Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel

Kein Aufbau nach meinem Geschmack

Die Erfindung der Fluegel von Sue Monk KiddZum Inhalt: Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk – die zehnjährige Hetty »Handful«, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt … (Quelle)

Meine Meinung: Die Geschichte in diesem Buch basiert auf den historischen Schwestern Grimké und spielt zumeist im Süden Amerikas in der Zeit von 1803 bis 1838. Die beiden Schwestern waren bedeutende Vertreterinnen der Frauenbewegung und Gegner der Sklaverei.
Das Buch ist alles andere als schlecht. Es ist gut geschrieben, der Inhalt brisant, das Thema Sklaverei genau und sensibel geschildert. Die Geschichte basiert auf einer realen, historischen Begebenheit, was die Figuren noch plastischer macht und auch erschreckender, was sie erlebt haben. Gerade die Stimmung der damaligen Zeit wurde sehr gut eingefangen. Dennoch habe ich mich mit diesem Buch sehr schwer getan. Dies liegt vor allem daran, dass der Text in sechs Abschnitte geteilt ist und zwischendrin einige Zeit verstreicht. So ist es keine durchgehende Geschichte. Da manche dieser Abschnitte auch mehrere Jahre umfassen, vergeht auch in einem Abschnitt die Zeit mitunter sehr schnell. Zwar sind die geschilderten Episoden gut und atmosphärisch geschrieben, aber irgendwie wusste ich nie so wirklich, was das Buch nun wirklich erzählen will. Die Geschichte von Sarah und Handful, die Geschichte von Sarah und Nina oder einfach Sarahs Lebensgeschichte? Es ist von allem etwas und nichts davon ganz und genau das sind Dinge, die ich nicht mag. Ich hättes es besser gefunden, wenn es einen Schwerpunkt gegeben hätte und nicht drei. Dieses Wischiwaschi ist so gar nicht meins. Vor allem dachte ich die ganze Zeit, dass irgendwann mal wirklich was bewegt wird gegen die Sklaverei, aber als die Geschichte zu den interessanteren Passagen kam, wurde es recht kurz und dann war es auch schon aus. Dass die Geschichte dann auch noch von zwei Personen, nämlich Sarah und Handful erzählt wird, hat ihr Übriges dazu beigetragen, dass zwar beide Seiten der Medaille zu Wort kamen, aber keine ausführlich genug, so wie ich mir das bei einem guten historischen Roman vorstelle.

Fazit: Theoretisch sind also alle Zutaten zu einem guten Buch vorhanden. Die Konstruktionsweise der Geschicht, war jedoch alles andere als spannungsförderund und atmosphärisch. Es mag ja sein, dass solche historische Romanbiografien so sein müssen, mir gefällt der Schreibstil jedoch nicht.

Bewertung_06_hBuchdaten: Die Erfindung der Flügel – Sue Monk Kidd
Genre: Historischer Roman
Gebunden mit Schutzumschlag
496 Seiten
btb
Erschienen: 19. Janunar 2015
ISBN: 978-3-442-75485-4
Preis: 19,99€

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Kathrin sagt:

    Schade, dass das Buch dich nicht überzeugt hat. Ich bin gerade mittendrin und finde es wunderbar (auch wenn es mit „Die Bienenhüterin“ nicht mithalten kann). Und was du kritisierst, also dass sich das Buch nicht auf eine Sache konzentriert, finde ich gerade gut, weil es so vielmehr zu einem Portrait der Zeit wird. So unterschiedlich können Geschmäcker also sein 🙂 Aber es wäre ja auch langweilig und traurig, wenn jedes Buch jedem gleichermaßen gefallen (respektive nicht gefallen) würde.

    1. horrorbiene sagt:

      Genau so ist es. Deswegen bleibe ich ja meistens auch bei Fantasy. Das liegt mir mehr. 😉

      1. Kathrin sagt:

        Dafür gibt es ja auch so viele unterschiedliche Genres und Themen und Schreibstile. 🙂 Und wenn man mal aus den üblichen Lieblingsgenres ausbricht, muss man eben damit rechnen, auch enttäuscht zu werden. Ist bei mir ja nicht anders, wenn es um Krimis oder Thriller geht – ich probiere es immer wieder, häufig packt es mich nicht, aber ab und zu ist ein Buch dabei, das mich dann doch überzeugt.

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