Lena Klassen – Magyria – Das Herz des Schattes

Eine wirklich gelungene Mischung 

Zum Inhalt: Die junge Deutsche Hanna gerät in Budapest in den Streit zwischen den Vampiren Mattim – der versucht, das Gute in sich zu bewahren – und Kunun, der sich ganz der Finsternis ergeben hat. Um nicht von der Dunkelheit überwältigt zu werden, benötigt Mattim einen starken Halt auf der lichten Seite, den nur Hanna ihm geben kann. Jetzt muss die junge Frau sich fragen, ob sie für ihre Liebe zu Mattim bereit ist, alles aufzugeben – sogar ihre Menschlichkeit … (Klappentext)

Dieses Buch hat für mich eine interessante Vorgeschichte: Ich war auf der Suche nach frischem Lesestoff und Material zum Rezensieren und stieß auf die Hardcoverausgabe dieses Buches. Eine Anfrage an den Verlag ergab, dass es schon vergriffen sei. Da immer und überall neue Bucheindrücke auf mich einprasseln, habe ich dieses eine vergessen. Bis neulich der Verlag anfragte, ob ich diesen und den zweiten Teil als Rezensionsexemplar haben möchte. Ich erinnerte mich an diesen Buchwunsch und sagte natürlich nicht nein. Als ich dann gemütlich mit dem Buch starten wollte, las ich wie immer zunächst den Klappentext und schreckte etwas zurück. Wieso wollte ich noch einmal dieses Buch lesen? Es klang sehr nach einem Abklatsch der Biss-Reihe. Ich vertraute darauf, dass ich mir wohl was bei dem Buchwunsch gedacht habe und begann zu lesen. Und schnell wurde mir klar, dass ich mit dieser Einschätzung ganz richtig lag. Daraufhin recherchierte ich etwas: Die nicht mehr beim Verlag erhältliche Hardcoverausgabe (mit einem anderen nicht so hübschen Cover) hatte noch einen ganz anderen viel ansprechenderen Klappentext: Ein Jahr als Au-pair in Budapest – das klingt für die junge Deutsche Hanna nach einer schönen und aufregenden Zeit. Wie aufregend ihr Aufenthalt in der ungarischen Hauptstadt tatsächlich werden soll, ahnt sie allerdings erst, als sie eines Nachts Mattim begegnet. Denn der rätselhafte junge Mann erzählt ihr eine unglaubliche Geschichte – von Schatten, von einem geheimnisvollen Tor und von einer Stadt, die parallel zu Budapest existiert. Und von Kunun, seinem Bruder, der wie er selbst ein Schatten – ein Vampir – ist, der sich im Gegensatz zu Mattim jedoch ganz in den Dienst der Finsternis gestellt hat. Mattim hingegen versucht, das Gute in sich zu bewahren. Um jedoch nicht von der Dunkelheit in seinem Inneren überwältigt zu werden, braucht er einen starken Halt auf der lichten Seite – den nur Hanna ihm geben kann.
Doch Kununs Pläne sind weitreichender und bösartiger, als sie es sich jemals hätten vorstellen können. Und schon bald muss Hanna sich fragen, ob sie bereit ist, für ihre Liebe zu Mattim alles aufzugeben. Sogar ihre Menschlichkeit … (Quelle: Amazon)

