Markus Heitz – Die Zwerge

Ein moderner Klassiker der Fantasy

Die ZwergeDie Zwerge ist der erste Teil des (bisherigen) Vierteilers um das kleine Volk, welcher chronologisch nach den ersten beiden Albae-Bänden anzusiedeln ist. Eine Auflistung der bisher erschienenen Bände samt chronologischer Abfolge ist unten zu finden.

Zum Inhalt: Zwerge sind klein, bärtig, und das Axtschwingen scheint ihnen in die Wiege gelegt. Doch wie lebt, denkt und kämpft ein Zwerg wirklich? Dies ist die rasante Geschichte des tapferen Tungdil, der im Kampf gegen Orks, Oger und dunkle Elfen beweist, dass auch die Kleinen Großes leisten können … Nach Stan Nicholls »Die Orks« ist dies der sensationelle Bestseller über ihre ärgsten Feinde – diese Raufbolde sollte man nie zum Spaß reizen! (Quelle)

Meinung: Ich habe das Buch nun zum zweiten Mal gelesen und es hat beim zweiten Mal nichts von seiner Spannung und seinem Lesespaß eingebüßt. Zwar mag die Story an sich nicht sonderlich außergewöhnlich klingen, aber die Charaktere sind wirklich außergewöhnlich und machen dieses Buch zu einem echten Highlight!
Tungdil ist ein Findelzwerg, der bei dem Menschenmagus Lot-Ionan aufwuchs und mit seinen 63 Umläufen noch keinen einzigen anderen Zwerg gesehen hat. Dafür kann er ganz gut schmieden und liest sehr gern. Als Tungdil mit einem Botengang von Lot-Ionan betraut wird, wird danach nichts mehr so sein wie es war, denn das tote Land regt sich und breitet sich aus. Orkherden marodieren durch das Land. Albae werden gesichtet. Nudin, dessen Zauberreich sehr zentral und nahe am toten Land gelegen ist, beruft eine Versammlung der Magier ein um das tote Land zu bezwingen, doch er wirkt sehr verändert… Im Zwergenreich der Zweiten sollten  derweil alle Zwergenstämme zusammentreffen, um einen neuen Großkönig zu wählen, erschienen sind jedoch nur die Vierten. Von den Ersten hat keiner etwas gehört, die Fünften wurden beim Ansturm der Albae vor tausend Jahren vernichtet und mit den Dritten will der Rest nichts zu tun haben. So steht nur ein Zwerg zur Wahl und dieser passt dem amtierenden Großkönig aufgrund seiner Einstellung gar nicht. Der möchte nämlich einen Krieg gegen die Elben führen und sieht noch nicht die Gefahr, die im Geborgenen Land lauert. Wie gut, dass es einen bisher stammlosen Findelzwerg gibt, den der Großkönig für seine Spielchen einbeziehen kann, doch der ist gerade auf Reisen…
Die Geschichte an sich ist simpel: Das Geborgene Land droht dem Bösen anheim zu fallen und alle möglichen Gegner liegen im Streit und sind alles andere als vereint. Doch um das Böse in Gestalt von Nô’donn zu besiegen, braucht es Einigkeit. Und eine ganz besondere Waffe, die es gilt in einem spannenden Wettkampf herzustellen, um das Böse endgültig zu besiegen. Während Tungdils Reise werden Intrigen aufgedeckt und neue Freunde gefunden. Das Buch lebt – wie bereits erwähnt – von seinen Charakteren. Allen voran natürlich Tungdil, der sich von einem ahungslosen Findelzwerg, der das Wissen über sein Volk lediglich aus Büchern hat, zu einem gestandenen Zwerg macht, inklusive Trotzkopf, Kampfkraft und die Liebe zum Schmieden. Dies gepaart mit seinem Buchwissen, macht Tungdil zu einem sehr interessanten und sympathischen Charakter. Tungdil bastelt sich eine sehr interessante Gruppe zusammen, welche mit ihm auf das Abenteuer gehen soll, diese ganz besondere Waffe zu schmieden. Als diese illustre Truppe dann auch noch auf eine Schauspieltruppe stößt und sie zwangsläufig mitnehmen muss, wird es noch interesasanter und amüsanter. Doch mein liebster Charakter ist ganz klar: Boïndil Zweiklinge. Er ist so herrlich irre und hat immer einen stichelnden Spruch auf den Lippen. Zudem stürzt er sich in jedes Ork-Gefecht mit dem Schlachtruf: „Oink, oink, kleines Schweinchen“! Wirklich grandios. Mit dieser Charakterzusammenstellung ist Lesefreude garantiert!
Besonders schön ist auch, dass es sich hierbei zwar um einen Reihen-Auftakt handelt, die Geschichte hier aber so in sich abgeschlossen ist, dass man das Buch auch getrost für sich selbst lesen kann. Dies ist vor allem von Vorteil, wenn man sich noch nicht sicher ist, ob die Reihe etwas für einen ist!
Markus Heitz schafft es durch verschiedene Nebenschauplätze, die kurz und knapp aus anderen Perspektiven geschildert werden, die Geschichte plastisch werden zu lassen. Zudem hat Heitz einen klaren, sehr angenehmen Schreistil, bei dem in diesem Buch auch der Humor nicht zu kurz kommt. Bei den verschiedenen Perspektiven gibt es keine Möglichkeit durcheinander zu kommen, da vor jedem Abschnitt genaue Orts- und Zeitangabe erfolgen. Da die Geschichte (bis auf den Einstieg) chronologisch erzählt wird, ist es nicht tragisch, dass die Zeitangabe dabei stets sehr vage ist und sich lediglich an den Jahreszeiten orientiert. Als Hilfestellung gibt es vorn im Buch zwei Karten vom geborgenen Land und Dramatis personae zum Nachschlagen.

