Nicole C. Vosseler – Unter dem Safranmond

Ein Frauenschicksalsroman

Unter dem Safranmond habe ich aufgrund einer Empfehlung gelesen. Das Buch gehört nicht zu meinen favorisierten Genres, deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass diese Rezension meine persönliche Meinung widerspiegelt und nicht als Empfehlung für Liebhaber dieses Gernes geeignet ist – denn die sehen das Buch wahrscheinlich aus ganz anderen Augen als ich. Zudem ist es mir nicht gelungen, diese Rezension ohne Spoiler zu schreiben!

Unter dem SafranmondZum Inhalt: Oxford, 1853. Maya Greenwood lauscht wie gebannt den Geschichten eines seltenen Gastes: Ralph Garrett, der in der britischen Armee in Indien dient. Als er ihr den Hof macht, rückt ein abenteuerliches Leben in der Fremde für die junge Frau in greifbare Nähe. Ihre Familie ist gegen die Verbindung, und so brennt Maya kurzerhand mit Ralph durch. Als er nach Arabien entsandt wird, fällt Maya in die Hände von Beduinen. Dort erlebt sie den wahren Orient – und muss sich eingestehen, dass der Anführer der Wüstenkrieger, der charismatische Rashad al-Shaheen, auch ihr Herz gefangen hält …. (Quelle)

Meine Meinung: In diesem Buch geht es um Maya Greenwood, eine gebildete juge Frau aus Oxford, die mit ihrer jüngeren Schwester und ihrem älteren Bruder bei ihren Eltern lebt. Die Geschichte zeigt ihren Lebensweg auf, beginnend mit Mädchen Maya bis hin zu einer Frau, die langsam ihrem Lebensabend entgegensieht. Zunächst jedoch verliebt sie sich als junges Mädchen unsterblich in den Studenten ihres Vaters Richard Burton, der auszog, die Welt zu erkunden und Abenteuer zu erleben. Von diesen Abenteuern schreibt er Maya Briefe und je älter sie wird, desto inniger wird die Brieffreundschaft. Bis plötzlich ihr Burder Jonathan den Soldaten Ralph Garrett mitbringt, den er gerade erst kennen gelernt hat. Er bringt sie mit nach Hause und beide Schwestern verlieben sich in den Soldaten. Maya konnte Ralphs Herz erweichen, doch die Eltern missbilligen eine Verbindung der beiden, woraufhin sie durchbrennen um zu heiraten. Dummerweise findet Ralphs Arbeitgeber keinen Gefallen an der spontanen Hochzeit und so wird er nicht zu den Guides beordert, sonder in die Schreibstube nach Aden, wohin Maya ihm folgt. Die Ehe der beiden wird immer liebloser, da Ralph keine Freude an seiner Arbeit findet und Maya die Schuld dafür gibt. Als auch noch Richard Burton auftaucht, flaut die Liebe noch mehr ab, bis Maya vom Sultan von Ijar entführt wird, um Lösegeld zu erpressen. Dummerweise entflammt der Wüstenkrieger, der den Entführungstrupp anführt in Liebe zur geraubten Maya und auch sie verliebt sich in ihn. Dies führt zu Problemen, da der Sultan seine Meinung geändert hat und Maya nun für sich haben will. Rashad, der Wüstenkrieger ermöglicht Maya die Flucht, auf der die beiden zwei Liebesnächste verbringen, ehe er sie ihrem ihr gefolgten Ehemann und sich der Gnade seiner Krieger überlässt. Maya glaubt Rashad von nun an tot und geht mit Ralph wieder nach England. Dieser ist während der Entführung seiner Frau, wieder zur Besinnung gekommen und möchte es noch einmal versuchen, gibt Maya jedoch Entscheidunszeit, um sein schlechtes Verhalten vergessen zu können. Er muss indes wieder nach Aden, um seine Zeit abzusitzen, bis er zu den Guides versetzt wird. Zurück in Oxford bringt Maya Rashads Kind zur Welt, was Ralph veranlasst sich von Maya zu entfernen. Frisch bei den Guides angekommen, stellt Ralph fest, dass er Maya doch noch liebt und mit dem Kuckuckskind leben kann, als er im Krieg zu Tode kommt, wie zwischendurch auch Mayas Bruder. Von nun an trägt sie Trauer, fühlt sich aber auch frei zu tun, was ihr beliebt und so wandert sie mit Kind, Fast-Schwägerin und ihrer Tante nach Cairo aus, wo sie als Übersetzerin und Autorin arbeitet. Rashad unterdessen schließt sich einem Karawanenhändler als Wächter an und trifft zufällig auf Richard Burton, der ihm den Aufenthaltsort Mayas mitteilt, worauf hin das liebende Paar nach 14 Jahren wieder vereint ist und noch ein Kind zeugt. Sie leben glücklich bis an ihr Lebensende.
Ich habe beinahe ein halbes Jahr an diesem Buch gelesen, da ich es einfach nicht ausgehalten habe mehr als ein Kapitel an einem Stück zu lesen. Zunächst war die Einleitung, in der man Maya in ihrem Zuhause kennen lernt und ihr Anhimmeln des wesentlich älteren Richard Burton unheimlich langweilig. Zwar war die Schilderung der Lebenesweise zu der Zeit plausibel und durchaus athmosphärisch, was aber nicht über die Sache hinweg trösten kann, dass rein gar nicht passiert. Als dann plötzlich Ralph auftaucht, Maya ihr Leben aufgibt, sich mit ihren Eltern zerwirft, um ihn zu heiraten, ahnte ich schon, dass dies nicht gut ausgehen kann. Wie kann man auch einen Mann heiraten, mit dem man erst ein paar Stunden allein verbracht hat und davon ausgehen, dass diese Verbindung ein Leben lang aus Liebe besteht. Da die beiden sich im Grunde nicht kannten, war die Ehe zum Scheitern verurteilt und dieses dumme und oberflächlich pseudorebellische Verhalten hat mich wahnsinnig gemacht. Solche Dummheit muss einfach bestraft werden.  Als sie dann geraubt wurde, kommt vermeintlich mehr Spannung auf, aber wieder verliebt sich Maya, wieder steht sie am Ende allein da. Gähn. Vor allem richtig billig finde ich, dass alle drei Männer einen Namen tragen, der mit R beginnt: Richard, Ralph, Rashad. Dies finde ich äußert unkreativ.
Hüpft Maya von einer unglücklichen Liebe zur nächsten, habe ich dennoch darauf gewartet, dass sie endlich ihr Glück findet. Dumm nur, dass ab der Geburt ihres Sohnes das Buch nur noch aus erzählten Fototgrafien zu bestehen scheint. So habe ich den Rest Mayas Werdegangs einem kurzen Blitzlichtgewitter gleich erlebt. Zack Kind da, zack Ralph tot, zack Auswanderung nach Cairo, zack Richard kommt zu Bessuch, zack Richard trifft Rashad, zack Rashad findet Maya, zack Maya sieht vor Richards tot ihren erwachsenen Sohn an ihrer Seite. Ende. War das Buch bis zu dem Punkt halbwegs atmosphärisch, geht der Geschichte nun die Tiefe völlig abhanden. Die Erzählung rast unendlich oberflächlich seinem Happy End zu, damit es endlich vorbei ist. Grauenhaft. Durch diesen merkwürdigen Erzählstil fehlt dem Buch sowohl ein Spannungsbogen als auch ein schönes Finale, denn das ist extrem kurz und der eigentlich ach so großen Liebe nicht würdig.
Das einzige, was das Buch vor einer 3-Punkte-Wertung rettet („oberflächlich und einfallslos, nicht mehr zu empfehlen“), sind die liebevollen und atmosphörischen Landschaftsbeschreibungen in diesem Buch. Die Stimmung, die dadurch vermittelt wurde hat mir gefallen. Dies ist auch einer der wenigen Gründe gewesen, warum ich dieses Buch überhaupt zu Ende gelesen habe.

