Kerstin Gier – Die Patin

Mit Ecken und Kanten

Die PatinDie Patin ist der zweite Teil einer Trilogie über die Mütter-Mafia. Eine vollständige Auflistung erfolgt unten.

Zum Inhalt: Wer sagt denn, dass der Pate immer alt, übergewichtig und männlich sein und mit heiserer Stimme sprechen muss? Nichts gegen Marlon Brando, aber warum sollte der Job nicht auch mal von einer Frau gemacht werden? Einer Blondine. Mit langen Beinen. Gestählt durch die Erziehung einer pubertierenden Tochter und eines vierjährigen Sohnes. Und wahnsinnig verliebt in Anton, den bestaussehenden Anwalt der Stadt. Constanze ist „die Patin“ der streng geheimen Mütter-Mafia. Gegen intrigante Super-Mamis, fremdgehende Ehemänner und bösartige Sorgerechtsschmarotzer kommen die Waffen der Frauen zum Einsatz. Ein Angriff auf Ihre Lachmuskulatur. (Quelle)

Meine Meinung: Constanze hat zwei Kinder (14 und 4) und einen sehr gut verdienenden Ex-Ehemann, so dass sie selbst nicht arbeiten braucht. Nach der Scheidung zieht sie in das Haus der verstorbenen Ex-Schwiegermutter, welches in der „Insektensiedlung“, einer Siedlung mit durchweg gut betuchter Klientel mit Müttern, die sich in ihrer eigenen Society organisieren, steht. Da Constanze zwar einen reichen Mann hatte, aber weder reich aufgewachsen ist, noch die Einstellung übernommen hat, die wohlhabende Menschen an den Tag legen, ist dies schon einmal eine gute Ausgangsbasis für allerlei interessante Situationen. Zum Glück hat sie in der Siedlung schnell Freunde gefunden und mit ihnen eine Art Gegenorganisation zur „Mütter-Society“ gegründet: Die Mütter-Mafia, deren „Patin“ Constanze ist.
Band eins Die Mütter-Mafia hat mir sehr gut gefallen, da es nicht nur unterhaltsam war und mit Humor punkten konnte, sondern auch, dass es nicht zu kitschig wurde. Zwar waren viele Dinge vorhersehbar, dennoch wurde ich wunderbar unterhalten. So erwartete ich auch von diesem zweiten Teil entspannte Lesestunden mit ordentlich Humor, welche ich auch bekommen habe. Aber…

  • … war Die Mütter-Mafia noch vorhersehbar, wusste man hier manchmal nicht, wie es noch weitergehen soll, weil es sich nur um Beschreibungen eines „normalen Alltags“ handelt. Natürlich ist Constanzes Alltag alles andere als normal, aber ich erkenne keinen Spannungsbogen, der sich langsam aufbaut und in einem spannenden Finale endet. Zwar gibt es ein halbwegs spannendes Finale, doch der Rest plätschert so vor sich hin. Dies ist zwar weiterhin sehr unterhaltsam, aber es fehlt das gewisse Etwas und ich hatte das Gefühl, dass eigentlich nichts so wirklich passiert ist in diesem Buch.
  • … war es noch erfrischend, dass sie ihren Schwarm am Ende von Band eins noch nicht völlig für sich sich gewinnen konnte, habe ich es beinahe als lächerlich empfunden wie langsam die Beziehung der beiden erwachsenen Menschen sich doch entwickelt. Beide glauben an die Beziehung, werden jedoch nicht intim miteinander. Die Zeit bis sie sich dann „endlich krichten“, habe ich als unheimlich lang und vor allem künstlich in die Länge gezogen empfunden. Dass sie (die Ich-Erzählerin) dann, als es endlich soweit war, über diese Dinge nicht sprach, empfand ich allerdings als sehr erfrischend!
  • … die Autorin hat leider manche Dinge zu sehr überzogen dargestellt und den Figure/Tieren Namen gegeben die sie ins Lächerliche gezogen haben. So heißen zwei Kampfunde Hannibal und Lecter, zwei böse Eltern Bernhard und Bianca, die Jungs Max und Moritz und Constanzes Katzen Senta und Berger. Normale Namen hätten es auch getan und wären dagegen sogar viel besser gewesen!
  • … die Konfrontationen mit der Mütter-Society, die einen Großteil des Inhalts des ersten Bandes ausgemacht haben, fehlen hier beinahe komplett, was sehr schade ist. Ich habe eigentlich erwartet, dass die beiden „Organisationen“ ein Stück weit kollidieren und erneut homorvolle und interessante Szenen entstehen. Zwar befinden sich hier wie im ersten Band zu jedem Kapitelbeginn wieder die Postings der Mütter-Society auf ihrer Seite, so dass der Leser auf dem Laufenden gehalten wird, was bei den anderen Frauen der „Insektensiedlung“ los ist, dennoch haben diese Teile wesentlich weniger zum Buch beigetragen als noch im ersten Band, da eine Konfrontation eben nicht stattfand. Schön war, dass zusätzlich noch Nellys Tagebucheinträge abgedruckt wurden.

Fazit: Trotz der vielen Krittelei hat mir das Buch gefallen, schlichtweg einfach deshalb, weil Kerstin Gier gut schreiben kann, sie einem mit ihren Geschichten an der Stange hält und man sich bei der Lektüre daher wunderbar entspannen kann. Im Vergleich zu Band eins, ist dieser hier aufgrund der (mehr oder weniger kleinen) Mankos deutlich schlechter, jedoch immer noch gut! Ich freue mich schon auf die Lektüre der Fortsetzung. Ich habe bereits druchgeblättert: Das Buch ist zweifarbig und enthält eine neue Rubrik. Ich bin gespannt!

Bewertung_07_hBuchdaten: Die Patin – Kerstin Gier
Genre: Chicklit
Taschenbuch
Bastei Lübbe
Zur Neuauflage:
384 Seiten
Erschienen: 13. März 2014
ISBN: 978-3-404-17030-2
Preis: 8,99€

Die Mütter-Mafia:

Die Mütter-Mafia Die Patin Gegensätze ziehen sich aus Gier_Muetter-Mafia.indd
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Bonus
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