Joe Abercrombie – Blutklingen

Mit der Reihe geht es abwärts…

Blutklingen ist ein für sich stehendes Buch, das auf derselben Welt spielt wie Kriegsklingen etc. Es spielt zeitlich nach den bisher erschienenen Werken und hat teilweise bekannte Charaktere, lässt sich jedoch auch vollkommen losgelöst vom Rest lesen. Eine Auflistung aller bislang erhältlichen Teile erfolgt unten.

Blutklingen

Zum Inhalt: Jenseits der Grenze zum Königreich der Union beginnt das Land der Gesetzlosen. Ein Land, in dem jeder sich selbst der Nächste ist und in dem nur das schnellste Schwert oder die härteste Faust überlebt. Doch nun wurde hier Gold gefunden, und im großen Sturm auf die einst verlassenen Berge treffen Tausende Goldsucher, zwei rachedurstige Nordmänner, eine Bande von Mördern und die Agenten des Königreiches zusammen – und Blut, Gold und Tränen fließen in Strömen … (Quelle)

Meine Meinung: Leider konnte mich dieses Buch nicht völlig überzeugen. Die Trilogie, die den Anfang dieses Zyklus‘ bildet hat mir sehr gut gefallen, war sie doch überraschend anders. Sie brillierte durch ihre gelungenen Charaktere, die alles andere als lieb und brav waren, sondern überaus brutal, und dennoch unheimliche Sympathieträger. Doch alles andere kam leider nicht mehr an das Niveau der ersten Bücher heran und der Lesespaß wurde bei mir von nachfolgendem Buch zu Buch weniger. Wie gut, dass Abercrombie für sein nächstes Werk diese Welt von First Law verlassen wird.
Es ist mittlerweile ziemlich viel Zeit nach dem Ende von Königsklingen ins Land gezogen, was man sehr gut an den wenigen bekannten Figuren erkennt, die auch hier mitspielen. Besonders, dass eine lange verschollen geglaubte und mittlerweile in den Mythos übergegangene Figur, hier wieder eine Hauptrolle bekommt, hat mir sehr gut gefallen. Zwar war er zu Beginn nicht wieder zu erkennen, zeigte sich ab einem bestimmten Punkt dann aber doch wieder, wie gewohnt. Doch obwohl diese liebgewonnene und vermisste Figur wieder auftaucht, konnte der Funke bei mir nicht so recht überspringen, was vermutlich an der Konstruktionsweise dieses Buches lag.
Scheu kommt von einem kurzen Handelsausflug zurück zum heimischen Hof und findet ihn ausgebrannt vor. Der Knecht baumelt, ihre Geschwister wurden verschleppt. Gemeinsam mit ihrem Vater(ersatz) nimmt sie die Verfolgung auf, um ihre Geschwister zu retten. Auf der Spur der Entführer sammeln sie erst einen weiteren Betroffenen auf und schließen sich schließlich einer Karawane in Richtig Knick an, die ungefähr in dieselebe Richtung führt. Unterwegs und in Knick erleben sie so einige Abenteuer.
Die Stimmung dieses Buches ist wie im Wilden Westen: Ein Track Goldsucher macht sich auf in den Westen, um dort zu Geld zu kommen und durchuqert dabei eine Wüste bzw. wüste Gegend. Genau so ist es auch hier. Handfeuerwaffen gibt es zwar noch nicht, wohl aber eine Art Kanone, aber das Buch liest sich eindeutig mehr wie ein Western, als wie ein Fantasy-Roman. Das ist an sich nichts Schlechtes, aber aufgrund der Konstruktion „Vorfall – Reise – Ankuft – Kräfte sammeln – Rettung der Kinder – Finale“ ist dieses Buch sehr episodenhaft, so dass sich  bei mir keine wirkliche Spannung aufbauen konnte. Auch habe ich keinen wirklichen Zugang zu den Charakteren gefunden, und das obwohl ich mich auf das Wiedersehen mit dem einen wirklich sehr gefreut habe. Zwar ist dieses Buch gut geschrieben, mit der bekannt ehrlichen und manchmal etwas derben Wortwahl und dem teilweise blutigen Inhalt, aber dennoch war es irgendwie etwas ganz anderes und vor allem kein rundes Ganzes. Das Buch hat mich so gar nicht bei der Stange halten können, so das ich wirklich lage daran gelesen habe, was sonst so gar nicht meine Art ist. Im letzten Buch Heldenklingen hat mir die Rahmenhandlung gefehlt, was mir hier fehlt ist die Spannung. Die Handlung, die immerhin einen roten Faden hat, zieht sich wie Kaugummi. Schade. Ich hatte die Hoffnung, dass Abercrombie noch einmal so etwas hinlegt, wie in seiner genialen First Law-Trilogie. Gut, dass Abercrombie nun diese Welt verlässt und sich einer anderen widmet, denn ich denke, noch eines auf dieser Welt hätte ich nicht mehr gelesen.

Fazit: Ich habe das Gefühl, dass es mit den Geschichten Abercrombies nach der First-Law-Trilogie kontinuierlich abwärts geht. Diesem Buch hat eindeutig die Spannung gefehlt, dabei hatte es theoretisch gute Zutaten um ein wirklich interessantes Buch zu werden: Ein alter Bekannter ist wieder dabei. Die Wildwest/Goldgräber-Stimmung ist gut gelungen. Der Schreibstil ist bekannt und gut. Aber selbst die beste Handlung wird langweilig, wenn sie sich zieht wie ein zäher Kaugummi und das ist hier leider der Fall. Wenn es noch einmal ein Buch von dieser Welt erscheinen sollte, werde ich wahrscheinlich die Finger davon lassen.

Bewertung_06_hBuchdaten: Blutklingen – Joe Abercrombie
Genre: Fantasy
Taschenbuch 
752 Seiten
Heyne
Erschienen: 09. April 2013
Originaltitel: Red Country
ISBN: 978-3-453-31483-2
Preis: 15,99€

 Kriegsklingen  Feuerklingen  Joe Abercrombie – Königsklingen
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
Racheklingen von Joe Abercrombie Heldenklingen Blutklingen
Sequel „Teil 4“ Sequel „Teil 5“ Sequel „Teil 6“
Rezension Rezension Rezension

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Illegitim sagt:

    Schade – ich habe die Trilogie damals sehr gerne gelesen, diese rezension ist aber nicht das erste Anzeichen dafür, von den Folgebänden die Finger zu lassen. Ein eher bedauernswertes Erbe Tolkiens, dass viele Fantasy-Autoren meinen, so lange wie irgend möglich in ihrer einen Welt bleiben zu müssen. (Dafür habe ich allerdings von „Half a King“ viel gutes gehört – ich schätze, das wäre wohl der bessere Ansatzpunkt, um mit Abercrombie weiterzumachen.)

    1. horrorbiene sagt:

      Ich habe über Königsschwur noch nichts wirklich Überzeugendes gehört. Ich werde das Buch auf jeden Fall noch nicht zeitnah lesen, sondern erst abwarten, ob sich die Tendenz, immer schlechter zu werden, die sich bei den anderen Büchern zeigte, auch hier zeigt.

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