Richard Schwartz – Der Kronrat

Das Geheimnis von Askir geht zuende…

Der Kronrat ist der secshte und letzte Teil der Saga Das Geheimnis von Askir, welche jedoch mit Die Götterkriege fortgesetzt wird. Eine genaue Übersicht über die Saga befindet sich weiter unten.

Zum Inhalt: Die Gefährten um den Krieger Havald sind endlich am Ziel: in der Hafenstadt Askir. Doch die Allianz wird erschüttert. Durch eine Weissagung erfährt Havald, dass er den Krieg der Götter auslösen wird und es ihm bestimmt ist, gegen seinen letzten Gegner zu verlieren. Wenn sich die Prophezeiung erfüllt, bedeutet dies Havalds Tod … (Quelle)

Horrorbienes Meinung: Was für ein Buch. So viele Eindrücke, so viel Neues erfahren, so viel Spaß gehabt. All das, was die Reihe für mich so interessant gemacht hat, wird hier fortgesetzt und auf die Spitze getrieben. Schwartz brilliert mit Szenen, die mit Humor und Wortwitz ausgestattet sind und schafft es in den vielen Episoden des Buches immer wieder auf’s Neue, den Leser rätseln zu lassen. Gerade dieses Miträtseln und damit auch Mitfiebern, macht dieses Buch bzw. die gesamte Reihe so außergewöhnlich, mitreißend und genial. Dies ist in der Form nur möglich durch die perfekt inszenierte Erzählperspektive: Wir erleben die Geschichte mit den Augen Havalds, der zwar ein General ist, doch vom Militär und dessen hirarischen Strukturen im Grunde keine Ahnung hat und der ein Mann ist und daher manche Dinge um ihn herum anders wahrnimmt. Wir rätseln mit, kämpfen und freuen uns mit ihm. Wir können manche Schlüsse eher ziehen als er und er schafft es Gedanken vor uns und seine Gefährten geheim zu halten. Diese Erzählweise ist einfach grandios und macht unheimlich Spaß zu lesen! Zwar habe ich immer noch das Gefühl, dass Das Geheimnis von Askir längst nicht gelöst und aufgeklärt ist, doch ist zwar Das Geheimnis von Askir zuende, die Götterkriege haben gerade erst begonnen – doch dabei wird sich glaube ich noch einiges ändern…
Endlich sind die Gefährten in Askir angekommen und treffen dort auf allerlei Bekannte und Bekanntes. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man vorher Die Eule von Askir gelesen hat, denn dann ist es wie nach Hause kommen. Durch die Verstrickung der Serie mit dem Buch kennen wir schon eine Reihe von Charakteren in Askir und so spart Schwartz hier viel Raum für Charakterbeschreibungen und Hintergründe, die hat er geschickt ausgelagert – ein raffinierter Schachzug wie ich finde. Diesen Raum hat er auch bitter nötig. In Der Kronrat passieren so viele Dinge, so vielen Rätseln muss auf die Spur gekommen werden und noch mehr Bündnisse müssen für den kommenden Krieg geknüpft werden, dass das Buch eigentlich keine gradlinige Story aufweist, sondern von Episode zu Episode hüpft. Jede für sich ist entweder spannend, gefühlvoll oder auf eine Rätsellösung aus. Doch gerade durch diese Masse an Einzelepisoden gekoppelt mit der Länge des Buches, machen es etwas undurchsichtig in dem Sinne, dass der Leser im Vorfeld nicht weiß, was als nächstes kommt und man sich am Ende nicht mehr komplett an alle einzelne Teile erinnern kann, weil einfach so viel passiert ist. Die Ereignisse überschlagen sich zum Teil. Daher fehlt irgendwie der rote Faden und die Gesamthandlung. Nur eines ist klar: Im Vorfeld des Kronrats gibt es viel zu tun und dies wird das Finale sein. Dennoch wiegt dies nur gering: Gerade die Fülle und die Tragweite der Ereignisse machen dieses Buch aus, schließen viel vom Geheimnis von Askir ab und legen Grundsteine für die Götterkriege. Ich wollte stets wissen, was Schwartz als nächstes für die Gruppe geplant hat. So bleibe ich nach der Lektüre von Der Kronrat zwar um einiges informierter zurück, doch das Ende… Bei dem Ende, bin ich nur froh, dass ich die bereits erschienenen Teile der Götterkriege bereits im Regal stehen habe und der dritte Teil bereits in den Startlöchern steht!

