Terry Goodkind – Dunkles Omen

Es geht direkt weiter…

Dunkles Omen ist der erste Teil einer Reihe mit dem Titel Die Legende von Richard und Kahlan welches an die elfbändige Reihe Das Schwert der Wahrheit anschließt. Des Weiteren gibt es noch den lose anknüpfenden Roman Das Gesetz der Neun, welchen man jedoch zum Verstädnis nich gelesen haben muss.

Zum Inhalt: Das Schwert der Wahrheit endete mit der Hochzeit von Cara und BenjaminMeiffert. Dunkles Omen beginnt nundirekt nach dieser Hochzeit, zu der eine Vielzahl von Gesandten oder Herrscher derLänder D’Haras und der Midlands angereist sind. Doch die Stimmung kippt schnellnachdem plötzlich nicht nur Menschen mit einem Funken der Gabe fürProphezeiungen solche aussprechen und in den Tiefen des Palasts eine Maschinegefunden wird, die ebenfalls Prophezeiungen ausspricht. Schnell wird klar, dasseine neue Bedrohung für Richard und Kahlan heranrückt… 

Meine Meinung: Nachdem mir Das Schwert der Wahrheit gut gefallen hat, musste ich natürlich auch mit dieser neuen Reihe beginnen. Diese trägt nun einen neuen Titel – vermutlich da das Schwert der Wahrheit als Schlüssel für die Kästchen der Ordnung fungierten und nun somit dieses Geheimnis gelüftet wurde, denn selbstverständlich ist das Schwert wieder mit von der Partie – der eigentlich überflüssig ist, da Dunkles Omen direkt an Konfessor anschließt. Dennoch habe ich erwartet, dass langwierige Wiederholungen aus Das Schwert der Wahrheit Seiten füllen würden, doch dies blieb erstaunlicherweise aus. Wenn es Wiederholungen gab, dann nur kurze und nur an den nötigsten Stellen. So soll es sein! Dies hat jedoch zur Konsequenz, dass Neueinsteiger, die von der Bezeichnung „Erstes Buch“ angelockt werden, es sehr schwer haben werden, die Zusammenhänge zwischen den Charakteren zu verstehen.
Dieses Buch hat einen eindeutigen Schwerpunkt, den man besonders an der Worthäufigkeit erkennen kann: die Prophetie. Hier hat Goodkind einen bereits bekannten Inhalt aus den vorigen Werken in den Fokus gesetzt – und das, wie ich finde, nicht sehr vorteilhaft, da dieser magische Zweig wie er bei Nathan zum Tragen kommt, hier keine Rolle spielt. Kaum ist Frieden in die Welt eingekehrt und die Länder sind unter Richards Herrschaft vereint, der ihnen zum ersten Mal eine freie Meinung und eine freie Lebensgestaltung zugesteht. Wie dankt ihm das sein neues Volk? Sie stellen ihn in Frage, da er ihnen die Prophezeiungen vorenthält, und wirken allgemein wie einer Gehirnwäsche unterzogen. Natürlich kann man Argumente finden, wieso Goodkind dies so gestaltet hat und dies ergibt auch einen Sinn, so haben diese Menschen immer gesagt bekommen, was sie tun sollen und können ihr Leben nicht einfach selbstgestalten, doch warum in aller Welt, lässt Goodkind nicht einmal Ruhe einkehren? Den Frieden genießen, Richard endlich mal für einen Moment leben lassen. Jeder normale Mensch wäre an seiner Stelle schon längst vollständig ausgebrannt. Nein, der arme Kerl bekommt nicht einmal die Möglichkeit ENDLICH einmal seine Gabe wirklich verstehen zu lernen und so aktiv zaubern zu können, anstatt alles nur intuitiv zu machen. Ich glaube dieser Punkt hat mich am meisten gestört. Schnell muss wieder eine Bedrohung her, für die schönen Seiten im Leben ist keine Zeit. Dabei ist das Buch erstaunlich kurz – jedenfalls viel kürzer als die anderen. Zwar hat es gut 600 Seiten, doch vergleicht man die Schriftgröße, ist dieses Buch wirklich kürzer. So bleibt natürlich kein Raum für solche Banalitäten wie eine Magieausbildung. Ohnehin wirkt es so, als hätte Goodkind den zweiten Teil  einfach weggelassen. So habe ich immer gewartet, wann Richard endlich aufbricht um mehr über die Maschine in Erfahrungzu bringen, stattdessen – hups Ende. Das „Finale“ hat sich nicht wirklich angekündigt und die Schlussfolgerung, wie Kahlan zu retten ist, muss Richardmal wieder eingegeben worden sein, denn aus den aktuellen Überlegungen hat sich dies nicht erschlossen. Es wirkt eher wie „die Zeit wird knapp, schreib ich mal das Ende“. So wirkt es, obwohl es spannend ist, irgendwie wie ein Film, den manan einer spannenden Stelle eingeschaltet hat.
Der Wiedereinstieg in diese Welt ist mir jedenfalls sehr leicht gefallen. Die Charaktere und groben Zusammenhänge waren sofort wieder präsent. Dennoch habe ich an einigen Punkten Ungereimtheiten bemerkt, die vielleicht doch auf Erinnerungslücken basieren. Wie kann es z.B. sein, dass die Maschine schnell als solche erkannt wird, wo diese Welt sonst nur aus Magie besteht? Natürlich hat die Gruppe um Richard das Geheimnis um die Maschine noch nicht gelüftet – ich bin gespannt, über wie viele Bücher sich diese Rahmenhandlung ziehen wird – und vermutet hinter ihr eine Art Magie, doch ich hätte wesentlich mehr Skepsis bei einem solchen „Ding“ erwartet, denn mehr dürfte die Maschine anfangs noch nicht für sie sein. Einweiterer Punkt ist der Strafer. Dieses Folterinstrument der Mord-Sith funktionierte irgendwann in Das Schwert der Wahrheit nicht mehr, da es die Bande zum Lord Rahl nicht mehr gab. Nun funktionieren diese zwar wieder, und dies obwohl die Andacht, die die Bande aufbaut, nicht mehr abgehalten wird, doch auch die Strafer der Mord-Sith, die nicht in Richards Diensten stehen, funktionieren –und das verstehe ich nun gar nicht.
Trotz allem hat mir das Buch gut gefallen. Ich mag es einfach zu liebgewonnenen Charakteren zurück zu kommen und mehr über sie zuerfahren. Der Plot ist eigentlich auch gut und in sich schlüssig konstruiert. Miteiner kleinen Erholungsphase zu Beginn des Buches oder vielmehr der Reihe, würde der Kontrast des eigeneartigen Verhaltens der Gesandten deutlicher und damit auch wirkungsvoller werden. Goodkinds Schreibstil ist gleichbleibend gut, das heißt für mich, ausführlich, damit Atmosphäre geschaffen werden kann. Im Vergleich zu den Vorgängerbänden hat er nicht nur die Wiederholungen gekürzt, sondern auch den „erhobenen (moralischen) Zeigefinger“. Zwar könnte man, die Bezeichnung „Abt“ und „Bischoff“ als Verbindung zur Realität betrachten und damit als Kritik an den realen Äquivalenten sehen, doch verhalten sich die Figuren im Buch gänzlich anders und vor allem unreligiös, dass ich diesen Teil vollkommenan den Haaren herbei gezogen finde. Goodkind hat somit dazugelernt.

