George R. R. Martin – Das Urteil der Sieben

Gelungene Sammlung dreier Episoden

Das Urteil der SiebenDas Urteil der Sieben ist der erste Teil der Vorgeschichten-Reihe zum Epos Das Lied von Eis und Feuer, welche den Titel Der Heckenritter von Westeros trägt. Dieses Buch beinhaltet drei von Martin verfasste Kurzgeschichten zum Heckenritter in einem Band. Eine Liste aller bisher erschienenen Teile befindet sich unten.

Zum Inhalt: Ein Jahrhundert vor den Ereignissen in der Bestsellersaga »Das Lied von Eis und Feuer« nimmt ein Knappe namens Dunk das Schwert seines verstorbenen Herren an sich. Er will an einem Turnier teilnehmen, um selbst ein Ritter zu werden. Doch »Ser Duncan« hat noch viel zu lernen über die Welt der Edlen und Mächtigen. Beim Versuch, einen Platz im Turnier zu ergattern, macht er sich bald ebenso viele Feinde wie Freunde. Dunk ist ein fähiger Kämpfer mit einem starken Ehrempfinden. Doch wird das reichen, um ihn in den Augen der Welt als wahrer Ritter dastehen zu lassen? Oder ist er nur ein fehlgeleiteter junger Mann, der sich und andere in tödliche Gefahr bringt? (Quelle)

Meine Meinung: Da sich dieses Buch aus drei separaten, aber doch aufeinander aufbauenden Geschichten zusammen setzt, ist es schwierig sie als Ganzes zu rezensieren, daher werde ich mir nun jede Geschichte einzeln vornehmen:

Der Heckenritter von Westeros: Zu Beginn hat mich diese Geschichte etwas an den Film Ritter aus Leidenschaft erinnert, dort stirbt auch ein Ritter auf dem Weg zu einem Turnier und seine Knappen nehmen seinen Platz ein. Hier ist dies Dunk, der aber ganz offen zugibt, dass sein Ritter einem Fieber erlegen ist und dieser ihn kurz vor seinem Tode noch zum Ritter schlug. Er versucht am Turnier teilzunehmen und im Begriff wahre Ritterlichkeit zu zeigen und ein hilfloses Mädchen vor einem brutalen Mann zu retten, hat er sich leider mit dem falschen angelegt und sieht sich prompt dem Urteil der Sieben gegenüber.
Diese Kurzgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Schon allein, weil es in der Vergangenheit von Ein Lied von Eis und Feuer spielt und Martins Schreibstil unverkennbar ist. Eigentlich mag ich keine Kurgeschichten, doch diese ist mit 128 Seiten ausreichend lang und wird sogar richtig spannend und hat ein schönes Finale. Besonders gut gefällt mir dieses Graben in der Vergangenheit und das damit einhergehende Herausfinden einiger Beziehungen zueinander, dies war hier zwar ziemlich schwierig, spielt es zeitlich doch sehr weit vor Die Herren von Winterfell, aber dennoch gibt es einiges zu entdecken, auch wenn ich mir dir Auflistung der Targaryen-Könige aus dem Anhang von Die Herren von Winterfell zu Hilfe genommen habe.
Das Einzige, was mir hier nicht so gut gefällt, ist die anfängliche Schilderung des Turniers: Der kämpft gegen den, der besiegt den und der ist nun neuer Recke. Doch zum Glück war diese Passage nicht lang und gleich darauf wurde es so richtig spannend!

Das verschworene Schwert: In der zweiten Geschichte erlebt man dann, wie Dunk mit seinem Knappen bei einer Burg „angestellt“ ist. Um diese Burg ist es nicht sonderlich gut bestellt und so kommt durch, dass Dunk zwischen die Fronten seines Herren und der „roten Witwe“ gerät, eine Frau, die in dem Ruf steht, all ihre bisherigen Ehemänner vergiftet zu haben. Die Geschichte hat mir nicht ganz so gut gefallen, wie die erste. Dies liegt vor allem daran, dass die Herkunft des Knappen Ei nun geklärt ist und auch das Finale nicht so spannend aufgebaut ist wie in der Einstiegsgeschichte. Ich muss sogar sagen, dass ich die Lösung des Konflikts der Parteien etwas einfallslos fand. Richtig schlecht ist die Geschichte aber auch nicht, hat sie doch den typischen Charme, den Martin in seinem Lied von Eis und Feuer verbreitet auch zu eigen.

Der geheimnisvolle Ritter: In Geschichte Nummer drei gelangen die beiden Helden des Buches zu einem anlässlich einer Hochzeit veranstalteten Turnier. Die Chance zu Ruhm, Ehre und Gold zu gelangen, möchte sich Dunk nicht nehmen lassen, vor allem, da er lediglich zwei Siege benötigt. Dumm nur, dass dieses Turnier nicht das ist, was es zu sein scheint. So gerät er erneut zwischen die Fronten, nur sind diese etwas einflussreicher als noch in Geschichte zwei.
Im Vergleich mit den anderen Geschichten gefällt mir diese besser als die zweite, aber die erste ist immer noch die beste. Auch diese hier macht Spaß zu lesen, wenn auch etwas die Spannung fehlt.

Fazit:  Auch wenn dem ersten Band von Der Heckenritter von Westeros ein wenig der Zusammenhang fehlt allein durch die Aneinanderreihung von drei Episoden, ist dieser Band sehr gelungen. Sowohl Ritter Dunk als auch Knappe Ei sind sehr sympathisch und durch Martins Schreibstil kommt schnell der Charme auf, den auch Das Lied von Eis und Feuer versprüht. So ist dieses Buch zwar kein Roman, doch ein gelungener Auftakt einer Prequel-Serie, von der ich sehr, sehr gern noch mehr – dann aber bitte in Romanform – lesen möchte! Am liebsten jedoch erst dann, nachdem Martin sein Hauptwerk vollendet hat! Dieses Buch ist für Freunde von Das Lied von Eis und Feuer absolut zu empfehlen!

Bewertung_08_hBuchdaten: Das Urteil der Sieben – George R. R. Martin
Band 1 von
Der Heckenritter von Westeros
Genre: Fantasy
Original: Hedge Knight/The Sworn Sword/The Mystery Knight
Taschenbuch

416 Seiten

Penhaligon

Erschienen: 23. September 2013

ISBN: 978-3-7645-3122-5
Preis: 15,00€

Bisher in dieser Reihe erschienen:

Die Herren von Winterfell Das Erbe von Winterfell Der Thron der sieben Königreiche Die Saat des goldenen Löwen
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
Sturm der Schwerter Die Königin der Drachen Zeit der Krähen Die Dunkle Königin
Teil 5 Teil 6  Teil 7 Teil 8
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Eis und Feuer 9 Eis und Feuer 10 Das Urteil der Sieben
Teil 9 Teil 10 Vorgeschichte 1
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