Volker Klüpfel/Michael Kobr – Grimmbart

Ein weiterer gelungener Klufti-Krimi

978-3-426-19938-1_DruckGrimmbart ist der achte Fall des kauzigen Kommissars Kluftinger aus dem Allgäu. Eine Auflistung der bisher erschienenen Fälle erfolgt unten.

Zum Inhalt: Kluftingers neuer Fall führt ihn ins Schloss in Bad Grönenbach, wo ihn allerlei Merkwürdiges erwartet: Die Frau des Barons wurde nicht nur ermordet, sondern auch noch wie auf einem uralten Familienporträt hergerichtet. Auf dem Gemälde ist ein Mann mit seltsam gelben Augen zu sehen. Und der Baron verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald. Auch privat geht es bei Kluftinger märchenhaft zu: Sein Sohn heiratet, und zur Feier haben sich die Schwiegereltern aus Japan angesagt. Zum Glück lässt Kluftingers Intimfeind Langhammer nicht lange auf sich warten, um dem Kommissar bei dieser kulturellen Herausforderung zu helfen. (Quelle)

Meine Meinung: Endlich wieder ein neuer Klufti! Leider war das Buch bei meinem letzten Besuch im Allgäu noch nicht erschienen, so dass ich es wohl oder übel in heimischen Gefilden lesen musste. Das hat der Lektüre aber auch keinen Abbruch getan, da ich finde, dass in diesem Teil das Autorenduo in Sachen Lokalkolorit Abstriche gemacht hat. Statt allgäuer Absonderlichkeiten ging es hier mehr um den kulturellen Zusammenstoß Allgäu Japan, denn Kluftis Sohn Markus heiratet und die japanische Familie residiert für eine Woche bei Kluftingers. Das hat zweifellos Charme, wenn auch einen etwas anderen, gerade als die ersten Klufti-Bände. Ansonsten ist viel gleich geblieben: Kluftinger lässt kaum ein Fettnäpfchen aus und so musste ich sehr oft schmunzeln. In seiner Dienststelle gibt es einen neuen Chef, viel mehr eine neue Chefin und auch mit ihr gibt es einige Kommunikationsschwierigkeiten. Da sie aus Niedersachsen stammt, bietet die Figur gutes Potential für weitere kulturelle Zusammenstöße und Peinlichkeiten. Natürlich gibt es auch wieder einen Fall zu lösen: Im Schloss Grimmbart wurde die Fürstin ermordet. Klufti und sein Team müssen nun mit Adeligen verkehren und das fällt nicht so leicht. Die Ermittlungen haben mir eigentlich gut gefallen, allerdings gab es hier ein Märchenmotiv, das ruhig noch weiter hätte ausgeführt werden können. Gerade gegen Ende des Buches hatte ich außerdem das Gefühl, als sei die Hochzeit weit wichtiger, als die Ermittlungen, was ein bißchen auf Kosten der Spannung ging. Irgendwie geschickt, aber irgendwie auch zu einfach gestaltete sich daher das Finale: Selbstredend musste die Hochzeit eine Rolle spielen und Klufti löst den Fall dann eher per Zufall und ohne sein Team. Das passt zwar zur Reihe, da Klufti ja immer seine Eingebungen hat, aber enttäuscht war ich trotzdem. Mir hat da auf jeden Fall die Spannung gefehlt, aber ein rührseliger Klufti hat das schon beinahe wettmachen können.

Fazit: War Kluftis letzter Fall richtig spannend, war es dieser leider nicht so wirklich, dabei hatte er Potential. Da die Ermittlungen jedoch hinter Markus‘ Hochzeit anstehen musste, war gerade das Finale mehr spontan denn spannend. Nichtsdestotrotz ist dies ein guter Teil der Serie, der mich wunderbar unterhalten hat, wenn auch diesmal wenigr Lokalkolorit eingebracht wurde. Zu Lachen gab es aber dennoch genug, dafür ist Klufti einfach zu kauzig und lässt kein Fettnäpfchen aus. Schade, dass ich nun schon wieder so lange auf den nächsten warten muss.

Bewertung_08_hBuchdaten: Grimmbart – Volker Klüpfel/Michael Kobr
Genre: Kriminalroman
Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
480 Seiten
Droemer
Erschienen: 20. September 2014
ISBN: 978-3-426-19938-1
Preis: 19,99€

Bisher in dieser Reihe erschienen:

 Volker Klüpfel/Michael Kobr – Erntedank Volker Klüpfel/Michael Kobr – Seegrund Laienspiel
Fall 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
Rauhnacht Schutzpatron Herzblut 978-3-426-19938-1_Druck
Teil 5 Teil 6  Teil 7 Teil 8
Rezension Rezension Rezension  Rezension
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. My Crime Time sagt:

    Ich muss ja zugeben, dass die Kluftinger-Krimi nicht ganz so meins sind. Sie sind sehr kurzweilig und unterhaltsam, gar keine Frage. Aber mir ist da immer zu viel Privates und zu wenig Krimi drin. Hat man ja aber bei den meisten erfolgreichen Regionalkrimi-Reihen.

    1. horrorbiene sagt:

      Genau das mag ich aber an Krimi-Reihen sehr. Gerade lese ich den neuesten Band von Nele Neuhaus und da ärgere ich mich ein wenig, dass ich mich an die vielen Details der zwischenmenschlichen Beziehungen der Ermittler zu ihren Familien und auch untereinander im Krio-Team nicht mehr völlig erinnern kann. Für mich ist das ein ganz wichtiger Teil und wenn dies vom Autor zu minimalistisch ausgeführt ist, ist es für mich kein guter Krimi mehr. Es fehlt dann einfach was. Aber zugegeben, bei den Kluftinger Büchern und gerade in diesem Teil ist es schon beinahe zu viel Privates, aber bei diesen Passagen ist einfach zu viel Humor drin, als dass sich mich stören würden. 🙂

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