George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer 3: Der Thron der Sieben Königreiche

Mit gedrosseltem Tempo in die nächste Runde

Zum Inhalt: Der König ist tot und somit nimmt nun sein Sohn Joffrey dessen Platz ein. Lord Stark wurde als Verräter hingerichtet und die Brüder des verstorbenen Königs beanspruchen die Krone für sich. Zur selben Zeit wird Robb Stark zum König des Nordens erklärt und auf der anderen Seite der Welt hält Daenerys ihr bescheidenes Khalasar zusammen. Theon Graufreud kehrt derweil nach Hause zurück, auf die Eiseninseln, wo er nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wird. Tyrion Lennister reist auf Geheiß seines Vaters nach Königsmund, um auf Joffrey zu achten und seine Schwester, die Königin, im Zaum zu halten. Der Krieg ist in vollem Gange, was auch Arya Stark unmittelbar zu spüren bekommt, nachdem sie aus Königsmund fliehen konnte. Heere sammeln sich und an vielen Fronten wird gekämpft. Niemand nimmt indessen Notiz von den Geschehnissen hinter der Mauer.

Meine Meinung: Die Spannung aus dem letzten Teil konnte hier nicht ganz gehalten werden, was aber in der Natur der Sache begründet ist. Nach wie vor liegt ein sehr ausführliches und komplexes Werk vor, das man zügig lesen sollte, um den Faden nicht zu verlieren. Martin sorgt immer für Überraschungen, was die Geschichte erfrischend undurchschaubar macht. Auf den letzten hundert Seiten wird die Spannung dann aber wieder sehr gut aufgebaut, alles Vorige wirkt mehr wie eine große Vorbereitung auf das, was noch kommen möge.
Die Charaktere bleiben eine große Stärke dieser Reihe und büßen nichts an ihrer Tiefe ein. Zudem ist das Personal nochmals angewachsen, was einem manches Mal Schwierigkeiten bereitet den Überblick nicht zu verlieren. Der großzügige Anhang vermag jedoch Klarheit zu schaffen. Aber Vorsicht, nicht zuerst diesen lesen, da dort durchaus das eine oder andere vorweggenommen werden könnte.
Nachdem Teil zwei wirklich sehr spannend aufhörte, gab es hier zu Beginn einen kleinen Bruch, sozusagen einen Einschub, der dann erheblich größer ausfiel als gedacht. Während man im ersten und zweiten Band noch wesentlich mehr bei der Familie Stark war, kommen nun andere Charaktere hinzu, was einen zu einer gewissen Umgewöhnung zwingt.
Viele neue Handlungselemente werden eingeflochten und vorbereitet, was zwar auf der einen Seite positiv ist, aber auch dazu führt, dass die Handlung den gesamten Roman über stagniert. Man hat das Gefühl auf der Stelle zu treten, auch weil man nach wie vor lange warten muss, bis es bei einem Charakter weitergeht.
Auf der anderen Seite ist es gerade diese Ausführlichkeit, die einen wesentlichen Teil dieses Buches ausmacht. Führt sie doch dazu, dass man wirklich tief in die Geschichte eintauchen kann.
Der abermals sehr gute und flüssige Schreibstil tut sein Übriges. Die Sprache ist sehr lebendig und bildhaft und hilft einem bei aller Komplexität den roten Faden nicht zu verlieren.

Fazit: Teil drei eines großen Fantasy-Epos, der an Spannung zwar nachgibt, jedoch auf große kommende Ereignisse hoffen lässt. Durch andere und zum Teil noch recht unbekannte Charaktere kommt zwangsläufig das Gefühl auf, etwas zu vermissen. Zum Ende hin wird aber wieder mehr Spannung aufgebaut, was auf einen vierten Teil hindeutet, der dies halten kann und zudem die Handlung zügiger vorantreiben wird.

Buchdaten: Der Thron der Sieben Königreiche – George R. R. Martin
Genre: Fantasy

Taschenbuch

576 Seiten

Blanvalet

Erschienen: Neuauflage 21. Juni 2011

ISBN-10: 3442268222

Preis: 15,00€

Übersicht über die Reihe:

  1. Die Herren von Winterfell
  2. Das Erbe von Winterfell
  3. Der Thron der Sieben Königreiche
  4. Die Saat des goldenen Löwen
  5. Sturm der Schwerter
  6. Die Königin der Drachen
  7. Zeit der Krähen
  8. Die dunkle Königin
  9. Der Sohn des Greifen
  10. Ein Tanz mit Drachen
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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Vielen Dank für die tolle Rezension!
    Liebe Grüße aus München vom Blanvalet Presse-Team

  2. Eule sagt:

    Die Serie werde ich mir mal merken, wenn ich wieder Lust auf Fantasy hab!

  3. horrorbiene sagt:

    Also, wenn man das Buch zügig durchliest, ist es keinewegs langatmig. Mir hat das Buch genauso gut gefallen wie Band eins – das Buch kann ja nichts dafür, dass so mancher Charakter nicht mehr vorhanden ist – es fehlt eben nur wieder mal ein knackiges Finale. Obwohl ich den Schluss mit Bran hier schon etwas gelungener fand. Am Besten ist jedoch nach wie vor Tyrion, obwohl er ziemlich hinterhältig agiert, zeigt er noch eine gewisse Ehrenhaftigkeit… ich bin sehr gespannt wie es weitergeht!

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