Markus Heitz – Exkarnation

Die Geschichte um Eric und Sia geht weiter…

Exkarnation in der Auftaktband einer neuen Trilogie, in der jedoch Charaktere aus Heitz‘ früheren Werken vorkommen. Eine Auflistung der zusammengehörenden Buchreihen kann weiter unten nachgelesen werden.

ExkarnationZum Inhalt: Ein Wagen rast unvermittelt auf sie zu und überrollt sie. Claire stirbt an Ort und Stelle, obwohl sie ihrem Mann noch helfen wollte, der vor ihren Augen bei einem ­Überfall erschossen wird – doch ihre Seele verlässt die Erde nicht. Beherrscht von dem Wunsch, den Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, fährt sie in den Leib der Selbstmörderin Lene von Bechstein. Doch Lenes ­Körper war eigentlich für jemand anderen vorgesehen, und Claire gerät mitten hinein in einen uralten Krieg. (Quelle)

Meine Meinung: Ich habe – vor allem nach dem Klappentext – nicht damit gerechnet und war auch sonst nicht durch irgendwelche Informationen darauf vorbereitet, aber: Mit diesem Buch geht die Geschichte um Eric und Sia, die ihren Anfang vor Ewigkeiten mit Ritus/Sanctum und der Judas-Trilogie fand, nach vier Jahren Pause tatsächlich weiter.
Schade nur, dass sich relativ schnell heraus kristallisiert, dass eigentlich nur Eric mit von der Partie ist und auch nur die Hauptrolle in einem Nebenerzählstrag spielt, denn die eigentliche Hauptrolle erhält hier Claire, die nun im Körper von Lene von Bechstein haust und versucht nicht nur mit ihrem Leben wieder klar zu kommen, sondern auch zu erfahren, wer sie und ihren Mann auf dem Gewissen hat, warum und was das alles mit dieser Seelenwanderung zu tun hat. Im Laufe des Buches werden zwar schon Schnittstellen zwischen den beiden Handlungssträngen deutlich, aber sie sind noch weit davon entfernt zusammen zu laufen. Spätestens ab dem Moment, als mir das klar wurde, habe ich mal hinten im Nachwort gespickt: Ja, Exkarnation ist kein Einzelband, sondern ein Auftakt zu einer Trilogie. Gut, dann kann ich verzeihen, dass die Handlungen noch sehr parallel laufen und auch, dass es praktisch kein Finale gibt in diesem Buch. Stattdessen werden hier Grundlagen für die weiteren Teile gelegt und der Leser in manchen Dingen im Unklaren gelassen. Das Buch lässt sich zwar gut lesen, aber sauer aufgestoßen ist mir das Fehlen eines finaleähnlichen Höhepunktes schon. Hier gibt es Steigerungspotential für die nächsten Bände. Sehr gefehlt haben mir die sonst immer an passenden Stellen eingeflochtenen Wiederholungen der Inhalte aus den anderen Büchern. Sicher, hier mag es um Claire und die Alten Seelen gehen, aber es spielen eben auch aus anderen Reihen bekannte Figuren mit und ich kann mich leider nach so vielen Jahren Pause nicht mehr an alle Details erinnern. Und auch an entscheidende Wendepunkte kann ich mich nicht immer erinnern… so z.B. war mir nicht mehr bewusst, woher Eric diese Dämomenkräfte hat. In meiner Erinnerung fährt er noch mit seinem weißen Cayenne herum und jagd Werwölfe… Über kurze Wiederholungen innerhalb mancher inneren Monologe hätte ich mich daher sehr gefreut.
Gut gelungen ist jedoch, dass Heitz mit seinen eigenen erdachten Grundsätzen spielt: Justine war in der Hölle. Werwölfe und Vampire gibt es, da Dämomen Menschen so geformt haben, damit sie ihnen dienen. So hat er das in den vorangegangenen Bänden entwickelt. Nun ist die Seele Schuld am unmenschlichen Dasein, nicht mehr ein Dämon und Eric weiß nun nicht ob er dies glauben soll und ob es eventuell doch noch Hoffnung für ihn auf Heilung gibt. Dies finde ich sehr spannend, da mir noch nicht klar ist, wie Heitz so die Hölle erklären will. Von daher werde ich die Trilogie auf jeden Fall gespannt weiterverfolgen. Dass er Eric und Co. hier mitspielen lässt, finde ich sehr konsequent und auf keinen Fall überzogen, denn Heitz wählt immer wieder dieselben Schauplätze, wie z.B. Leipzig und da liegt es nur nahe, dass es stets dasselbe Leipzig ist und nicht mal eins mit Werwölfen und dann mal eines mit Alten Seelen. Die logische Entwicklung daraus wäre eigentlich auch, dass Korff aus Oneiros auch noch mit seinem Ars Moriendi, das jedenfalls schon einmal erwähnt wurde, auf den Plan treten würde. Mich würde es jedenfalls freuen.
Ich bin der Meinung, dass man dieses Buch als Trilogie-Auftakt zuerst lesen könnte, aber ich würde jedem raten, zunächst die anderen Bücher zu lesen, da die zum einen sehr gut sind, zum anderen ist es immer schöner, etwas über bereits bekannte Figuren zu lesen, als zwischen den Zeilen, dass da mehr war, man davon aber nicht weiß.

Fazit: Heitz schlägt hiermit ein neues Kapitel in seinem Dunklen Pakt auf und bringt mit den Alten Seelen einen neuen Gegenspieler ein. So haben auch aus den alten Bänden bekannte Helden ihren Auftritt, wobei Eric hier nunmehr der wichtigste war. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, gerade wegen dem Zusammenhang zu den anderen Bänden, aber eines hat mich dennoch gestört: Ich lese gern Bücher mit einer klassischen Struktur und hier hat mir das Finale gefehlt. Es war zwar trotzdem stets spannend und ließ sich gut lesen, aber gefehlt hat mir das Finale trotzdem. Ich freue mich dennoch schon sehr auf die Fortsetzungen und ein Wiedersehen mit den anderen bekannten Figuren.

Bewertung_08_hBuchdaten: Exkarnation – Markus Heitz
Genre: Dark-Fantasy
Broschierth
608 Seiten
Knaur
Erschienen: 01. August 2014
ISBN: 978-3-426-51623-2
Preis: 14,99€

Exkaranation ist ein Teil eines Komplexes. Dieser setzt sich bisher wie folgt zusammen dem Werwolf-Zweiteiler Ritus und Sanctum, der Vampir-Trilogie um die Kinder des Judas und dem Roman Blutportale und nun eben Exkarnation. Jeder Teil des Komplexes lässt sich ohne Probleme unabhängig von den anderen lesen. Wenn man jedoch alle Teile lesen möchte, dann schlage ich folgende Reihenfolge (nach Erscheinungsdatum) vor: Ritus, Sanctum, Kinder des Judas, Blutportale, Judassohn, Judastöchter, Exkarnation.

Ritus Sanctum Kinder des Judas Blutportale
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
Judassohn Judastöchter Exkarnation
Teil 5 Teil 6 Teil 7
Rezension Rezension Rezension
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