Brent Weeks – Schwarzes Prisma

Solide Fantasy mit einer farbenfrohen Magie

Schwarzes Prisma ist der Auftakt einer Trilogie mit dem Titel Die Licht-Trilogie (Original: The Lightbringer). Eine Auflistung der Trilogie erfolgt unten.

Zum Inhalt: Gavin Guile ist der hoch geehrte Lord Prisma. Allein seine magischen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seine Überzeugungskraft bewahren den unsicheren Frieden im Reich. Doch Gavin bleiben nur noch fünf Jahre zu leben. Fünf Jahre, um fünf unmögliche Ziele zu erreichen. Da erfährt er, dass er einen Sohn hat, und von der Gefahr für dessen Leben. Doch um den unschuldigen Jungen zu retten, muss Gavin sein dunkelstes Geheimnis offenbaren – und damit das Reich zerreißen. Denn sein Leben fußt auf einer Lüge, und seine Macht ist lediglich geraubt. Kann er diesen Preis bezahlen, um sein einziges Kind zu retten? (Quelle)

Meine Meinung: Schwarzes Prisma ist mein erstes Buch von Brent Weeks. Die Schatten-Trilogie soll ja wirklich gut sein und da dachte ich mir, ich starte mit dem Beginn der neuen Trilogie, die im Original den Namen Lightbringer Trilogy trägt. Aufgrund der Dicke des Buches versprach ich mir einen unterhaltsamen und ausführlich gestalteten Auftaktband und genau das habe ich auch bekommen. Zwar ist der Einstieg durch die Einführung der neuen Art der Magie etwas holprig, doch anschließend rollt der Wagen wie geschmiert.
Das Magiesystem ist in diesem Buch – und sicher auch in den weiteren – der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Gavin Guile ist das Prisma, das religiöse Oberhaupt, der in der Lage ist das Licht in sein gesamtes Spektrum aufzuspalten und damit jede Farbe zu wandeln. Wandler sind in der Bevölkerung nicht häufig, doch die meisten können nur eine einzige Farbe wandeln, das heißt Magie damit wirken. Man nennt sie dann auch ihrer Farbe entsprechend z.B. Blauwandler, da sich ihre Augen nach und nach mit der Farbe auffüllen. Jede Farbe hat ihre eigenen Charaktereigenschaften, die sich nach und nach auf den Wandler überträgt. Es gibt aber auch Bi- oder gar Polychromaten, also Wandler die zwei oder mehrer Farben wandeln können. Diese Wandler werden in der Chromeria ausgebildet und sie arbeiten für das Gemeinwohl. Wenn sie zu viel gewandelt haben, durchbrechen sie den Halo in ihren Augen und werden zu bösen Farbwichten, die es zu vernichten gilt. Doch in Tyrea braut sich etwas zusammen…
Gavin Guile hat der Erfahrung der Prismen nach, nur noch fünf Jahre zu leben und noch fünf große selbstgestellte Aufgaben zu erfüllen. Selbstverständlich erfährt der Leser diese erst einzeln und bei weitem noch nicht alle. Dafür wird das eine oder andere im Buch erwähnte Rätsel bereits aufgeklärt, doch nur um daraufhin noch mehr Rätsel aufzugeben. Denn eines stellt man schnell beim Lesen fest: In der Vergangenheit der sieben Satrapien, in denen das Buch spielt, ist einiges vorgefallen, das erst nach und nach an die Oberfläche gelangt. Mit einer hübschen Prise Politik und Intrige wird in diesem Buch so ein wirklich interessantes Geflecht gesponnen, das auf jeden Fall nach einer Fortsetzung, die man auch unbedingt lesen möchte, schreit.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Ohne zu viel zu verraten, kann man die Figur des Gavin nicht wirklich beschreiben. Eines ist mir jedoch aufgefallen: Die Sympathie ihm gegenüber wandelt sich stark mit dem aktuellen Kenntnisstand des Lesers und diese Tatsache finde ich ausgesprochen gelungen.
Gavins frisch aufgetauchter Sohn ist zwar zu Beginn nicht weniger sympathisch als sein Vater, doch aufgrund seiner pummeligen Figur und seiner direkten kauzigen Art nicht der typische Held, dennoch scheint viel in ihm zu stecken, nur dies weiß derzeit nur das Prisma, doch der Leser kann sich seinen Teil denken.
Auch die anderen Charaktere (z.B. die weiblichen Charaktere Karris und Liv) sind gut ausgearbeitet, obwohl manche noch schwer einzuschätzen sind und im späteren Verlauf sicher noch eine interessante Rolle spielen werden.
Die Handlung des Buches ist jetzt nicht überaus rasant, doch es werden alle Grundsteine für eine wirklich vielversprechende Trilogie gelegt, auf deren Fortsetzung ich mich schon riesig freue, da noch so viele Rätsel ungelöst bleiben. Der Schreibstil ist passend. Gut in Szene gesetzt sind die Gedanken der Figuren, welche in die Geschichte eine angemessene Prise Humor einfließen lassen.

„Was? Nun, manchmal, wenn man nicht wusste, wovon zur Hölle jemand redete, war es das Beste, einfach mitzuspielen.
‚Ich habe keine Ahnung, wovon zur Hölle Ihr redet‘, erwiderte Gavin. Hoppla.“ S.695

Am besten hat mir jedoch die Magie in diesem Buch gefallen. Entgegen dem schwarzen Cover und dem schwarzen Titel, leuchtete die Geschichte nur so vor Farben, da viele Dinge (sogar Gebäude) aus dem farbigen Luxin gemacht sind. So ist auch eine Schlacht nicht so, wie man sie bisher kannte, sondern voller farbigen Waffen und Feuerbällen von Rotwandlern.

Fazit: Mit Schwarzes Prisma ist Brent Weeks ein wirklich viel versprechender Auftakt einer neuen Fantasy-Trilogie gelungen, deren Magie im Mittelpunkt steht und auch Politik, Intrige und Kämpfe nicht zu kurz kommen. Gerade die farbenfrohe Magie ist hier ein klarer Pluspunkt. Zu kritisieren gibt es an diesem Buch nichts. Die volle Wertung gibt es nur deshalb nicht, da ich denke, dass die Fortsetzung noch mehr Spannung und Action bereithalten wird.

Buchdaten: Schwarzes Prisma – Brent Weeks
Genre: Fantasy
Klappenbroschur mit Karte
800 Seiten
Blanvalet
Erschienen: 19. September 2011 
Originaltitel: Black Prism
ISBN: 978-3-442-26816-0
Preis: 15,00€  

Die Lichtbringer-Trilogie:

Schwarzes Prisma Die blendende Klinge tba
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nazurka sagt:

    Huhu!

    Was bin ich froh, dass dir das Buch zugesagt hat. Habe die Schattentrilogie verschlungen, und Schwarzes Prisma steht schon seit der Buchmesse hier, kam nur bisher nicht dazu es zu lesen. Ich hab einfach zu viel für die Schule zu tun.

    Liebe Grüße,
    Nazurka

  2. Vielen Dank für die tolle Rezension! 🙂

    Liebe Grüße aus München vom Blanvalet-Team!

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