Fazit: Unter dem Safranmond erzählt die Geschichte von Maya und wie sie schlussendlich mit dem Mann ihres Lebens glücklich wird. Zwischendurch verhält sie sich unheimlich dumm, und nur noch die Liebe steht im Vordergrund, was ihrem eigentlichen Intellekt wiederspricht. Trotz der vielen Seiten kommt das Buch unheimlich oberflächlich daher und hat mich aufgrund Mayas Dummheit auch in keiner Weise anrühren können. Ich war froh, als diese langweilige Erzählung endlich beendet war. Vielleicht verstehe ich einfach auch nichts von diesem Genre, aber die Art und Weise, wie die Autorin den Ausklang des Buches gestaltet hat ist einfach nur schlecht gemacht. Erst hunderte Seiten für Unwichtiges verplempern und dann, wenn sie ihr Glück gefunden hat, werden darüber noch zwei Sätze verloren und Schluss. Aber so ist es ja auch im Film, wenn sich das Paar gefunden hat ist Schluss. Ich habe wirklich nichts gegen einen guten Liebesroman, aber bei solch einem dummen Hauptcharakter kann ich keine Freude daran finden.

Buchdaten: Unter dem Safranmond – Nicole C. VosselerBewertung_04_h
Genre: Frauenroman

Taschenbuch
591 Seiten
Bastei Lübbe
Erschienen: 27. Februar 2010
ISBN: 978-3-404-16404-2
Preis: 8,99€

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. katnissdean sagt:

    Unter „Meine Meinung“ schreibst Du diesmal ein bisschen viel Inhalt… das find ich Schade, weil es extrem spoilert, aber ansonsten schöne Rezension, die eher vom Buch abrät *g*

    1. horrorbiene sagt:

      Anders konnte ich mich nicht ausdrücken. Ich wollte eben aufzeigen, wie lächerlich der Inhalt im Grunde ist. Deshalb habe ich darauf ja auch zu Beginn des Textes ausdrücklich hinwiesen. 😉

      1. katnissdean sagt:

        *lach* Das hab ich wohl übersehen, war gleich so drin im Lesen. Ist ja auc nicht schlimm, ist mir nur aufgefallen im Gegensatz zu sonst =) Und der Inhalt kam wiiirklich merkwürdig rüber. Hauptsache jeder Mann der Welt entflammt für die Protagonistin…

  2. Jessica sagt:

    Hallo, ich habe Dich gerade getaggt und einen Award an Dich weitergegeben (“Mein liebster Blog-Award” – schaue einfach auf meinem Blog, dann siehst Du, worum es geht – würde mich freuen, wenn Du mitmachst :-). Liebe Grüße, Jessica

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