N. K. Jemisin – Die Rivalin der Götter

Wenn ein Gottkind sterblich wird…

Die Rivalin der GötterDie Rivalin der Götter ist der dritte Teil einer Trilogie mit dem Titel Das Erbe der Götter (Im Original: The Inheritance Trilogy). Die Rezension kann daher Spoiler zu den ersten Bänden beinhalten. Eine vollständige Auflistung der Trilogie erfolgt unten.

Zum Inhalt: Der Gott Si’eh und die Sterbliche Shahar Arameri verlieben sich. Doch ihre Gefühle zueinander stehen unter einem schlechten Stern, denn ein weltumspannender, endloser Krieg steht bevor. Es gibt nur einen Weg, den Frieden zu wahren. Die junge Frau muss Si’eh verraten und zu ihrer Waffe im Kampf um die Herrschaft machen. Jetzt muss sich Shahar entscheiden zwischen ihren Gefühlen und ihrer Pflicht – zwischen dem Leben von Millionen und der Liebe, die ihr alles bedeutet … (Quelle)

Meine Meinung: In Band eins hat der Leser Yeines Entwicklung vom potentiellen Thronerben zur Göttin aus ihrer Sicht geschildert bekommen. Im zweiten Band hat die blinde, aber Magie sehende Dämonin Oree Shoth dem Leser ihr Leben mit den Gottkindern und ihrem Sonnenschein geschildert und wie sie eine Machtergreifung einer neuen Glaubensrichtung vereiteln können. So lag nach der Lektüre des Klappentextes und anhand der Cover die Vermutung nahe, dass dieser dritte Band aus der Sicht Shahar Arameris geschildert wird. Tatsächlich stimmt dies jedoch nicht. Der Leser erlebt diesen abschließenden Band aus der Sicht des Gottkindes Si’eh und bekommt so das erste Mal einen Einblick in die Welt der Götter. Si’eh, der Gott der Kindheit und des Unfugs begegnet zwei Generationen nach den Geschehnissen aus Band 2 im Palast Elysium einem Arameri-Zwillingspaar, der sechsjährigen Shahar und Dekarta. Die beiden sind noch unschludig und für Si’eh nicht typisch Arameri und so haben sie sein Interesse geweckt. Schließlich beschließen die drei Kinder Freundschaft zu schließen, doch dies hat fatale Folgen, aufgrund dessen Si’eh sterblich wird. Zudem verliebt er sich erst leicht in Shahar und dann richtig in Dekarta. Darüberhinaus bahnt sich wieder einmal eine große Gefahr für die Arameri an. Eine Gruppe Rebellen wollen die Arameri stürzen und haben dabei Unterstützung von einem bisher unbekannten Gottkind… Können die Gottkinder oder seine drei Eltern ihm helfen und das schlimme Ende für die Welt abwenden?
Band eins der Trilogie hat mich aufgrund des zwar geschickt inszenierten aber zu kunstvollen Schreibstils nicht überzeugen können, da die Erzählung der Protagonistin Yeine an manchen Stellen viel zu verschachtelt war. Band zwei hat mir da schon besser gefallen, da die Geschichte aufgrund der einfacheren Erzählweise leichter zu verstehen war, dennoch ist der Funke auch dort nicht übergesprungen, zum einen weil die Blindheit nicht authentisch geschildert wurde, zum anderen blieb alles trotz ausführlicher Schilderungen irgendwie zu abstrakt. Teil drei hat eben diese letztgenannten Schwächen ebenso. Si’eh ist ein Gottkind, sogar das älteste und gerade zu Beginn tritt er noch in dieser Gestalt auf und zeigt sich sehr undurchschaubar. Er liebt es Spielchen zu spielen und ist übertrieben grausam. Nach seiner Umwandlung beginnt er nicht nur zu altern, sondern auch sich zu verändern. Mir hat diese Entwicklung nicht wirklich gut gefallen, da er erst zu undurchschaubar war und hinterher irgendwie platter. Ohnehin hat es die Figur geschafft, die Sympathie, die ich im ersten Band noch empfunden habe, gänzlich zu verlieren.
Technisch gesehen legt Jemisin wieder einen ordentlichen Schreibstil an den Tag, den man zwar gut lesen kann, der jedoch nicht zu meinen Favoriten gehört. Am Ende des Buches fügt sich alles zu einem großen Finale zusammen, bei dem es um den Fortbestand der Welt geht. Viele Elemente der ersten Bände werden wieder aufgriffen und wirklich alle aufgekommenen Fragen werden nach meinem Empfinden ausreichend geklärt, so dass die Trilogie hier ein gutes und nach einem spannenden Finale vor allem ein  endgültiges Ende erfährt. Dies hat mir gut gefallen.
Ähnlich wie Band zwei hat diese Geschichte mehr Struktur als Band eins die grobe Richtung war klar. Dennoch empfand ich dieses Buch wie auch die anderen immer noch als sehr schwere Kost, ohne einen wirklichen Grund nennen zu können. Es liest sich einfach nicht so gut und mitreißend wie andere High-Fantasy.
Zwar spielt Band drei nach den Ereignissen des zweiten Bandes, doch dieser war für sich genommen so eigenständig, dass die Lektüre für den wissbegierigen Leser ausreichen würde – ähnlich wie schon nach Band eins. Doch für die Lektüre dieses Bandes ist die der ersten Pflicht, um manche Zusammenhänge besser zu durchdringen.

Fazit: Nachdem mich die ersten Bände nicht wirklich überzeugen konnten, hat mir Band drei zwar ganz gut gefallen, aber der Funke ist immer noch nicht übergesprungen. Mir persönlich gefällt einfach weder der Schreibstil noch die von der Autorin ersponnene Welt wirklich gut, schafft die Autorin es nicht, mir zu ermöglichen in ihre Welt einzutauchen. Sie ist irgendwie zu abstrakt, ohne aber oberflächlich zu sein. Ich kann nicht wirklich ausdrücken, was genau mir an der Trilogie nun nicht gefallen hat – außer die angsprochenen Unstimmigkeiten – und ich bin froh, dass ich sie nun geschafft habe. Von weiterer Lektüre von Büchern der Autorin werde ich glaube ich absehen.

Bewertung_07_hBuchdaten: Die Rivalin der Götter – N. K. Jemisin
Band zwei von Das Erbe der Götter
Originaltitel: The Broken Kingdoms
Genre: Fantasy
Taschenbuch
608 Seiten
blanvalet
Erschienen: 19. Dezember 2011
ISBN: 978-3-442-26671-5
Preis: 9,99€

Die Trilogie in der Übersicht:

Die Gefährtin des Lichts Die Rivalin der Götter
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
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