Trudi Canavan – Magie

Ein gelungener Fantasy-Roman

MagieMagie ist ein für sich stehender Roman, der jedoch die Vorgeschichte in der fernen Vergangenheit der in Kyralia/Sachaka angesiedelten Trilogien Die Gilde der schwarzen Magier und Sonea bildet. Eine Auflistung aller Titel in chronologischer Reihenfolge der Ereignisse in den Romanen erfogt unten.

Zum Inhalt: Tessia wächst als die Tochter eines Dorfheilers in Kyralia auf, und nichts wünscht sie sich sehnlicher, als selbst Heilerin zu werden. Doch dann entdeckt Lord Dakon in Tessia die seltene Gabe der Magie. Bei allem Stolz über ihre unerwartete Bestimmung erkennt Tessia jedoch schon bald, dass mit ihren magischen Kräften auch große Gefahren einhergehen. Denn Kyralia steht kurz vor einem Krieg mit dem Nachbarreich Sachaka – und Tessia muss schneller lernen, ihre Magie zu beherrschen, als jemals eine Novizin vor ihr … (Quelle)

Meine Geschichte zum Buch: Ich habe dieses Buch damals bereits sofort am Erscheinungstag – natürlich die gebundene Ausgabe – gekauft, da ich von der Trilogie Die Gilde der Scharzen Magier so begeistert war. Allerdings hat es bis vor Kurzem ungelesen in meinem Regal gestanden – über fünf Jahre lang. Das war so nicht geplant. Ich habe sogar die Sonea-Trilogie vorher gelesen. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Da ich nun aber ernsthaft versuche den SUB abzubauen und dabei vorwiegend regalweise vorgehe, habe ich es nun endlich geschafft, diesen Schatz im Regal zu lesen.

Meine Meinung: Ich habe mich auf die Lektüre des Buches wirklich gefreut. Nicht nur, weil es die Vorgeschichte zur von mir geschätzen Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier ist, sondern auch weil es ein umfangreicher Einzelband ist. Manchmal habe ich nicht unbedingt Lust mich an die Lektüre einer ganzen Trilogie zu machen und da war dieser Einzelband genau das Richtige. Mit über 700 Seiten ist auch die Länge genau nach meinem Geschmack.
Die Geschichte hat sich sehr gut aufgebaut: Der Leser lernt Tessia, die Tochter des örtlichen Heilers, bei ihrer Arbeit kennen. Sofort kommen auch die anderen Hauptcharaktere hinzu: der Magier ders Ortes Dakon und sein Meisterschüler Jayan, denn Tessia und ihr Vater werden in das Herrenhaus gerufen, weil der sachakanische Gast Dakons seinen Sklaven beinahe zu Tode geprügelt hat. Die Grundsteine für die Geschichte sind gelegt. Es zeichnen sich im Laufe der Geschichte viele Entwicklungen ab, die in den späteren Trilogien Canavans dann zum Tragen kamen, wie z.B. die Gilde oder auch einige Elemente aus Sonea. So war mir z.B. nicht klar, was die Figur Stara zu bedeuten hatte, die erst ab Mitte des Buches hinzukam. Ihre Geschichte spielt sich vollständig in Sachaka ab und hat praktisch mit der Haupthandlung nichts zu tun. Diese Passagen zu lesen hat mich zu Beginn sehr gestört, da ich zum einen (noch) nicht wusste, worauf das hinauslaufen soll, zum anderen wollte ich auch wissen, wie es bei Tessia weitergeht. Zwar habe ich mich irgendwann auch mit Stara anfreunden können und mir wurde auch klar, dass hier etwas die historischen Anfänge eines Elements aus Sonea passierten, dennoch kam ich nicht umhin, dass ich es als störend empfunden habe.
Dabei war gerade die Erzählung des Hauptstranges zu schön linear. Zwar dürfen mehrere Charaktere die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen (Tessia, Dakon, Jayan, der Sklave), aber sie wechseln durchaus innerhalb eines Kapitels und da die Figuren ja zumeist an einem Ort sind, muss man nicht warten, bis es mit der Handlung der einen Person weitergeht. Dies hat mir gut gefallen, war es doch so sehr einfach der Handlung zu folgen.
Obwohl das Thema Magie und die Ausbildung zum Magier eigentlich genau meine Lieblingsthemen sind und die Figuren zudem nicht nur sympathisch, sodern auch gut konstruiert waren, habe ich dennoch lange gebraucht, bis ich einen Zugang finden konnte. Erklären kann ich mir das nicht, denn eigentlich hat dieses Buch wirklich alles, was einen guten Fantasy-Roman ausmacht.
Nur eines hat meiner Meinung nach gefehlt: Ich bin wirklich kein Freund von zu viel Romantik und Kitsch in Fantasy-Büchern, aber irgendwie haben mir die Charaktere so gut gefallen, dass ich ihnen etwas mehr davon gewünscht hätte. Zwar ist alles ganz nach meiner Vorstellung ausgegangen, es hätte aber ruhig noch mehr betont werden können.
Dieses Buch hat letzlich nur beschrieben, wie es kam, dass die Kyralier die Idee hatten, eine Magiergilde zu gründen. Leider endete das Buch so, dass gerade die Gründung nicht mehr enthalten ist. Daher hätte ich mir gewünscht – und das obwohl ich mich eigenlich gefreut habe, dass es ein Einzelband ist – dass es noch eine Fortsetzung geben würde, die den Aufbau der Gilde beschreibt. Vielleicht lese ich bei Gelegenheit einfach Die Gilde der Schwarzen Magier noch einmal.

Fazit: Magie ist ein überzeugend geschriebener Einzelroman, der zeitlich vor den Trilogien Die Gilde der Schwarzen Magier und Sonea angesiedelt ist und historische Begebenheiten aus diesen darstellt. Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir wünschte, auch dieser hätte noch eine Fortsetzung. Dieses Buch ist im Grunde ein Muss, für all diejenigen, die die anderen Trilogien gern gelesen haben. Es ist aber auch als Einstieg in diese Welt geeigenet.

Buchdaten: Magie – Trudi Canavan
Genre: Fantasy
Taschenbuch
736 Seiten
blanvalet
Erschienen: 18. Oktober 2013
Originaltitel: The Magician’s Apprentice
ISBN:
978-3-442-37558-5
Preis: 10,99€

Der Zyklus um Sonea und die Gilde der Schwarzen Magier umfasst momentan folgende Bände in chronologischer Reihenfolge:

Magie Die Gilde der Schwarzen Magier 1 von Trudi Canavan Die Gilde der Schwarzen Magier 2 von Trudi Canavan Die Gilde der Schwarzen Magier 3 von Trudi Canavan
Teil 0 Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension Rezension
Sonea 1 Sonea 2 Sonea 3
Teil 1 (4) Teil 2 (5) Teil 3 (6)
Rezension Rezension Rezension
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nazurka sagt:

    Hach, ich habe Magie einfach GELIEBT! Das war DAS BUCH, weshalb ich so ein Fantasyfreak geworden bin und was alles zum Rollen gebracht hat. ^.^ Mich freuts, dass es dir auch so gut gefallen hat!!! 🙂

    1. horrorbiene sagt:

      Ich hätte gern mehr solcher Bücher! Hast du denn mal etwas Vergleichbares entdeckt?

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