Patrick Rothfuss – Die Furcht des Weisen 2

Leider immer noch wenig spannend

Zum Inhalt: Nach seinen Abenteuern mit den Banditen im Eld begegnet Kvothe wirklich der betörenden Fae Felurian. Durch ihre märchenhafte Schönheit erlangt sie fast unumschränkte Macht über seinen Willen und seine Sinne. Und nur durch eine List kann er sich aus ihren Armen befreien.
Sein Weg fürht ihn weiter zu den stillen Kriegern der Adem, von denen er die hohe Kunst des Lethani erlernt und das Schwert Saicere verliehen bekommt. Mit diesem Schwert und einem von Felurian gewobenen Schattenmantel tritt er die Reise zurück zum Hof des mächtigen Maer an. Doch unterwegs wartet entsetzliches Unheil auf ihn… (Klappentext)

So egann meine Rezension des ersten Teils…

Die Furcht des Weisen ist die lang erwartete Fortsetzung des wirklich gelungenen und hoch gelobten Der Name des Windes. Auch mich hatte Der Name des Windes durch den wunderbaren Schreibstil und die geniale Konstruktion des Plots absolut überzeugt. Nun ist auch endlich der zweite Teildes zweiten Teils erschienen. In dieser Trilogie erzählt der sagenumwobene Kvothe einem Chronisten seine Lebensgeschichte, die dieser gierig zu Papierbringt. So erleben wir die Erzählung des Wirts, die immer mal wieder durch eine Szene in der Gaststube unterbrochen wird. Um seine Lebensgeschichte zu erzählen braucht Kvothe drei volle Tage, daher bekam Die Furcht des Weisen auch den Untertitel Die Königsmörder-Chroniken Tag 2. Die Qualitäten, die Band eins ausmachten, lassen sich nahtlos auch im zweiten Band finden (z.B. der gelungenen Schreibstil, die atmosphärisch dichte und ausführliche Erzählung und die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere), doch zu dem kleinen Manko des Vorgängers gesellen sich leider noch ein paar dazu.
In Band eins fehlte mir etwas, die praktische Ausübung der Magie, wo diese doch (wie der Titel andeutet) wichtig sein sollte. Dies wird auch hier kaum anders gehandhabt.

Meine weiteren Kritikpunkte am ersten Teil Der Furcht der Weisen waren folgende:

  • Die Handlung entwickelte sich kaum voran und der bereits in Tag eins nicht sehr ausgeprägte Spannungsbogen fehlt zu Beginn hier komplett.
  • [… ] dann tauchte Denna auf. Ich konnte mir die Gedanken „Wieso?!“ und „ Nicht schon wieder!“  nicht verkneifen. An einem Punkt sollte es mal gut sein und diesen hatte Rothfuss, was Denna betrifft, bereits in Der Name des Windes erreicht.
  • Da auch seine Forschungen, was die Chandrian betreffen, nicht wirklich vorankamen, hinterlässt das Buch, als es denn endet – an einer wirklich spannenden Stelle – einen schalen Nachgeschmack.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, das Buch hat wiegesagt dieselben – herausragenden – Vorzüge wie der erste Band, dennoch haben sich diese in Tag zwei etwas abgenutzt.

Meine Meinung: All die Kritikpunkte des ersten Teils, gelten leider auchfür den zweiten Teil!
Er schließt nahtlos am Ende des ersten an – von einer Sollbruchstelle also keine Spur. Das Kapitel mit der Zusammenarbeit mit den Söldnern wird dann relativ schnell abgehandelt und es schließen sich die Episoden Kvothes mit Felurian und dem Adem an – beides feste Bestandteile seines Lebens und damit auch seines Mythos. Kvothe selbst hat dem Leser vorher schon angekündigt, dass es diese Episoden gab und als sie dann geschildert werden, sind sie leider irgendwie unspektakulär. Die Erzählung der beiden Teile, bleibt eben einfach nur eine Schilderung und da die einzelnen Abschnitteaus Kvothes Leben im Prinzip voneinander unabhängig sind, baut sich kein Spannungsbogen auf – auch nicht zum Finale hin. Das Ende plätschert nur ganz seicht vor sich hin und von einem Höhepunkt ist keine Spur zu sehen.
Leider taucht auch dort wieder die bekannte Denna auf, die es gar nicht haben kann, dass Kvothe sich weiter entwickelt hat…
Vielleicht hätte es dem Buch gut getan, die einzelnen Passagen aus Kvothes Leben ausführlicher zu schildern und dann vier Tage für die Erzählung zu konstruieren, so dass durch mehr Ausführlichkeit vielleicht auch mehr Spannung aufgebaut werden kann.

Fazit: Ich habe mir vorgenommen, die Zweiteilung des Buches nicht in meine Bewertung einfließen zu lassen. Dies ist mir leider nicht gelungen. Zu schwer wiegt der Bruch an dieser Stelle und noch schwerer die lange Wartezeit zwischen den Büchern. Zudem weist das Buch dieselben Mankos auf wie schon sein erster Teil.
Nach Lektüre des Klappentextes, kann man eigentlich an der Stelle
das Buch beginnen, an dem er das Unheil ankündigt, also auf dem Weg von Ademre zurück zum Maer. Alle wichtigen Informationen aus diesem unspannenden Teil stehen im Klappentext…
Einzig Rothfuss gelungener Schreibstil und die gelungenen Charaktere schaffen es, dass das lesen weiterhin Spaß machte. Für den dritten Teil verspreche ich mir jedoch mehr – da es der Abschluss der Trilogie sein wird, wird auch hoffentlich mehr Spannung aufgebaut. Wenn Kvothe dann die Chandrian trifft und gegen sie angeht, wird es endlich auch etwas Action und noch mehr Magie geben – oder dies passiert erst NACH der Erzählung in einem vierten Band? Ich bin auf jeden Fall gespannt wie und in welcher Form die Geschichte weitergeht. Die Geschichte an sich ist einfach zu gut, als dass ich nun damit aufhören könnte…

Buchdaten: Die Furcht des Weisen 2 – Patrick Rothfuss
Aus der Reihe: Die Königsmöder-Chronik
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen

522 Seiten
Hobbit Presse bei Klett Cotta
Erschienen: Januar 2011
Originaltitel: The Wise Man’s Fear. The Kingkiller Chronicle: Day Two
ISBN: 978-3-608-93926-2
Preis: 22,95€

 

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