Horrorbienes Fazit: Das Miträtseln, Mitfühlen und Mitfiebern hat mir bei diesem Buch unheimlich Spaß gemacht. Es brilliert durch Humor und Wortwitz, die grandios umgesetzte Ich-Perspektive und das vor allem durch das Miträtseln. Das Geheimnis von Askir ist für eine Reihe, die ich immer wieder lesen könnte, weil sie mir beim Lesen so viel Freude bereitet. Dennoch fehlt diesem Buch für die perfekte Bewertung (10/10) die Rahmenhandlung. Doch da die einzelnen Episoden so jeweils für sich entweder spannend oder gefühlvoll sind, ist dies nicht weiter schlimm…

Steppenwolfs Meinung:  Wir sind in Askir angekommen. Ich hatte es schon fast nicht mehr für möglich gehalten, aber unsere Helden haben ihr Ziel erreicht. Nun heißt es für Havald die Zweite Legion wieder aufzubauen und Leandra kann ihr Anliegen endlich dem Kronrat vortragen. Doch natürlich wird das alles nicht so einfach, wie man sich denken kann. Es gilt immer noch Askir davon zu überzeugen, dass ein Krieg unvermeidlich scheint und die Bedrohung wahrhaftig ist.
Statt hier den Handlungsfaden schnell zu einem Ende zu bringen wird noch einmal weit ausgeholt. Zudem liegt hier die erweiterte Neuausgabe vor, was diesen Teil zu dem bisher längsten macht. Alte bekannte aus Die Eule von Askir tauchen auf, was zeigt, wie wichtig es war diesen Roman zuvor gelesen zu haben. Die eigentliche Handlung rückt zeitweilig etwas in den Hintergrund, dafür gibt es eine Fülle an gelungenen Szenen, die auch mal Zeit für vermeintlich „Unwichtiges“ hatten. Für Fans ist das natürlich ein großer Bonus, so gab es einige Textpassagen, die in der alten Ausgabe komplett fehlen.
Nach wie vor fiebert man eifrig mit den Gefährten zusammen. Dabei ist es Schwartz gut gelungen, die Geschichte gerade so undurchsichtig zu gestalten, dass sie nicht augenscheinlich vorhersehbar ist und dennoch spannend. Alle Hindernisse, auf welche die Helden stoßen laden zum mitüberlegen ein und so wurde jede Lesepause für eigene Gedankenspiele und Schlussfolgerungen genutzt, nur um sich dann schnell dem nächsten Kapitel zuzuwenden, um zu erfahren wie es tatsächlich weitergeht.
Havald hat nun schon seit längerem den Ring des Generals an seinem Finger, womit er einen hohen Rang in der Reichsstadt inne hat. Da er sich selbst ungern in der Rolle des Anführers sieht, diese aber dennoch sehr gut ausfüllt, ergaben sich manch amüsante Szenerien. Schade fand ich, dass Leandra sich, wie man auch schon vorher bemerkte, zusehends ausschließlich auf ihre Mission zu konzentrieren schien. Aber letztlich war auch das zu verschmerzen, denn im Kronrat herrscht eine bis dato nicht dagewesene Charakterfülle. So mögen einige Gefährten zwar nicht mehr dabei sein, aber neue kommen hinzu und es gibt etliche überraschende Wendungen und Geschehnisse, dass das Lesen niemals langweilig wurde.
Ich war besonders darüber erfreut, dass nun einiges an Hintergrundinformationen geliefert wurde. So haben unsere Helden viel herausgefunden über das alte Kaiserreich. Leider wurden auch wieder einige neue Fragen aufgeworfen, die längst nicht alle beantwortet wurden. Somit dürfte genug Material für die Folgeserie Die Götterkriege vorhanden sein. Dem Gehimnis um Askir mag man nach und nach auf die Spur gekommen sein, aber die Geschichte ist damit noch lange nicht zuende.
Der Kronrat führt, wie auch alle Bände zuvor, die Handlung nahtlos weiter, lässt den Leser aber auch mit gemischten Gefühlen zurück, denn es gibt einfach noch so viel zu erzählen. Das Finale war zudem recht unerwartet und es ist letztlich offener gestaltet, als ich zunächst vermutet hatte. Die neue Serie verspricht nicht minder spannend zu werden.
Was äußerst positiv auffällt, ist die gleichbleibende Qualität der gesamten Reihe. Es gab keinen Aussetzer, immer wieder neue Spannungskurven, einen ganz ausgezeichneten Erzählstil und ein Wechselbad der Gefühle, sodass man lachen, weinen, hoffen und mitfiebern konnte. Alles was ich von guter Fantasy erwarte und es fehlt nur ein Quäntchen zur Höchstpunktzahl, was im zeitweiligen Fehlen des Handlungsfadens begründet liegt. Auch hat mir der vorige Teil ein ganz klein wenig besser gefallen und war in sich vielleicht eine Idee geordneter.

Steppenwolfs Fazit: Mit dem Kronrat findet Das Geheimnis von Askir ein Ende. Aber kein wirkliches, es bleibt reichlich Material übrig für die neue Serie. Wieder einmal war es spannend mit Havald und seinen Gefährten in diese Welt einzutauchen. Tolle Charaktere, eine mitreißende Geschichte und die Aussicht auf mehr. Selten habe ich eine Buchreihe so gern gelesen wie diese und ich könnte sie immer wieder lesen. Ein starkes Finale einer großartigen Serie.

