Marlisa Szwillus – Asiatisch gut gekocht!

Nichts für Hobbyköche „vom Dorf“

Zum Inhalt: Kochen wie in Asien – das geht ganz einfach auch am heimischen Herd. „Asiatisch gut gekocht“ ist eine kulinarische Reise durch die vielfältigen Regionen des größten Kontinents. Neben vielen authentischen Rezepten erklärt es die wichtigsten Gartechniken, zeigt den Umgang mit exotischen Obst- und Gemüsesorten, Gewürzen und Aromen und gibt in sieben Länderreportagen mit stimmungsvollen Fotos Einblick in die Kultur und kulinarische Tradition Asiens. (Quelle)

Meine Meinung: Hierbei handelt es sich um ein Grundkochbuch, bei dem man alle grundlegenden Techniken (Pfannenrühren, Schmoren, Dämpfen und Frittieren im Wok) der asiatischen Kochkunst erlernen kann. Dabei werden nicht nur asiatische Gewürze und Gewürzsoßen, sondern auch frisches asiatisches Gemüse verwendet. Der erste Teil des Buches widmet sich daher auch der Zutatenkunde. Welches frische Lebensmittel steckt hinter welchem putzig klingenden Namen und vor allem: Wie wird es zubereitet? Dieser Teil zeigt Schritt für Schritt Anleitungen, die genau erklären, was zu tun ist und was eventuell zu beachten ist. Auch alle Gewürze und Gewürzsoßen werden erklärt – für viele gibt es sogar ein eigenes Rezept. Zudem gibt es einen Überblick über die verschiedenen Reis- und Nudelgerichte.

Die Rezepte bieten ein breites Spektrum von Suppen über Currys zu Desserts. Dabei ist das Rezept optisch sehr gut aufgemacht und das Layout lässt das Rezept übersichtlich erscheinen. Großzügige Bilder runden es ab. Bei manchen Rezepten finden sich noch einige zusätzliche Tipps und Varianten. Der Punkt „Was wirklich wichtig ist“ hilft, damit das Gericht wirklich gelingt.

Beim ersten Durchblättern des Buches hat es demnach sofort gepunktet. Ich bekam sofort Appetit und wollte auf der Stelle loslegen. Doch da ergab sich schon das erste Problem: Viele Rezepte verlangen frisches asiatisches Gemüse, das es bei uns in der näheren Umgebung nicht zu kaufen gibt – und extra für ein Gericht 40 Minuten in die Stadt fahren, ist zum einen etwas übertrieben, zum anderen könnte man für das Benzingeld auch gleich asiatisch essen gehen. So ist es mir nicht gelungen die schönsten Rezepte, trotz eines wirklich gut sortierten Supermarktes was Gewürzsoßen angeht, exakt nachkochen zu können. Bei dem Rezept (Gebratene Eiernudeln), das ich mir dann ausgesucht habe, musste ich dementsprechend improvisieren. Doch da ergab sich schon die nächste Schwachstelle. Es wird empfohlen alle Zutaten schon vor dem Kochen fertig zu schneiden. Nun wollte ich die Karotten entsprechend präparieren und musste die Stelle suchen, wo stand, ob ich sie in Scheiben, schneiden, stifteln oder würfeln soll. Dies ist zwar nicht schlimm, doch nervig und spricht nicht für eine gute Vorgangsbeschreibung im Rezept. Im Vorfeld habe ich mir gedacht, ich probiere gleich die Variante (denn die war ohne frisches asiatisches Gemüse), doch die Vorgangsbeschreibung konnte ich überhaupt nicht mit der des Hauptrezepts verbinden und so habe ich letztendlich nach dem Hauptrezept gekocht. Doch ehrlich gesagt, habe ich bis auf die Soßen und die Nudeln eigentlich alles anders machen müssen.  Das Gericht hat letztendlich auch geschmeckt, doch die Mengenangaben haben hinten und vorn nicht gepasst. Das Rezept war für vier Personen ausgelegt, ich habe für zwei gekocht und entsprechend alles halbiert. Am Ende hatte ich jedoch noch zwei ganze Portionen übrig, zudem stimmte das Verhältnis Nudeln/Gemüse auch gar nicht und die Soße war fade – klar, es waren ja auch zu viele Nudeln! Ganz ehrlich, dass hätte ich mit einer Vollimprovisation besser hinbekommen!
Ein weiterer Minuspunkt ist das Format des Buches. Da es kein Hardcover ist, sondern einen flexiblen Einband hat, war es schwer das Buch während des Kochens aufgeschlagen zu lassen. Hierzu müsste man das Buch schon arg knicken, nur befürchte ich, dass dann mit der Zeit etliche Seiten herausfallen würden. Auch in gängigen Kochbuchständern war es nur schwer unterzubringen, da rettet auch das Lesebändchen nicht viel.

Fazit: Das Buch ist optisch wirklich sehr gelungen und auch die Theorie, die hinter der asiatischen Küche steckt, ist prima umgesetzt. Nachdem das Ergebnis des Nachkochens eines Rezeptes so ernüchternd war, habe ich erst einmal keine Ambitionen noch etwas auszuprobieren, vor allem, da in unserem Wohnort das frische asiatische Gemüse einfach nicht zu bekommen ist. Ich versuche bestimmt noch das eine oder andere Gericht, doch momentan greife ich wieder auf die bewährten Kochbücher zurück – oder improvisiere wieder.

Buchtdaten: Asiatisch gut gekocht! – Marlisa Szwillus
Genre: Kochbuch
Integralband
224 Seiten
Kosmos
Erschienen: 6. August 2012
ISBN: 978-3-440-13271-5
Preis: 19,95€

>>Hier<< kann man einen Blick ins Buch werfen und sich auch einen hübschen Trailer ansehen.

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