Licia Troisi – Die Drachenkämpferin. Der Talisman der Macht

Geschickt inszeniertes Ende ohne große Überraschungen

Die Drachenkämpferin 3Die Drachenkämpferin – Der Talisman der Macht ist der dritte Band der Trilogie mit dem Titel Die Drachenkämpferin. Eine vollständige Auflistung erfolgt unten. Daher lässt sich der eine oder andere Spoiler leider nicht vermeiden.

Zum Inhalt: Die Streitmächte des Tyrannen brechen nun auch über das Land des Wassers herein. Die Armee besteht jedoch nicht nur aus Menschen, Gnomen und Fammin, Monstern, welche der Tyrann mittels Magie erschaffen hat, sondern auch aus den untoten Soldaten der freien Länder. Ein Sieg scheint aussichtslos, selbst mit der Unterstützung aus Zalenia. Es gibt nur noch einen Weg den Tyrann zu besiegen: Nihal muss den Talisman der Macht mit acht Edelsteinen bestücken, welche jeweils in einem Land der Aufgetauchten Welt in einem Heiligtum zu finden sind. Um an die Steine zu gelangen, muss sie zunächst die Wächter überwinden.
Während Nihals Reise muss ihr Lehrmeister Ido sich derweil seiner Nemesis stellen, er wird schwer verwundet. Nach seinem Erwachen ist alles anders und Ido muss einen Weg zurück zu seiner alten Stärke finden. Doch kann ihm das nach seiner schweren Verletzung gelingen?

Meine Meinung: Nachdem der letzte Teil eine klare Steigerung zum Ersten war, bin ich mir bei diesem nicht ganz sicher. Es geht zunächst auf demselbem Niveau weiter, aber leider gab es auch einige Stellen, die mir zu kurz, detailarm oder schlicht unspektakulär erschienen.
Der gesamte dritte Teil dreht sich um Nihals Reise zu den acht Heiligtümern, in denen sie die Steine für den Talisman der Macht finden kann. Ziemlich bald muss sie auf ihren Drachen verzichten, um kein großes Aufsehen zu erregen. Das ist zwar logisch, jedoch schmälert dies auch ein wenig die Freude, da man nach dem Buchtitel ja nun immer davon ausgehen muss, dass Drachen eine zentrale Rolle spielen – nur tun sie das in der gesamten Trilogie eigentlich nicht wirklich. Ich hätte mir an manchen Punkten gewünscht, dass Nihals Beziehung zu ihrem Drachen Oarf etwas ausführlicher behandelt würde. Diese Detailarmut setzt sich auch in den Entwicklungen und vor allem Beschreibungen der Charaktere fort. So manches Mal hätte ich mir ganz einfach noch ein bisschen mehr Charaktertiefe gewünscht. Es gab durchaus gute Ansätze in Band zwei und ich hoffte hier nun auf eine Ausweitung, doch wurde vieles leider nicht mehr angesprochen. Dennoch, bei dem ein oder anderen Charakter hat man durchaus Neues erfahren und auch Entwicklungen waren zu erkennen – es hat eben nur die letzte Kleinigkeit gefehlt.
Die Reise Nihals gestaltete sich eigentlich als recht unspannend. Da konnte ich nicht so richtig mitfiebern. Die Heiligtümer waren zwar interessant gestaltet, die Wächter haben aber so manches Mal enttäuscht. Von großartigen Prüfungen war nicht viel zu sehen. Da hätte ich deutlich schwierigere Hindernisse erwartet, da sich nun ja auch beinahe das gesamte Buch um die Beschaffung der Steine dreht. Stattdessen bekommt man eine Nebenhandlung vorgesetzt, die die Fammin näher beleuchtet. Das hat mir gut gefallen, aber auch da hätte mehr kommen können und ein wirklicher Ersatz, war es auch nicht. Nach den ersten zwei, drei Heiligtümern, war der Ausgang der Reise eigentlich klar. Kein Platz mehr für große Überraschungen. Während der Reise kam es aber noch zu einem unerwarteten Wiedersehen mit einer Figur aus Band zwei. Hieran folgte eine gelungene Episode, welche einem näher brachte wie die Menschen unter Herrschaft des Tyrannen leiden. Das ist gut gelungen und kam auch an genau der richtigen Stelle, um den Leser bei der Stange zu halten.
Wäre man die ganze Zeit über bei Nihal gewesen, es hätte wohl mächtig Punktabzug gegeben, so aber wechselt die Autoren immer wieder den Schauplatz und Ido rückt mehr in den Vordergrund des Geschehens. Da er mir als Figur sehr gut gefällt, kam mir diese Entwicklung gerade recht. Sein Charakter wurde dadurch facettenreicher. Auch schreckt die Autorin nicht vor tragischen Ereignissen zurück, was die Geschichte glaubhafter macht.
Das Finale war jedoch alles andere als erwartet. Es war in der Tat recht unspektakulär. Aber dennoch ist es doch geschickt konstruiert und zündete erst ein wenig später, nachdem ich länger darüber nachgedacht habe. Es ist definitiv kein Standard-Finale und allein das finde ich schon mal sehr erfrischend. Es kann aber auch nicht darüber hinweg täuschen, dass ein wenig die Spannung gefehlt hat. Ich fühle mich nach wie vor hin- und hergerissen. Passend ist nach meinem Empfinden.
Was man dem Buch wieder einmal zugutehalten muss, ist die sehr gute Lesbarkeit und der flüssige Schreibstil. Die Karte war diesmal wirklich wichtig, um Nihal auf ihrer Reise begleiten zu können. Und trotz aller Negativpunkte, hat das Lesen einfach wieder Spaß gemacht.

Fazit: Der dritte Teil der Reihe kann die Steigerung des zweiten Bandes leider nicht auf dessen Niveau fortführen. Die Erwartungen an diesen Band waren recht hoch und durch die etwas langatmige, teilweise unspannende Reise und das zwiespältige Finale bleibt er hinter den Erwartungen zurück. Nichtsdestotrotz war das Lesen ein Vergnügen, nur hätte ich mir oftmals einfach nur ein wenig mehr gewünscht. Als Ganzes betrachtet aber eine grundsolide Fantasy-Trilogie, die man dem nicht allzu anspruchsvollen Leser nur empfehlen kann.

Buchdaten: Die Drachenkämpferin. Der Talisman der Macht – Licia TroisiBewertung_08_s
Genre: Fantasy
Taschenbuch
509 Seiten
Heyne
Erschienen: 4. Mai 2009
ISBN: 978-3453533035
Preis: 8,95€

Die Trilogie in der Übersicht:

Die Drachenkämpferin 1 Die Drachenkämpferin 2 Die Drachenkämpferin 3
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
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