Brandon Sanderson – Krieger des Feuers

Die Trilogie nimmt an Fahrt auf

Zum Inhalt: Die Welt ist düster und leer. Asche regnet von Himmel, emporgeschleudert von gewaltigen Aschebergen, und nachts verhüllen weiße Nebel die Erde. Die Menschen vom Volk der Skaa, die dieses karge Land bewohnten, wurden über tausend Jahre von dem gottgleichen Obersten Herrscher und den hohen Fürsten des Letzten Reiches grausam unterdrückt und versklavt. Dann geschah das scheinbar Unmögliche: Der Rebellenanführer Kelsier und seine Armee von Nebelgeborenen, magisch bgegabten Menschen, die über die allomantischen Kräfte der Metalle verfügen, stürzten das Letzte Reich und töteten den Obersten Herrscher. Doch auch Kelsier starb, so dass nun seine Nachfolgerin Vin zusammen mit ihrem Geliebten Elant Wager, dem neuen König des Zentralen Dominiums, vor dem Scherbenhaufen des Letzten Reiches steht. Und während die alten Fürsten des Reiches zum Krieg sammeln und Vin König Elant vor immer neuen Anschlägen schützen muss, kann den Nebelgeborenen nur noch eine geheimnisvolle Macht in den Bergen helfen: die sagenumwobene Quelle der Erhebung … (Klappentext)

Meine Meinung: Die Mistborn-Trilogie startete mit Kinder des Nebels sehr vielversprechend. Es war ein Buch dem zwar der herrliche Humor von Sturmklänge und die Vielschichtgkeit von Der Weg der Könige/Der Pfad der Winde fehlte, aber dennoch nicht minder gut geschrieben und fesselnd war. Als besonders habe ich die sehr gradlinige Handlung empfunden. Zwar erleben wir die Geschichte mitunter aus anderen Perspektiven, doch gibt es keine parallelen Handlungsstränge, die irgendwann verknüpft werden müssen. Ebenso gibt es zwar verschiedene Schauplätze, doch ergeben sie sich aus der zeitlichen Reihenfolge. Dies setzt Krieger des Feuers fort. Zwar kommen einige neue Perspektiven von bekannten Charakteren hinzu, doch die Gradlinigeit geht nie verloren.
Ein entscheidener Kritikpunkt des ersten Bandes, nämlich, dass der Erzählstrang z.T. etwas lagwierig und langatmig war und ich mitunter nicht wusste, worauf alles hinauslaufen soll, lässt sich auch hier deutlich erkennen. Das Ende des ersten Bandes versprach einen großen Umbruch in Luthadel, dessen Auswirkungen im zweiten Band ausführlich behandelt wuden. So blieb wieder viel Paltz zum Atmosphärenaufbau und Charakterentwicklung, doch die Spannug kam leider in großen Abschnitten zu kurz und die Frage, worum es eigentlich geht kommt wieder auf. Erst an einer Stelle auf Seite 700+ wurde aufeinmal die Spannung „angeschaltet“ und diese blieb bis zum Ende hoch. Belohnt wurde ich erneut durch ein spannendes Finale mit absolut unerwartetem Ausgang. Nun ist mir eindeutig klar, auf was Teil drei hinauslaufen wird – und Teil drei verspricht wirklich grandios zu werden.
Sanderson schafft es hier die liebgewonnenen Charaktere des ersten Bandes noch vielschichtiger erscheinen zu lassen und gibt ihnen ausreichend Raum zur Entwicklung. Zusätzlich zu Vin, haben sich nun Elant, Vins Geliebter, und der Haushofmeister, Bewahrer und Ferrochemiker Sazed zu Hauptcharakteren emporgeschwungen. Gerade Sazed ist mir sehr sympathisch geworden und zu meinem persönlichen Lieblingscharakter geworden. Durch ihn wird die metallbasierte Magie der Allomantie durch die Ferrochemie erweitert. Allomanten wie Vin ziehen Kraft aus Metallen und können je nach im Magen „verbranntem“ Metall bestimmte eigene Fähigkeiten begrenzt verbessern. Ferrochemiker dagegen speichern ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten in Armreifen, Ringen u. Ä. aus bestimmten Metallen und können auf diese Reserven bei Bedarf zugreifen. So können sie mitunter noch größere Kräfte entwicklen als Allomanten. Zudem entdeckt Vin eine weitere Legierung die sie nutzen kann. Die Geschichte um die Nebelgeborenen bekommt auch in magischer Hinsicht mehr Tiefgang.
Schön ist auch, dass im Angang im Ars Arcanum die Eigenschaften der Metalle aufgelistet sind. Ergänzt wird der Anhang durch ein gelungenes und sinnvolles Glossar und einer Zusammenfassung des ersten Bandes und zwei s/w Karten. Letzteres sollte eigentlich als Standart für eine Reihe oder Trilogie gelten, da die einzelnen Teile zumeist in einem größeren Abstand erscheinen.

Fazit: Sanderson setzt seine Mistborn-Trilogie mit Krieger des Feuers in gleichem Stile fort: Einer ziemlich langen Phase von Charakterentwicklung, Geschichten- und Atmosphärenaufbau folgt ein Finale bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Eigentlich hatte ich geplant – wie schon nach Band eins – ein anders Buch dazwischen zu schieben, doch das Ende ist so unerwartet, dass ich gleich mit dem dritten Band weitermachen muss. Die Geschichte um die Nebelgeborenen nimmt endlich Fahrt auf und verspricht ein packendes Finale.

Buchdaten: Krieger des Feuers – Brandon Sanderson
Teil 2 der Mistborn-Trilogie
Genre: Fantasy

Taschenbuch
992 Seiten
Heyne
Erschienen: 04. Januar 2010
ISBN: 978-3-453-52337-1
Originaltitel: The Well of Ascension, Mistborn 2
Preis: 15,00€

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