Meine Meinung: Zu allererst muss ich das Cover loben: Viele romantische Fantasy in denen Vampire die Hauptthematik darstellen kommen mit einem düsteren Cover daher auf dem ein mehr oder weniger ästhetisches Frauengesicht zu sehen ist. Magyria besticht dabei mit einer prägnanten Schlichtheit aus schönen Ornamenten und einer angenehmen Farbgebung. Ohne Frauengesicht. Somit ist das Cover der Taschenbuchausgabe auch wesentlich ansprechender und hübscher als das der Hardcoverausgabe.
Auch der Buchinhalt unterscheidet sich doch sehr von der Biss-Thematik, besonders durch die Parallelwelt Magyria. Diese Welt wird von den Vampiren, dort Schatten genannt, in seiner Existenz als Welt des Lichts bedroht. Dass sie den Dreh und Angelpunkt des Romans, oder viel mehr der Romanserie, ausmacht, liegt bei der Namensgebung nahe, auch wenn Budapest als Handlungsort den größten Anteil zugesprochen bekommt. Dies ist ein Aspekt der mir wirklich gefällt.
Klassen findet in ihrem Schreibstil einen guten Mittelweg zwischen athmosphärisch dichter Beschreibung und Spannungsaufbau. Auch wenn sie viel Wert auf die Beschreibung Budapests legt, ist sie dabei jedoch nie so ausführlich, wie man es von Urban Fantasy erwarten würde und bleibt ihrem Genre treu.
Auch ihre Charaktere entwickelt sie systhematisch und plausibel. Hanna ist einem direkt sympathisch und zum Glück verliert sie sich nicht in Selbstzweifel oder Minderwertigkeitskomplexen aufgrund ihres übermenschlich hübschen Freundes Mattim. Besonders angenehm empfand ich die Tatsache, dass die Hauptcharaktere Hanna und Mattim im ersten Teil des Buches gesondert eingeführt wurden. Jeder erhielt ein Kapitel. Mal spielte die Handlung mit Hanna in Budapest, mal mit Mattim in Akink. So hatte der Leser genügend Zeit sie kennenzulernen bevor sie sich gegenseitig kennen und sehr schnell auch lieben lernten. Da Hannah Mattims Vampir-Bruder auf der Spur war, wirkte es auch sehr plausibel, dass sie sich von dem Vampirdasein Mattims nicht sofort abschrecken lies. Die Liebe der beiden wird hinreichend romantisch dargestellt, jedoch nicht so kitschig, dass Freunde von „normaler Fantasy“ die Handlung als zu übertrieben empfinden würden. Magyria stellt somit einen gut gelungenen Mittelweg zwischen Fantasy und Romantic Fantasy dar.
Der einzige Wehmutstropfen ist der Charakter Réka. Hannas Gastschwester ist 14 und über beide Ohren verliebt ihn Kunun. So sehr, dass sie absolut verblendet ist, was ihn angeht und so gar nicht wahr haben will, dass er eine Gefahr für sie darstellt. Ihre Handlungsweise ändert sich gegen Ende nicht und sie nervte mich zwischendurch dann doch sehr. Hanna ist zwar selbst gerade mal fünf Jahre älter, doch diese fünf Jahre machen hier einen großen Unterschied.

Fazit: Magyria ist wirklich gut geschrieben und durchdacht. Hier treffen Elemente der Romantic Fantasy (Liebesbeziehung zu Vampiren) auf Elemente der klassischen Fantasy (Magyria – eine magische Welt des Lichts, deren Hauptstadt Akink parallel zu Budapest existiert). Die Liebesbeziehung wird nicht zu übertrieben dargestellt, so dass der Lesespaß nicht durch allzu kitschige Handlungen und Dialoge verdorben wird. Eine wirklich rundum gelungene Mischung.

Buchdaten: Magyria – Das Herz des Schattens – Lena Klassen
Genre: Fantasy
Taschenbuch
559 Seiten
Blanvalet
Erschienen: 18. April 2011
ISBN: 9783442268108
Preis: 9,99€

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gwyneth sagt:

    Tolle Rezension 🙂 Da kribbelts einem ja grade in den Fingern, das Buch zu lesen.

    Ich wollte noch ein Lob fürs hübsche Design dalassen.

    Liebe Grüße

  2. Anonymous sagt:

    Ich fand das Buch nicht so gut. an sich war die Geschichte sehr gut geschrieben und auch spannend, aber ich fand die charaktere ziemlich schwach!
    Mattim kam mir teil wie ein weichei vor und Hannah zu langweilig beschrieben, keine richtige Persönlichkeit.

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