Brandon Sanderson – Der Pfad der Winde

Der zweite Teil eines brillianten Fantasy-Epos-Auftakts

Zum Inhalt: Das Leben in der Welt Roschar wird von den Großstürmen dirigiert. Doch die Welt ist im Wandel und nur wenige erkennen die Zeichen der kommenden großen Bedrohung.
Der Großprinz und Splitterträger Dalinar hat Visionen in denen er aufgefordert wird die Welt zu einen.
Schallan, eine junge Gelehrte stößt bei ihrer Ausbildung auf die Forschungsarbeiten ihrer Mentorin, die in eine gänzlich andere Richtung geht als man erwarten würde. Außerdem zeichnet sie seltsame Menschen in ihren Bildern, die sie eigentlich gar nicht sieht.
Der junge Sklave Kaladin hat nur einen großen Wunsch seine Männer von Brücke vier zu beschützen. Da entdeckt er, dass er sich selbst in einem Zustand des Wandels befindet.
Alles deutet darauf hin, dass die Welt auf ein grausames Schicksal zusteuert. Um die Wendung einzuleiten müssen die Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet werden.

Meine Meinung: Der Pfad der Winde ist der zweite Teil des ersten Bandes der Sturmlicht-Chroniken und setzt diesen genialen Band jedoch nicht genauso gut fort – er ist noch besser! Man merkt beim Lesen sofort, dass das Buch als eine Einheit konzipiert ist, denn es geht wirklich nahtlos im Plot weiter. Hat der Auftaktband Der Weg der Könige noch erkennen lassen, wie aufwendig, ausgeklügelt, ausführlich und brillant diese Saga werden wird, so hat Der Pfad der Winde dies bereits unter Beweis gestellt. Im Nachhinein betrachtet war der erste Teil im Prinzip nur vorbereitend für die Entwicklungen, die hier endlich vollzogen werden. So habe ich mich bei Der Weg der Könige manchmal schon gefragt, wieso diese Figur so detailliert beleuchtet und vorgestellt wird, obwohl noch nicht erkennbar war, inwiefern sie etwas Besonderes darstellt oder gar die Rettung Roschars einleiten könnte. – Und das Buch war lang. Dass es mir dennoch sehr gut gefallen hat, zeugt von der Qualität Sandersons Schreibstils. Lange Rede, kurzer Sinn: Hier passiert endlich etwas. Viele der angedeuteten Geheimnisse werden gelüftet und jede Figur erhält nun auch ein Werkzeug mit dem es sich in der Fortsetzung weiterarbeiten lässt. Dabei sind manche Wendungen und Entwicklungen ab bestimmten Punkten vorhersehbar, manche Erkenntnisse und Ereignisse kommen jedoch so plötzlich und unerwartet, dass ich tatsächlich mit offenem Mund mein Buch angestarrt habe. Und das Beste an der ganzen Aufklärungsarbeit, die das Buch im Finale leistet: Es tauchen stets noch mehr Fragen und Geheimnisse auf, die in den Fortsetzungen geklärt werden wollen. So ist mir z.B. immer noch nicht klar, was die Glyphen und verschiedenen Karten im Buchdeckel zu bedeuten haben. Da kommt noch so vieles mehr. Und ich bin mir sicher, dass Die Sturmlicht-Chroniken bald in einem Atemzug mit den ganz großen Fantasy-Reihen genannt werden. Sanderson ist gerade dabei sich sein eigenes Monument zu schreiben.
Der Pfad der Winde ist auch so unheimlich mitreißend geschrieben, trotz der wieder einmal nicht geringen Seitenzahl, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe es in kürzester Zeit durchgelesen. Dabei sind nicht nur die Entwicklungen der Charaktere die in diesem Buch im Fordergrund stehen, so überaus gelungen, nein, das Buch ist zudem sehr spannend geschrieben und selbst Schallans, manchmal doch etwas dröger Erzählzweig hat an Fahrt aufgenommen.
Die besondere Stärke des Werkes ist jedoch die unheimliche Tiefe: Sanderson nimmt sich viel Zeit um seine Charaktere dem Leser nahezubringen, sein Handeln verständlich zu machen und voll in das Geschehen einzutauchen. Die Beschreibungen sind liebevoll und detailliert. Durch seinen Schreibstil schafft es Sanderson wirklich beim Leser Bilder heraufzubeschwören. Der Plot ist wirklich geschickt konstruiert und deutet an, das da noch sehr viel auf den Leser zukommen wird.
Zudem ist für jeden Leser etwas dabei: Schlachten, politische Intrigen, kleine Liebschaften und wirklich interessante Charaktere.
Das Buch an sich besticht erneut mit seiner Ausstattung: Neben den erwähnten Farb-Karten/Abbildungen in den Deckelinnenseiten verfügt das
Buch über einige wirklich gelungene Illustrationen und illustrierte Kapitelanfänge, an denen man auf einem Blick erkennen kann, welcher Erzählstrang fortgeführt wird.

Fazit: Ich kann mit Worten nicht wiedergeben, wie genial dieses Buch ist. Ich kann nur jedem empfehlen, sich nicht von der großen Seitenzahl der beiden Bücher abschrecken zu lassen und dieses großartige Werk zu lesen. Mit Die Sturmlicht-Chroniken wird sich Sanderson in die Reihen der ganz Großen einreihen können. Für mich ist Sanderson bereits jetzt einer der ganz Großen.

Buchdaten: Der Pfad der Winde – Brandon Sanderson
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag
784 Seiten
Heyne
Erschienen: 08. August 2011
Originaltitel: The Way of Kings – Book One of The Stormlight Archive (Part II)

ISBN: 978-3-453-26768-8
Preis: 21,99

 
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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. muselmu sagt:

    Schöne Rezi!
    Der erste Band steht auch schon auf meinem Wunschzettel – aber viell. warte ich noch ein bisschen, bis die nächsten Bände erschienen sind, damit ich nicht so lange warten muss…^^
    Hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht!
    Liebe Grüße, muselmu :o)

  2. Nazurka sagt:

    Okay, du hast mich überzeugt. Die Bücher werde ich mir demnächst besorgen. 😀

  3. horrorbiene sagt:

    Das freut mich! 🙂

    @Muselmu: Normalerweise mache ich das ja auch immer so, aber bei manchen Büchern muss ich einfach eine Ausnahme machen!
    Es ist mir noch nicht bekannt, wie groß das Ganze einmal werden soll. Nicht, dass du zu lange wartest! 😉

  4. Tanja sagt:

    Das klingt fantastisch. Meine Finger wollen zu gerne den Bestellbutton auf Amazon anklicken, aber mein SuB muss erstmal schwinden. Trotzdem, beide Bücher werde ich direkt in meine Wunschliste aufnehmen. Danke für diese schön geschriebene Rezension und den Tipp!

    Liebe Grüße,
    Tanja

  5. Marie Seth sagt:

    Hab das Buch auch schon zuhause und freu mich nun umso mehr! Danke für die schöne Rezension! Brandon Sanderson beobachte ich schon lange und auch seine Mistborn-Trilogie hat ihn schon zu einer der ganz Großen im Genre gemacht. Band eins, „Der Weg der Könige“ hab ich auch rezensieren und war auch sehr zufrieden, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Dennoch, ich schließ mich jetzt schon an: empfehlenswert, weil der Autor einfach einer der Besten ist.

    Ganz liebe Grüße,
    – Marie

  6. Sandrina sagt:

    schöne Rezi 🙂

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