Die Zwerge SonderausgabeZur Sonderausgabe: Wie bereits erwähnt, habe ich das Buch nun zum zweiten Mal gelesen. Beim ersten Mal war es noch die Standardausgabe, doch ich konnte es mir beim zweiten Mal nicht nehmen lassen, zur schicken Sonderausgabe zu greifen, die es einmal beim Piper-Verlag zu erstehen gab. Diese ist nicht nur hübsch silbern gebunden und verfügt über ein Lesebändchen, wie es ja bereits fast Standard ist, sondern steckt in einem stabilen Pappschuber anstelle eines Schutzumschlages und beinhaltet eine ganze Reihe farbiger Illustrationen des Illustrators Klaus Scherwinski. Diese Bilder sind auf stabilerem, glänzendem Papier gedruckt und sind wirklich hervorragend gelungen. Besonders schön finde ich, dass sie im Prinzip komplett in Sepia-Tönen gehalten sind und nur die Hauptfigur im Bild coloriert ist. Dies hat eine sehr schöne Wirkung und macht die Bilder zu einer wahren Bereicherung des Buches. Leider ist diese Sonderausgabe nicht mehr regulär erhältlich.

Fazit: Die Zwerge besticht durch eine interessante Zusammenstellung von Charakteren, die sowohl Witz und Spannung erzeugen und die eine oder andere Intrige planen. So ist das Buch niemals langweilig auch nicht in den Kampfsituationen. Die Geschichte an sich ist zwar nicht als neu, sondern eher als klassisch zu bezeichnen, aber wirklich gut, was vor allem an den Charakteren liegt. Die Zwerge ist meiner Meinung nach nach daher ein moderner Klassiker der Fantasy-Literatur. Wer gern High-Fantasy liest, sollte dieses Buch gelesen haben!

Bewertung_10_hBuchdaten: Die Zwerge – Markus Heitz
Aus der Reihe: Die Zwerge
Genre: Fantasy
Klappenbroschur
640 Seiten
Piper
Erschienen: 2003
ISBN: 978-3-492-70076-4
Preis: 15,99€

Übersicht über den Zyklus:

Die Legenden der Albae 1 Die Legenden der Albae 2 Die Zwerge Der Krieg der Zwerge
Albae Teil 1 Albae Teil 2 Zwerge Teil 1 Zwerge Teil 2
(5198-5199) (5199-5200) (6234-6234) (6234-6235)
Rezension Rezension Rezension Rezension
Die Rache der Zwerge Die Legenden der Albae 3 Das Schicksal der Zwerge Tobender Sturm
Zwerge Teil 3 Albae Teil 3  Zwerge Teil 4 Albae Teil 4
(6241-6241) (6241-6241) (6491-6492) (6491-6491)
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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Philip sagt:

    Um es kurz zu machen. Ich kann dir absolut zustimmen. „Die Zwerge“ ist ein absolut gelungener und zeitloser Fantasy-Roman 🙂

    Liebe Grüße
    Philip

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