Zur Neuauflage: Die erweiterte und überarbeitete Neuaufage ist vor allem erweitert. Sie ist um einiges länger, als die ursprünglich Ausgabe. Während ich die Neuauflage gelesen habe, habe ich parallel im anderen geblättert: Zum Teil wurde der Text um Kleinigkeiten ergänzt, doch auch ganze Passagen und Episoden sind in der Neuauflage hinzugekommen. Deren Kenntnisse sind zwar nicht zwingend notwendig, um die Gesamthandlung zu verstehen, doch wer solche Freude am Lesen der Reihe hat wie ich, ist über jeden Bonus dankbar. Viele Teile die unter den Tisch gefallen sind, fand ich jedoch nicht unerheblich für die Atmosphäre. Zudem ist diese Ausgabe überarbeitet. Dies bedeutet zwar nicht, dass alle Recht-schreibfehler vollständig getilgt wurden (Hauser statt Häuser ist mehrmals aufgefallen), doch auch Kleinigkeiten in der Reihenfolge der Sätze sind anders. Ich bin sehr froh, dass ich die Neuauflage gelesen habe, denn sie ist doch um einiges reicher als die alte Ausgabe. Wem also die Reihe gefallen hat und die Neuauflage noch nicht kennt, dem kann ich nur nahelegen, diese noch zu lesen!

Buchdaten: Der Kronrat – Richard Schwartz
Aus der Reihe: Das Geheimnis von Askir – Teil 6
Genre: Fantasy
Taschenbuch
720 Seiten
Piper
Erschienen: Juni 2011
ISBN: 9783492268226
Preis: 9.99€

Übersicht der Saga:

Das Erste Horn Die Zweite Legion Das Auge der Wüste Der Herr der Puppen
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
Die Feuerinseln Der Kronrat Die Eule von Askir
Teil 5 Teil 6 Einzelband
Rezension Rezension Rezension
Die Rose von Illian Die weiße Flamme Götterkriege 3 Götterkriege 4
Teil 7 Teil 8 Teil 9 Teil 10
Rezension Rezension Rezension Erscheint bald!

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. DNob sagt:

    Wie ich sehe, seid Ihr wie angekündigt umgezogen. Ich gratuliere zu der wirklich gelungenen Web-Site. Es macht Spaß Eure Kommentare zu lesen und es ist ultra informativ.
    Als langjähriger Fan der Askir-Serie freue ich mich über Eure positive Rezession. Auch für mich ist diese eine der interessanten Zyklen zurzeit im Bereich Fantasy.
    Wir Fans sind bei Piper-Fantasy organisiert. Schaut doch mal bei uns vorbei. Wir haben dort eine sehr aktive Fan-Homepage (http://www.piper-fantasy.de/?q=/forum/699) in der sich z.B. Richard Schwartz regelmäßig zu Wort meldet.
    U.a. kann man dort auch die ersten Seiten eines Wiesel Einzelromans lesen. (http://www.piper-fantasy.de/node/4936). Dieser ist noch nicht geschrieben und veröffentlicht, spielt parallel zu den Ereignissen im Kronrat und verdeutlicht, was in Askir passierte als die Flutwelle ankam, die die Zerstörung der Feuerinseln auslöste.

  2. GrandGyron sagt:

    Hey bin auch ein Leser aus Piper-Fantasy und finde eure beiden Meinung sehr treffend. Ihr bringt die Qualitäten des Buches ziemlich genau auf den Punkt. Auch mich freut es, wenn jemandem die Askir-Serie gefällt. Und natürlich freuen wir uns auch schon auf eure Teilnahme in unserem Forum 😉

    1. horrorbiene sagt:

      Machen wir, wenn wir „auf dem Stand der Dinge sind“. Wir sind schon ein paar einmal auf ein paar Spoiler gestoßen, weil uns noch so viel fehlte. Mittlerweile sind wir ja wieder gut dabei, so dass im Juli hoffentlich gleich Teil 3 der Götterkriege gelesen werden kann.

  3. leseratteffm sagt:

    Hach! Ich teile Eure Begeisterung voll und ganz. Selten konnte ich in letzter Zeit so begeistert in eine Serie eintauchen und selten war mein Schlafdefizit höher :-))).
    Und ich habe noch soooo viele Bände vor mir!! Da jubelt die leseratteffm nur so vor sich hin.
    Danke, denn Ihr beide habt mich aus Askirs Spur gesetzt!!!!!

    1. horrorbiene sagt:

      Kein Ding. Ich freu mich schon riesig auf das Finale – soll ja 2015 abgeschlossen werden. Zu dem Anlass werde ich alles noch einmal lesen. Das wird toll. 🙂

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