Torsten Fink – Der Prinz der Schatten

Schöne leichte Fantasyunterhaltung

Der Prinz der SchattenDer Prinz der Schatten ist der Auftaktband der Schattenprinz-Trilogie. Eine Auflistung aller Teile erfolgt unten.

Zum Inhalt: Er hat alles vergessen. Er erinnert sich nicht einmal daran, wie er heißt. Doch eines wird dem Namenlosen rasch klar: Der, der er einst war, will er nicht mehr sein. Denn er verfügt über die Fähigkeiten eines Assassinen, und die Vorstellung, jemanden zu ermorden, ist ihm zuwider. Bei den Nachforschungen über seine Herkunft stößt er immer wieder auf eine Gemeinschaft von Mördern, deren Name nur mit Schaudern geflüstert wird – die Bruderschaft der Schatten. (Quelle)

Meine Meinung: Vor einiger Zeit ging ich mit dem Buchhändler meines Vertrauens in die Fantasy-Abteilung der Lieblingsbuchhandlung, er sollte mir mal so einen Überblick über die ganzen neuen Fantasybücher geben, die sich in der Auslage befanden, weil ich wissen wollte, ob das etwas für mich ist. Ich zeigte also manchmal recht wahllos auf Bücher und er gab mir seine Einschätzung – ich hatte etwas Zeit zu vertrödeln. Unter anderem war auch dieses Buch dazwischen und er befand es als einfallslose Massenkost. Schade, dachte ich mir, Massenkost vielleicht ja auch deswegen, weil der Autor gefühlt wahsinnig viel schreibt. Ich nahm mir vor ersteinmal die anderen Bücher zu lesen, die ich von Fink im Regal stehen hatte. Doch neulich bekam ich dieses und den zweiten Teil von Steppenwolf geschenkt und da Teil drei ja nun auch schon erschienen ist, habe ich mir diese Trilogie nun doch schon jetzt vorgenommen. Und siehe da, wer findet, dass dies einfallslose Massenkost ist, hat vielleicht ein anderes Buch gelesen oder sich auf andere Meinungen verlassen. Denn einfallslos ist die Idee, die hinter der Trilogie steckt, keineswegs: Der zunächst namenlose Hauptcharakter hat mir z.B. sehr gut gefallen. Er ist mir trotz seiner mörderischen Fähigkeiten sehr sympathisch geworden, was vor allem daran liegt, dass – wie eine Figur aus dem Buch feststellte – er zwar seine Erinnerungen an seine komplette mitunter grausame Vergangenheit verloren -, aber dadurch sein Gewissen widererlangt hat. Dies führte zu einer Spannung innerhalb des Charakters, was ein zentraler Punkt in diesem Buch und wahrscheinlich auch in der gesamten Trilogie darstellt.
Gut gefallen hat mir der Aufbau des Buches: Das Buch besteht aus zwei großen Teilen, den ersten und den zweiten Tag der Geschehnisse. Ein Tag des Weiteren unterteilt in Morgen, Mittag, Nachtmittag usw. und innerhalb dieser Unterteilung springt die Handlung von der einen Person zur nächsten. Dass der Leser dabei die Möglichkeit hat die Geschichte aus der Sicht einer Vielzahl von Charakteren zu erleben finde ich wirklich gut. Eine genaue Kennzeichnung der einzelnen Abschnitte ist nicht notwendig. Man erkennt sehr schnell, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird und die Zeitangabe ergibt sich durch den Abschnitt, in dem man gerade im Buch ist. Dies wird zu keinem Zeitpunkt unübersichtlich, auch wenn manches Mal die einzelnen Abschnitte sehr kurz gehalten sind, was aber vor allem daran liegt, dass die Ereignisse, die chronologisch direkt aufeinander folgen auch im Buch so erzählt werden. Dies schafft Strukur. Eine Unruhe kommt auch nicht durch wechselnde Örtlichkeiten dazu, da zumeist die Stadt Atgath Schauplatz des Geschehens ist.
Obwohl es der erste Teil einer Trilogie ist, wird nicht zu viel Zeit mit einem langatmigen Einführen der Charaktere aufgewendet – was im Falle des Hauptcharakters auch gar nicht möglich gewesen wäre – und so zeigt sich schnell, was dieses Buch ausmacht: Politik und Intrige. Dies sind zwar nun auch keine neuen Themen, aber hier sind sie sehr gut umgesetzt. Die Baronin schafft es geschickt die Parteien gegenseitig gegeneinander auszuspielen und geht dabei gar nicht so heimlich vor. Die Machenschaften spitzen sich im Finale zu, während im Hintergrund eine Rettungsaktion abläuft. Dies alles ist zwar nicht spektakulär, aber dennoch ausreichend spannend, was vor allem durch den oben erwähnten Erzählstil erzeugt wird.
Finks Schreibstil und Fähigkeiten eine Geschichte aufzubauen hat er hier gekonnt unter Beweis gestellt, so dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Einzig eine Sache würde ich bemängeln: Dafür, dass der zunächst namenlose Assassine doch der Hauptcharakter ist, gibt es erstaunlich wenige Passagen, die aus seiner Sicht geschildert werden. Hier würde ich mir für die nächsten Teile noch mehr Fokus auf diese Figur wünschen!

Fazit: Der Prinz der Schatten ist sicherlich kein herausragendes tiefgründiges Epos, aber dennoch eine wirklich geschickt erzählte Geschichte um einen Assassinen, der seine Erinnerung verlor und sein Gewissen zurückgewann. Ein Spannungsverhältnis, das dem Buch die nötige Würze verleiht und mit Sicherheit in den folgenden Bänden eine Rolle spielen wirnd. Eine gelunge leichte Fantasyunterhaltung!

Bewertung_09_hBuchdaten: Der Prinz der Schatten – Torsten Fink
Genre: Fantasy
Taschenbuch

544 Seiten

Blanvalet

Erschienen:  17. April 2012

ISBN: 978-3-442-26856-6
Preis: 15,00€

Die Schattenprinz-Trilogie:

Der Prinz der Schatten Der Prinz der Klingen Der Prinz der Skorpione
Teil 1 Teil 2 Teil 3
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