Leonora Christina Skov – Das Turmzimmer

Ein Familiendrama zum Miträtseln

Das TurmzimmerZum Inhalt: Dänemark, Anfang des 20. Jahrhunderts. An einem kalten Novembertag kehrt Nella als einzige Erbin in das Haus ihrer Familie zurück. Als junges Mädchen lebte sie dort zurückgezogen mit ihrer Mutter, der Autorin Antonia von Liljenholm. Begleitet wird Nella von ihrer Freundin Agnes, mit der sie gemeinsam das einst so prachtvolle Anwesen erkundet. Unter den knarrenden Dielenböden entdecken sie die Tagebücher der verstorbenen Verwalterin von Liljenholm und erkennen nach und nach, welche erschreckenden Geheimnisse das dunkle Haus jahrzehntelang verbarg. Doch die Geheimnisse lauern nicht nur in der Vergangenheit. Denn auch Agnes verschweigt ihrer Freundin etwas … (Quelle)

Meine Meinung: Der Klappentext klang sehr vielversprechend und so musste das Buch nicht lange ungelesen bei mir im Regal stehen. Nach anfänglicher Irritation ob des Schreibstils der Autorin, hat mich das Buch jedoch in seinen Bann gezogen und es war ganz schnell ausgelesen. Die Autorin hat mit Das Turmzimmer ein Buch geschrieben, dass auch in ihrer fiktiven Welt ein Buch ist. Das beudetet ihre Protagonistin Agnes hat ein Buch mit Vor- und Nachwort geschrieben und dieses veröffentlicht, wobei sie beim Schreiben Unterstützung durch die Protagonistin Nella bekam. Und eben dieses geschriebene Buch, das auch Das Turmzimmer heißt, hat Skov hier geschrieben. Dies hat mich am Anfang etwas irritiert, doch ich kam schnell in das Buch rein und was mich anfangs so fürchterlich irritierte, lernte ich während des Lesens nur um so mehr schätzen, denn gerade der Schreibstil der Autorin macht das Buch sehr lebendig und authentisch. Denn auch das fiktive Werk Das Turmzimmer ist klein klassischer Roman, sondern eher ein Tatsachenbericht, indem die Freundinnen das Mysterium um das Gut Liljenholm zu ergründen versuchen. Es ist in Ich-Perspektive geschrieben, doch die Ich-Erzählerin des Hauptteils ist mir ihrem Wissen auch nur minimal weiter als die Leser, da sie die gerade gewonnenen Erkenntnisse zu Papier bringt. Somit erzählt Agnes nicht mit all dem Wissen, dass sie und der Leser am Ende haben, sondern ist auch nur so schlau wie der Leser. Dies hat das Buch unheimlich spannend gemacht und man konnte mit den Protagonistinnen hervorragend mitfühlen, miträtseln und mitfiebern. Gerade das Miträtseln ist etwas, das mir beim Lesen immer besonders viel Spaß bereitet! Auch wenn man das Buch thematisch eher als ein Familiendrama bezeichen muss, war es wirklich sehr spannend geschrieben. Wenn ich zwischendrin dachte: „Ok, nun ist alles geklärt“, kam doch noch wieder eine unerwartete Wendung. Da auf dem Gut angeblich Gespenster ihr Unwesen treiben, bekam das Buch auch noch eine kleine Portion Mystik mit auf dem Weg, die ihm gut getan hat.
Schön fand ich, dass wirklich alle Fragen, die mir so in den Sinn gekommen sind, letztlich auch geklärt wurden. Ein wirklich schönes, rundes Buch, das mir sehr gut gefallen hat.

Fazit: Das Turmzimmer ist ein wirklich spannender Roman über die Familie und das Gut Liljenholm. Es wirkt vor allem durch seinen gelungenen Schreibstil, an den ich mich zu Beginn jedoch gewöhnen musste. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wer einen spannenden, dramatischen Roman zum Mitfiebern und Miträtseln sucht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle.

Bewertung_09_hBuchdaten: Das Turmzimmer – Leonora Christina Skov
Genre: Familiendrama
Taschenbuch
448 Seiten
btb
Erschienen: 11. März 2013
Originaltitel: Silhuet af en synder (Silhouette of a Sinner)
ISBN: 978-3-442-74475-6
Preis: 9,99€  

 

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