Angela Troni – Die dööfsten Deutschfehler

Nicht das, was ich erwartet habe

Zum Inhalt:  Ist der Dativ wirklich dem Genitiv sein Tod? Oder können die beiden auch ganz gut miteinander leben? Dürfen Grammatikregeln eigentlich Sinn machen? Oder reicht es, wenn sie sinnvoll sind? Beispiele für Zweifelsfälle gibt es in der deutschen Sprache wahrlich genug. Doch wie heißt es richtig? Angela Troni nimmt humorvoll und mit spitzer Feder die typischen Fehler aufs Korn, weist auf Fehlkonstruktionen hin und verknüpft sie mit unterhaltsamen Anekdoten. (Quelle)

Meine Meinung: Ich habe bereits Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod gelesen und fand die Sammlung dieser Zwiebelfisch-Kolumne unterhaltsam. Da dieses Buch jedoch sehr stark von den persönlichen Eingebungen des Autors lebt – typisch Kolumne eben – wollte ich gern noch ein anderes Buch aus diesem Bereich lesen und da dieses mit „Sprachliche Stolperfallen und wie man sie umgeht“ und „Mit einfachen Merkregeln für jedermann“ warb, habe ich zu diesem Buch gegriffen.
Nach einem kurzen Vorwort sind von der Autorin vier unterhaltsame Tests aufgeführt, die gleich zum Ankreuzen einladen. Nach einem kurzen Test „Welcher Grammatik-Typ sind Sie?“  folgt der „Greenhorn-Test“ (einfach), der „Otto-Normalverbraucher-Test“ und der „Profi-Test“.
Anschließend sind die Stolperfallen alphabetisch aufgelistet von „abber Arm“ bis „zumindest/mindestens/zum mindesten“. Dabei ist die Struktur bei jedem Unterpunkt gleich: Die Stolperfalle wird geschildert wobei die Autorin zwanghaft versucht den Text durch Wortspiele humorvoller zu gestalten. Selbstverständlich werden auch Beispiele genannt, doch die sind manchmal einfach zu banal, dass sich das Lesen nicht wirklich lohnt. Erklärungen erfolgen sehr häufig durch Fachbegriffe, die man, wenn sie nicht sitzen, in einem Glossar nachlesen kann. Ich hätte mir gewünscht, statt des ganzen „Bla bla“ lieber ein Wort mehr zur Erklärung lesen zu können, so dass sie die Fachbegriffe auch ohne Verwendung des Glossars verständlich sind. Manchmal wird dieser Text noch durch eine Aufzählung von „Merkregeln“ ergänzt, doch durch die Masse, ist es eigentlich unmöglich sich diese zu merken.
Im Anschluss folgt eine Tabelle, die richtige und falsche Beispiele gegenüberstellt. Dabei sind die Beispiele zum Teil so einfach und offensichtlich gewählt, dass die Regel zwar deutlich wird, doch die Augen beim Lesen des falschen Teils sehr schnell schmerzen. Dieser Teil ist wirklich schwer zu lesen und wurde von mir bald ausgelassen. Doch irgendwann haben mir auch die Texte nicht mehr zugesagt, weil sie sehr übertrieben zwanghaft humorvoll sein sollten, bei Dingen, die eigentlich nicht humorvoll sind, wie z.B. die Grammatik – und ich habe die Lektüre nach drei vierteln abgebrochen.
Das Buch liest sich für mich demnach mehr wie ein Nachschlagewerk zur Grammatik, statt wie ein Buch, das in kleinen Abschnitten gelesen werden möchte. Dumm nur, dass es kein Verzeichnis der Stolperfallen gibt, so dass man tatsächlich nachschlagen könnte.

Fazit: Das Buch ist zu Recht nicht mehr im Print-Verlagsprogramm. Es gibt eindeutig bessere und humorvollere Bücher, um einem die deutsche Sprache näher zu bringen. Eindeutig eher Nachschlagwerk statt humorvolle Lektüre, doch ohne Werkzeug zum Nachschlagen. Nicht einmal geeignet als gute Klo-Lektüre. Die Teste sind jedoch ganz witzig.

Buchdaten: Die dööfsten Deutschfehler – Angela Troni
Genre: Sachbuch

ebook

202 Seiten

Heyne

Erschienen: Mai 2006

ISBN: 978-3-89480-970-6
Preis: 6,99

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