stephen King. ES. Der Klappentext hat schon sehr mein Interesse geweckt, doch dass der Verlag sogar mit dem gezielten Vergleich „Fans von Stephen Kings „Es“ aufgepasst, auf allen Plattformen wirbt, macht mich doch schon etwas skeptisch. Denn ES ist eines meiner Lieblingsbücher, wenn nicht sogar DAS Lieblingsbuch überhaupt. Was dieses Buch so außergewöhnlich macht ist die unglaubliche atmosphärische Dichte, der ungeheuer ausführliche Erzählstil, der nicht nur die Charaktere so plastisch und real erscheinen lässt, sondern auch die Bedrohung des unbekannten Wesens so stark hervorhebt. So war eigentlich bereits vor der Lektüre von „Weißer Schrecken“ klar, dass das Buch entweder eine wirklich gute oder eine sehr schlechte Wertung von mir erhält. Um es kurz zu machen, trotz des steten Vergleichs mit dem großen Bruder, ist dieses Werk wirklich herausragend. Das Buch zu lesen hat unheimlichen Spaß gemacht und das unheimlich ist bitte wörtlich zu nehmen. Zwar ist dieses Buch, wie man an der Seitenzahl erkennen kann, bei weitem nicht so ausführlich wie ES, dennoch schafft Finn es, ziemlich schnell eine bedrohliche Situation entstehen zu lassen und auch die Charaktere sind sehr realistisch gestrickt. Es sind deutliche Parallelen zwischen den Büchern festzustellen: Die Protagonisten sind jugendlich und die Erwachsenen sind irgendwie komisch, das Grauen kehrt in regelmäßigen Abständen wieder und betrifft nur Kinder und das Grauen ist nicht von dieser Welt. Die größte Parallele ist jedoch, dass wir den Großteil des Buches aus Sicht der Jugendlichen erleben und zum Schluss der sich unvermeidlich daraus ergebende Kampf der Erwachsenen gegen das Grauen. Doch auch Unterschiede kann man festhalten: An jedem Sommertag juckt es mich unter den Nägeln wieder mit ES zu beginnen, da dieses Buch die Stimmung des Sommers so hervorragend einfängt. Weißer Schrecken dagegen spielt im kalten Winter und wenn ich dieses Buch noch einmal lesen werde, dann auf jeden Fall im Vorfeld des 6. Dezember. Dieses rate ich auch allen, die sich dieses Buch vornehmen wollen. Für diese Zeit ist es wirklich stimmungsvoll.
Das Buch ist definitiv ein Highlight. Es besticht durch den Mix aus Horror, Thriller und ein klein bisschen Fantasy. Es ist definitiv nicht nur etwas für Fans von Stephen King. Oder besser gesagt: Wem King zu ausführlich und langatmig schreibt, dennoch gern Horror/Thriller liest, ist bei diesem Buch genau richtig. Die Geschichte wird flüssig aus wechselnden Perspektiven der Protagonisten erzählt. Da sich die Gruppe teilweise trennt, ist dies ein schönes Mittel um die Spannung hochzuhalten. Schön ist auch, dass die eine oder andere falsche Fährte gelegt wird und das Ende hat auch noch einen kleinen Überraschungsaspekt.

Fazit: Dieses Buch ist ein wirklich spannender Thriller mit fantastischen Elementen und jugendlichen Protagonisten. Ich habe mich schon lange bei keinem Buch mehr wirklich gegruselt, doch hier ist dies der Fall gewesen. Um die richtige Stimmung für das Buch zu haben, sollte man es auf jeden Fall im Winter, am besten im Vorfeld des 6. Dezember lesen. Aufgrund des Gruselfaktors und der Atmosphäre ein klares Highlight des Genres.

Buchdaten: Weißer Schrecken – Thomas Finn
Genre: Fantasy-Thriller
496 Seiten
Piper
Erschienen: 11. Oktober 2010
ISBN-10: 3492267599
Preis: 9,95€

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nazurka sagt:

    Huhu!

    Ich habe das Buch ebenfalls gelesen und war auch begeistert. Es war das erste Mal, dass ich ein Buch dieses Genres las, sodass ich zunächst etwas skeptisch war, allerdings hat sich das schnell gelegt. Ich ertappte mich desöfteren auch, wie ich aus dem Fenster schaute, und vernahm Geräusche, die ich mir wahrscheinlich nur einbildetet. Tolle Rezi also hier, die es auf den Punkt bringt!

    Liebe Grüße,
    Nazurka

  2. horrorbiene sagt:

    Vielen Dank für das Lob! Das höre ich sehr gern! 🙂

  3. Sarah sagt:

    Ich habe das Buch auch noch hier liegen! Allerdings habe ich mir vorgenommen es bis zur Weihnachtszeit hier liegen zu lassen, um in richtiger Stimmung zu kommen 😉

  4. Oliver sagt:

    Hiho!
    Lange musstet ihr warten, aber jetzt gebe ich auch meinen „Senf“ hinzu! 😉
    Eure Rezension und die Begründungen finde ich wirklich gelungen. Aber wie ich es bereits auf unserem Blog beschrieben habe, kann ich mich mit diesem Titel nur in Teilen anfreunden. Es ist halt die „Stephen King – Brille“, die ich während des Lesens trug und diese kann verdammt voreingenommen sein. Vielleicht hätte ich das Buch einfach als das nehmen sollen, was es letzten Endes ist: ein gut gemachter Jugendschmöker, der zum Ende leider an Fahrt verliert!
    Ganz liebe Grüße (auch von meiner Tanja),

    Olli

    P. S. Euer Blog ist wirklich sehr gut geworden! Fein fein! 😉

  5. Anonymous sagt:

    suche ähnliche Bücher wie weißer schrecken!!!

  6. horrorbiene sagt:

    @Anonym: Wie du der Rezension entnehmen kannst, wäre vielleicht ES von Stephen King etwas für dich. Ansonsten weiß ich ehrlich gesagt grad nichts vergleichbares, das ich dir empfehlen könnte. Rechts ist ein Widget der Buchfrage von Lovelybooks, da könntest du sonst auch fragen!
    LG

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