Dagmar Reichel – Komm zum Kaffeeklatsch

Neue Ideen, doch leider ohne Bilder

Zum Inhalt: Sich endlich mal wieder Zeit nehmen! Für einen gemütlichen Nachmittag mit Freunden, eine festlich gedeckte Kaffeetafel oder eine fröhliche Backparty. Das Buch lädt dazu ein, den Kaffeeklatsch so richtig gekonnt zu zelebrieren.
Schon die Vorbereitung wird zum Genuss: Liebevolle Ideen für schön gestaltete Einladungen, stilvolle Tischdekorationen und ein stimmungsvolles Ambiente. Kuchenklassiker, traumhafte Torten und moderne Trends wie Cake-Pops, Cupcakes und Bubble Tea werden die Gäste begeistern. (Quelle)

Meine Meinung: Einladungen zu einer Kaffeerunde sind wieder modern, so erklärt dieses Buch und ich stimme dem zu. Bei einer netten Kaffee- oder auch Teerunde mit einem schönen Stück Kuchen lässt es sich gut plaudern. Die in der Beschreibung angekündigten Ideen für Einladungen und Dekoration und neue Rezeptideen haben mich also zu diesem Buch greifen lassen.
Die Rezepte sind hier nach so skurrilen Oberthemen wie „Hast du morgen Zeit?“, „Klatsch am Buffet“, „Wir wollen feiern“, „Lass die Sonne rein“, „Wir machen es uns gemütlich“ und „Komm zur Backparty“ gegliedert. Die finde ich etwas arg an den Haaren herbeigezogen, man hätte auch Oberthemen wählen können, bei dem die Hobbybäckerin oder der Hobbybäcker sofort weiß, was dort zu finden ist – wie z.B. „Kleinigkeiten“, „Sommergebäck“, „Für die kalte Jahreszeit“ usw.
Ich habe bereits Bücher aus dieser Reihe und wie bei den anderen hat mich das Layout sehr angesprochen: Die Rezepte sind optisch sehr gut aufgemacht und übersichtlich. Großzügige Bilder runden es ab.  Bei manchen Rezepten finden sich noch einige zusätzliche Tipps und Varianten. Der Punkt „Was wirklich wichtig ist“ hilft, damit das Gericht wirklich gelingt. Und gut finde ich auch den Punkt „Zeitbedarf“, bei dem man auf einen Blick sieht, wie viel Zeit gebraucht wird. Praktisch vor allem dann, wenn der Teig z.B. gekühlt werden muss oder etwas gar einen halben Tag einweichen muss, so weiß man, welches Mitbringsel zeitlich noch in Frage kommt. Ebenso praktisch ist der Punkt „besonderes Werkzeug“ bei dem man sofort sieht, ob die eigene Küche mit allem Notwendigen ausgestattet ist. Leider, und das leider ist hierbei wirklich groß geschrieben und ist einer der Punkte, welcher zu dem massiven Punktabzug geführt hat: Die Bilder sind nicht passend zum Rezept. So ist z.B. beim Rezept für „Ofenschlupfer mit Himbeersauce“ eine Tüte mit Himbeeren abgebildet, das fertige Gebäck nicht. Bei „Gefüllte Häppchen mit Feigen und Pinienkernen“ ziert lediglich eine halbierte Feige das Rezept. Ich habe auch sehr gute Backbücher ohne Bilder (Das Gelbe von GU) und dort stört es mich nicht. Doch gerade weil ich enige andere Bücher der Reihe kenne, bei denen das nicht der Fall ist, stört es mich hier doch massiv. Vor allem jedoch weil ich bei manchen Rezepten keine Vorstellung habe, was das Gebäck ist und wie es aussieht (wie z.B. bei bei den genannten Beispielen) brauche ich mitunter eben Bilder. Dies zieht sich durch das gesamte Buch und als ich auf der Suche nach Rezepten zum Backen war, kamen komischerweise auch nur die mit Bild in die engere Auswahl, weil ich mir eben eine Vorstellung machen konnte, ob es mir und meinen Gästen schmeckt.
Auf den ersten Blick hat das Buch einen passablen Eindruck gemacht. Auf dem zweiten fiel doch auf, dass die Dekoideen sehr kurz abgehandelt wurden und Tipps und Tricks wie und man preiswert an Dekokleinigkeiten kommt oder selber machen kann fehlen für mein Verständnis – aber wer weiß, vielleicht lässt sich ja jemand von den kurzen Texten und den merkwürdigen Bildern (z.B. fotografiert in Augenhöhe der Tischplatte, so dass man die Kleinigkeiten richtig gut erkennen kann – Achtung: Sarkasmus!) inspiriren.
Die Rezepte sind soweit jedoch in Ordnung, die die ich nachgebacken habe, sind mir gelungen und schmeckten gut. Doch es gibt immer Ausschuss, so auch hier. Ebenso sind viele Rezepte dabei, bei denen ich improvisieren müsste, da bestimmte Dinge nicht in einem normalen Haushalt vorrätig sind, und außer dem Rezept nicht gebraucht werden. Ich mag es nicht, Zutaten für ein Rezept zu kaufen, bei dem noch viel übrig ist und dann den Vorratsschrank unnötig füllt. Ich habe eine kleine Küche mit wenig Stauraum und besorge mir daher nicht für ein Rezept Bananenlikör oder eine Madeleine-Form. Doch diese Dinge nehmen zum Glück keine Überhand.
Zwar habe ich beim gezielten Durchsehen für eine Veranstaltung nur drei Rezepte gesehen, die in Frage kamen, dennoch ist die Auswahl groß und für jeden ist etwas dabei. Ich habe schon einige Backbücher, doch hier konnte ich immer noch Neues entdecken.
Was mir nicht so gut gefällt, ist das Format des Buches. Da es kein Hardcover ist, sondern einen flexiblen Einband hat, war es schwer das Buch während des Backens aufgeschlagen zu lassen. Hierzu müsste man das Buch schon arg knicken, nur befürchte ich, dass dann mit der Zeit etliche Seiten herausfallen würden. Auch in gängigen Kochbuchständern war es nur schwer unterzubringen, wenn das Rezept nicht gerade in der Mitte des Buches steht.

Fazit: Das Buch leidet eindeutig an fehlenden Bilder zu dem fertigen Gebäck. Was nutzt mir ein Bild von Zutaten, wenn ich beim Durchsehen des Buches nicht gleich durch ein Bild auf das Gebäck aufmerksam werde und beim Backen weiß, wie es auszusehen hat, wenn es fertig ist?! Ansonsten ist das Layout des Buches prima. Dass das Buch Tipps für Einladungen und Tischdeko liefert finde ich arg übertrieben, denn für jedes Kapitel, die alle skurrile Namen tragen, ist eine Dekoidee mit einem Foto (z.T. aus seltsamer Perspektive) kurz geschildert. Die Rezepte an sich sind vielfältig und für jeden Gast lässt sich dort bestimmt etwas finden.

Buchtdaten: Komm zum Kaffeeklatsch – Dagmar Reichel
Genre: Kochbuch
Integralband
144 Seiten
Kosmos
Erschienen: 6. August 2012
ISBN: 978-3-440-13286-9
Preis: 14,95€

Aus dieser Reihe habe ich bisher vorgestellt:

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