Wolfgang Hohlbein – Nekropole

Es wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich…

NekropoleNekropole ist der 15. Teil Der Chronik der Unsterblichen um die Vampyre Abu Dun und Andrej. Zuerst noch auf der Suche nach dem Ursprung ihrer Unsterblichkeit, streifen sie nun durch die alte Welt und werden oft Zeugen wichtiger geschichtlicher Ereignisse oder beeinflussen sie sogar maßgeblich. Eine Auflistung der bisher erschienen Romane befindet sich unten.
Da diese Rezension viele Verweise auf Pestmond beinhaltet, wäre es vielleicht ganz hilfreich die Rezension dazu vorher gelesen zu haben: >>klick<<

Zum Inhalt: Rom, die ewige Stadt. Wunderschön, Ehrfurcht gebietend, und doch voller Schmutz und Elend. Als Andrej und Abu Dun auf dem Deck der Pestmond in den Hafen einlaufen, ist die Metropole ruhig – zu ruhig. Ihr Auftrag: den Papst ermorden. Einen Papst, der bereits für tot erklärt wurde. Dunkle Vorahnungen quälen Andrej. Wie hoch wird am Ende der Preis sein, den er für das Leben seines Freundes zu zahlen hat? (Quelle)

Meine Meinung: Eines ist mir nach dem Lesen sofort klar gewesen: Pestmond und Nekropole sind im Grunde ein einziges Buch, das in zwei Teile geschnitten wurde. Pestmond endete sehr abrupt und lies den Leser mit vielen Fragen zurück. Am Ende von Nekropole werden diese Rätsel nun endlich aufgeklärt. Dies finde ich, ist schon einmal sehr erfreulich und eigentlich auch ungewöhnlich für einen Chronik-Roman, dass wirklich alle aktuellen Geheimnise gelüftet werden. Aber auf dem Weg dahin reiht sich eine Metzel-Szene an die nächste. Ich mag zwar Action, doch im Prinzip war es gähnende Langweile, weil es immer nach dem gleichen Schema abläuft:

Hasan: „Uns läuft die Zeit davon, wir müssen unbedingt sofort los.“
Andrej: „Wir kommen aber nur mit, wenn du uns erzählst, was hier nun los ist und was Ayla damit zu tun hat!“
Hasan: „Wir haben keine Zeit.“
Andrej: „Ok.“
Metzel, meltzel, metzel…

Das heißt also, dass Andrej – der übermächtige und unsterbliche Vampyr – wissen möchte, worum es geht und sich einfach abspeisen lässt, statt sich einfach mal durchzusetzen. Mal ganz ehrlich: GENAU SO war es auch schon in Band 14, wieso muss man es hier nicht nur aufwärmen sondern noch gefühlte 100.000 mal wiederholen? Spätestens ab dem Punkt, an dem das Druckmittel fehlte, hätte sich Andrej oder doch wenigstens Abu Dun einfach mal auf eine Antwort bestehen müssen und sonst abhauen, zur Not eben mit Ayla. Hasan und Co. hätten dann bestimmt was erzählt. Aber nein, die Unsterblichen lassen sich ja immer wieder unterbuttern, als wären sie ganz normale Menschen – auch das habe ich schon mehr als 100.000 mal gelesen…
Zudem finde ich es sehr merkwürdig, dass Menschen, die von einem Zombie gebissen werden, selbst zu einem werden, aber Andrejs in Pestmond erfolgter Biss nicht heilt und er es auf einmal kaum noch schafft seinen Vampyr in sich im Zaum zu halten, dann darf er durch die Gegend spazieren ohne ihm konsequenter Weise vielleicht mal den Fuß abzuhacken… So darf der Leser – wieder einmal – Zeuge werden, wie Andrej mehr oder weniger – Hallo Abu Dun, war da nicht mal so ein bestimmtes Versprechen? – gegen sein inneres Biest ankämpft.
Wäre nicht der Witz im Zusammenspiel um Abu Dun und Andrej und hätte ich die beiden nicht schon durch so viele Bücher begleitet, hätte ich das Buch glaube ich nicht zu Ende gelesen. Alles wiederholt sich – immer und immer wieder. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, hätte Hohlbein Pestmond und Nekropole als eine Einheit gelassen und stattdessen die eine oder andere Action-Sequenz gekürtzt oder ganz gestrichen.
Erfreulich ist aber, dass dieser Sinnabschnitt der Chronik – endlich – abgeschlossen ist und die beiden sich wieder einer neuen Aufgabe widmen können. Ich bin gespannt, welche geschichtliche Person sie das nächste Mal treffen. Allein die Vorfreude auf das nächste Buch, hat es mir möglich gemacht mich durch dieses Buch im doppelten Sinne zu kämpfen.

Fazit: Ach ja, das klingt alles so negativ. Alles wiederholt sich immer und immer wieder, es gibt keine Weiterentwicklung und dieselben Elemente werde erneut durchgekaut – ganz so, als wären Hohlbein die Ideen ausgegangen. Ja, das stimmt auch. Aber ich mag die Chronik eben trotzdem, aufgrund der beiden Hauptfiguren und deren Zusammenspiel. Dennoch kann ich feststellen, dass es Hohlbein bei dieser umfangreichen Chronik mehr und mehr an Einfallsreichtum und schreiberischer Finesse mangelt. Spannender und für den Leser angenehmer wäre es gewesen wäre Pestmond und Nekropole als ein Buch erschienen und hätte man die ständigen Wiederholungen und zu umfangreichen Actionsezen herausgekürzt. So wirkt es irgendwie so, als hätte das Lektorat sich nicht durchsetzen können. Schade!
Schön ist aber, dass alle Rätsel aus Pestmond/Nekropole aufgelöst werden, wenn auch etwas zäh und spät.

Bewertung_07_hBuchdaten: Nekropole – Wolfgang Hohlbein
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag
570 Seiten
Lyx
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-8025-8841-9
Preis: 19,99€

Übersicht über die Reihe:

Am Abgrund Der Vampyr Der Todesstoß Der Untergang
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
Die Wiederkehr Die Blutgräfin Der Gejagte Die Verfluchten
Teil 5 Teil 6 Teil 7 Teil 8
Rezension Rezension Rezension Rezension
Blutkrieg Das Dämonenschiff Göttersterben Glut und Asche
Teil 8,5 Teil 9 Teil 10 Teil 11
Rezension Rezension Rezension Rezension
Der Schwarze Tod Der Machdi Pestmond Nekropole
Teil 12 Teil 13 Teil 14 Teil 15
Rezension Rezension Rezension Rezenion
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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Daniel sagt:

    Einige Fans behaupten ja, dass man in diesem Band nichts neues findet und Wolfgang Hohlbein so langsam die Ideen ausgehen. Okay, vieles wiederholt sich wirklich und der Gehalt von wirklich neuem ist eher gering, was aber nicht bedeutet, dass das Buch schlecht ist. Mir hat das trotzdem gefallen, auch wenn man mittlerweile auch als Leser zu einem Ende kommen will, man will die Geschichte endlich abgeschlossen sehen.

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