Elspeth Cooper – Die Lieder der Erde

Solide und gute Fantasy mit bekannten Elementen 

Die Lieder der Erde ist der Auftaktband eines Vierteilers um Gair und die wilde Jagd. Ein Auflistung der bisher erschienenen Teile erfolgt unten.

Zum Inhalt: Das heilige Buch von Eador lässt keine Zweifel aufkommen: Wer die Lieder der Erde hören kann, soll brennen! Bereits seit tausend Jahren befolgen die Ritter der Kirche dieses Gebot und verfolgen jeden, den sie der Magie verdächtigen. Dabei machen sie auch vor ihren eigenen Reihen nicht halt: Als der Novize Gair zum ersten Mal die ebenso schöne wie schreckliche Melodie vernimmt, ist ihm klar, dass dies sein Ende bedeutet, sollte sein Geheimnis gelüftet werden. In einem unbeobachteten Moment gelingt Gair die Flucht, doch die Kirche ist ihm auf den Fersen, und in sich spürt er die Kraft der Erde heranwachsen, so mächtig, dass sie ihn zu zerstören droht. Einzig die Hüter des Schleiers können Gair jetzt noch helfen … (Quelle)

Meine Meinung: Auf dem ersten Blick ist Die Lieder der Erde nichts Neues: Es geht um einen Helden, der selbstverständlich überaus magiebegabt ist, dies jedoch nicht weiß. Er wird von einem Meister an eine Schule gerufen, an der er sich nicht nur Freunde macht, sondern auch Feinde und seine große Liebe kennenlernt. Es taucht ein bitterböser Gegner auf und der Schleier, der die Welt schützt, droht zu zerreißen. Außerdem gibt es jede Menge Rätsel, die sich im Laufe des Buches auftun: Wieso ist Gair so überaus begabt? Wie viele Welten gibt es eigentlich? Was hat es mit der Wilden Jagd auf sich? Dieser Band ist demnach ganz typisch für einen Auftaktband einer Reihe. All dies kam mir zu Beginn so vor, als hätte ich dies schon mal gelesen. Cooper bedient sich bekannter Elemente und verknüpft sie zu etwas nicht ganz Neuem. Diese Punkte kann man nun positiv oder negativ auslegen… Ich hatte dadurch jedenfalls leichte Startschwierigkeiten beim Lesen. Das lag auch etwas daran, dass es  neben der Haupthandlung um Gair noch einige Einblendungen aus dem Mutterhaus gibt, bei denen ich anfangs mit den Personen und deren Gesinnung etwas durcheinander geraten bin. Dem Buch hätten daher, trotz der über 550 Seiten, ein paar mehr sehr gut getan, um besser in die Geschichte eintauchen zu können und mehr Atmosphäre zu schaffen.
Denn eintauchen konnte ich in das Buch letzten Endes doch. Fantasy ist mein Lieblingsgenre – ich lese es einfach gern. Auch wenn es hier nicht viele erfrischend neue Elemente gibt, ist es doch qualitativ hochwertige Fantasy, die dem Leser Spaß macht und bestens unterhält. Auch wenn es mich erst ab dem Mittelteil so richtig mitgerissen hat.
Zwei inhaltliche Punkte haben mir besonders gut gefallen: Zum einen der kirchliche Hintergrund und damit auch der Erzählstrang im Mutterhaus, denn dies zeigt die heuchlerische und ambivalente Seite einer Kirche. Hierbei wird es sicher noch viel zu entdecken geben. Zum anderen die sich entwickelnde Beziehung Gairs zu seiner Geliebten. Cooper hat es geschafft den richtigen Moment abzupassen, bevor ihre Geschichte zu kitschig wird und die Handlung vorangetrieben. Dies hatte auch Konsequenzen für die Liebenden, die mir persönlich gut gefallen haben und sich sicher sehr interessant auf Gairs Zukunft auswirken werden.
Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nun wirklich beginnen kann, nachdem gewisse Dinge klar geworden sind und sich so entwickelt haben, wie es der Fall ist. Demnach ist es zwar schade, dass das Buch an der Stelle zu Ende war, doch in verspreche mir viel von den Folgebänden. Der Grundstein ist gelegt und nun kann es richtig losgehen!

Fazit: Nach einem etwas holprigen Start entwickelt sich das Buch in die richtige Richtung. Für mich wirkt es wie die Vorgeschichte zu einem wirklich guten Fantasy-Epos. Hier werden viele klassische Fantasy-Elemente bedient und es passiert nichts gänzlich Neues, dennoch ist es solide Fantasy, die mir beim Lesen Freude bereitet hat. Ich bin gespannt, wie es mit Gair und seinen Fähigkeiten weitergeht und was die Lösungen der vielen kleinen offenen Rätseln sind.

Buchdaten: Die Lieder der Erde – Elspeth Cooper
Genre: Fantasy

Taschenbuch
560 Seiten
Heyne
Erschienen: 09. November 2011
Originaltitel: Songs of the Earth – The Wild Hunt (Book One)
ISBN: 978-3-453-26713-8
Preis: 14,99€

Bisher erschienen:

Die Lieder der Erde Die wilde Jagd
Teil 1 Teil 2
Rezension Rezension
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