Fazit: Mit einer Erholungspause für Richard und etwas mehr Inhalt hätte das Buch eines von Goodkinds Besten werden können, da er endlich seine „alten Fehler“ reduziert und somit ein Buch geschaffen hat, das sichwirklich sehr gut lesen lässt. Es wurden viele Handlungsstränge angefangen und noch nicht beendet, so dass sich die Leserschaft auf weitere Bände freuen kann. Diese Serie hat auf jeden Fall das Potential ebenso gut und komplex zu werden, wie das Das Schwert der Wahrheit. Diese Serie hatte auch Höhen und Tiefen. Für Neueinsteiger nicht zu empfehlen, da das grobe Wissenvon Das Schwert der Wahrheit vorausgesetzt wird.

Buchdaten:  Dunkles Omen – Terry Goodkind
Aus der Reihe: Die Legende von Richard und Kahlan
Genre: Fantasy
608 Seiten
Blanvalet
Erschienen: 20. Februar 2012
ISBN:  978-3-442-26838-2
Originaltitel: The Omen Machine
Preis: 10,00€
Leseprobe und weitere Informationen gibt es >>hier<<.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anonymous sagt:

    weiss jemand wann der zweite teil veröffentlicht wird?

  2. horrorbiene sagt:

    Hallo, ich habe auf der Autorenseite bisher noch nicht von einem Veröffentlichungstermin des zweiten Bands auf englisch gehört, daher wird es wohl noch etwas dauern…

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