Kirsten Riedt – Rolandsrache

Schöne Geschichte, aber kein Krimi

RolandsracheZum Inhalt: Bremen 1404: Das verbotene Verlangen eines Priesters und ein finsteres Komplott zwingen die Halbwaise Anna, über Nacht erwachsen zu werden. Um ihre Mutter vor dem Schuldturm zu retten, geht sie eine Vernunftehe mit einem Mann ein, der eine schwere Schuld auf sich geladen hat. Immer tiefer gerät Anna in ein Gespinst aus Lügen, Mord und Intrigen … (Quelle)

Meine Meinung: Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, als ich auf der Verlagsseite des Emons-Verlages nach Regionalkrimis gesucht habe. Dort kann man die Suche netterweise nach Bundesländern filtern und so bin ich auf diesen „Bremen-Krimi“ gestoßen, der im Mittelalter spielt. Da Bremen meine Geburtsstadt ist und ich sowohl historische Romane, als auch Krimis mag, war dieses Buch für mich Pflicht, wie gut, dass ich es von meiner Großmutter geschenkt bekam.
Anna ist die Tochter eines Steinmetzes und Bildhauers, der vor den Toren Bremens seinem Handwerk nachgeht. Nun hat er von Hemelingen einen sehr wichtigen Auftrag für die Stadt bekommen, er soll einen Roland aus Stein anfertigen. Doch da dies nicht von allen Parteien freundlich angenommen wird, kommt es zu einem Überfall, bei dem Annas Vater ums Leben kommt. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Familie, denn der Roland muss pünktlich fertig werden, sonst muss entweder Haus und Hof verpfändet werden oder die Mutter in den Schuldturm.
In Rolandsrache versucht die junge Anna nun nicht nur den Roland pünktlich abzuliefern, sondern auch noch die Liebe ihres Lebens und den Mörder ihres Vaters zu finden. Das Buch lies sich sehr gut lesen und hat mich sehr gut unterhalten. Am besten hat mir gefallen, dass das Buch in den Dialogen mit Bremer-Dialekt aufwartet. Wobei man ja sagt, dass hier im Norden Hochdeutsch gesprochen wird, kann man doch regionale Besonderheiten in der Sprache erkennen und so tauchen Formulierungen auf, die aufgeschrieben nicht nur komisch aussehen, sondern zunächst unverständlich waren, bis man sie dann ausgesprochen hat – und dann musste ich putzigerweise feststellen, dass ich auch so spreche. Sehr genial. Endlich auch mal ein Buch aus meiner Region!
Allerdings finde ich, merkt man dem Werk an, dass die Autorin noch am Anfang ihrer Karriere steht. Die Geschichte und der Schreibstil sind noch nicht zu 100% ausgereift, so dass manche Szenen etwas plump daher kamen oder zu vorhersehbar waren. Nichtsdestotrotz ist Rolandsrache eine sehr schöne im Mittelalter angesiedelte Liebesgeschichte. Ich würde jedoch nicht soweit gehen, sie tatsächlich einen Krimi zu nennen, sicher intessiert sich Anna dafür, wer der Mörder ihres Vaters war und macht auch einige Erkundungen, doch wirklich zielgrichtet sind diese nicht. Für mein Empfinden klärt es sich im Laufe der Handlung mehr von selbst auf. Dies finde ich schade, habe ich mir von dem Buch doch anderes erhofft. Zumindest zielgerichtete Ermittlungen erwarte ich von einem Krimi, wenn er auch im Mittelalter spielt und eingebettet ist in eine Liebesgeschichte, das zumindest hätte es gebraucht, damit es ein Krimi wird. Aber wie ich schon sagte, der Schreibstil der Autorin ist noch nicht ausgereift, vielleicht wird es ja noch.
Kirsten Riedt hat jedenfalls schon einen zweiten historischen Kriminalroman geschrieben, der auch wieder in Bremen spielt, aber andere Charaktere hat. Da mir der Bremer-Schnack und das Setting gut gefallen hat und auch sonst sich das Buch sehr unterhaltsam las, werde ich dieses neue Buch auch auf jeden Fall lesen.

Fazit: Rolandsrache wird zwar unter einem historischen Kriminalroman geführt, für mich ist das Buch jedoch nur ein historischer Roman, zwar einer, der sich gut lesen lies, spannend und unterhaltsam war, aber ein Kriminalroman war es eben nicht. Dafür hatte das Buch Bremer Charme, der mir widerum sehr gut gefallen hat.

Bewertung_08_hBuchdaten: Rolandsrache – Kirsten Riedt
Genre: Historischer Roman
Broschiert
304 Seiten
emons:
Erschienen: 2012
ISBN: 978-3-89705-995-5
Preis: 11,90€

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