Robert Galbraith – Der Seidenspinner

Eine etwas lang geratene Fortsetzung

Der Seidenspinner von Robert GalbraithDer Seidenspinner ist der zweite Band einer Serie um den Privatdetektiv Cormoran Strike, die in London spielt. Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling. Eine Auflistung der bisher erschienenen Bänden erfolgt unten.

Zum Inhalt: Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören – zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen.
Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken – eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist … (Quelle)

Meine Meinung: Der erste Band der Cormoran-Strike-Reihe hat mir gut gefallen. Strike ist ein Ermittler, der dem Militär nach Kriegsunglück, bei dem er den Unterschenkel eines Beines verloren hat, den Rücken zugekehrt hat, um sich sein Geld nun als Privatdetektiv zu verdienen. An seiner Seite steht seine Sekretärin Robin, mit der er gemeinsam bereits einen medienwirksamen Fall aufklären konnte, so dass die Detektei nun gut läuft. Strike ist dabei nicht nur wegen seiner Prothese kein 0815-Typ, sondern hat er auch viele Eigenheiten. So vergesse ich beim Lesen stets, dass er eigentlich mit 36 noch jung ist, da er im Buch wesentlich älter erscheint.
In diesem Buch musste nun nichts mehr eingeführt werden, außer die Protagonisten des neuen Falls. Die Hauptfiguren sind bereits aus dem Vorgänger bekannt, so dass die Handlung sehr schnell in Gang kommt. Allerdings hatte ich auch diesmal wieder das Gefühl, als hätte der Geschichte ein wenig Straffung sehr gut getan. Die Ermittlung ist zwar nicht langweilig, aber es werden nicht viele Details aufgedeckt, dir zur Lösung des Falls beitragen können. Stattdessen werden viele verschieden beteiligte Personen interviewt, wobei Strike große Fortbewegungsprobleme hat, da er sich das Knie am amputierten Bein verdreht hat und nun noch mehr gehandicapt ist. Es geht daher alles irgendwie im Schneckentempo vorwärts. Am Ende hat Strike die Erleuchtug. Der Leser aber, der vorher bei jedem Schritt und Tritt dabei sein konnte, wird nun außen vor gelassen und erfährt nur noch Bruchstücke, bis im Finale dann der Mörder geschnappt wird. Das empfand ich stilistisch gesehen als ungeschickt. Auf diese Weise konnte ich nie wirklich miträtseln, wer den Mord nun begangen hat, da Strike auch mehr durch Eingebung darauf gekommen ist, statt durch Ermittlungsergebnisse. Dies ist bei einem Krimi recht ernüchternd.
Der Fall ist an sich aber wirklich gut gemacht: Ein Autor verschwindet und hinterlässt ein äußerst brisantes Manuskript, in dem er vielen seinr Bekannten ans Bein pinkelt. Seine Frau lässt ihn erst nach mehreren Tagen durch Strike suchen, der sich schnell in Londons Literatur- und Verlagswelt einarbeitet. Die Thematik des Falles hat mit daher sehr gut gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass der Inhalt des Manuskripts sehr krank ist – so etwas würde ich niemals lesen wollen – und daher das Opfer mir sehr unsympathisch war. Auch die Passagen, in denen das Mordszenario geschildert wird, empfand ich als ziemlich happig, dabei bin ich eigentlich kein zimperlicher Leser, da habe ich mein Kopfkino gut im Griff, aber hier ist mir auch etwas komisch geworden. Dies passt aber zu der Stimmung der Serie. Sie ist irgendwie düsterer, als bei manch anderen Krimis, was mir sehr gut gefällt.
Die „Hin-und her“-Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptcharkteren hat mir auch gut gefallen und ich bin mir sicher, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Fazit: Der Seidenspinner ist eine gelungene Fortsetzung von J. K. Rowlings Krimireihe um den Privatdetektiv Strike, die eine ganz eigene, düstere Stimmung verströmt, was mir gut gefällt. Leider ist das Finale meiner Meinung nach nicht gut gelungen, weil der Leser bei den entscheidenen Schlussfolgerungen außen vor gelassen wird, er aber nicht ausreichend Informationen hat, um selbst zu rätseln. Außerdem hätten die Ermittlungen gut um ein ganzen Stück gekürzt werden können. Nichtsdestotrotz, hat mir das Buch gut gefallen und ich habe Gefallen an dieser Reihe gefunden, so dass ich Cormoran Strike und seinen Ermittlungen auch weiterhin treu bleiben werde.

Bewertung_08_hBuchdaten: Der Seidenspinner – Robert Galbraith
Genre: Krimi

Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
672 Seiten
blanvalet
Erschienen: 24. November 2014
Originaltitel: The Silkworm
ISBN: 978-3-7645-0515-8
Preis: 19,99€

Der Ruf des Kuckucks Der Seidenspinner von Robert Galbraith
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