Patrick Rothfuss – Die Musik der Stille

Eine ungewöhnliche, aber schöne Geschichte

Die Musik der StilleDie Musik der Stille ist eine Geschichte über Auri, einer Figur aus der Welt der Konigsmörder-Chronik, die diese zwar ergänzt, aber inhaltlich nicht weiterführt.

Zum Inhalt: Die Universität von Imre ist weithin bekannt für ihre Gelehrsamkeit. Die besten Köpfe zieht sie an, die Rätsel der Wissenschaft, des Handwerks und der Alchemie zu entschlüsseln. Aber tief unter dem lebendigen Treiben in ihren Hallen erstreckt sich ein Netz verlassener Räume und alter Gänge. Im Herzen dieses höhlenartigen Labyrinths lebt das Mädchen Auri. Das »Unterding« ist ihr Zuhause. (Quelle)

Meine Meinung: Ich mag die Reihe Die Königsmörder-Chronik sehr. Auch wenn ich an einigen Stelle herum gekrittelt habe, schätze ich Rothfuss‘ Werk sehr. Daher hat es mich gefreut, dass es eine Neuerscheinung von ihm gibt – allerdings hätte ich mich über den dritten Tag weitaus mehr gefreut. Doch Auri ist ein interessanter Charakter und daher wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
Ich bin ein bekennender Fan der Bücher von Hobbit Presse/Klett Cotta. Sie sind alle so schön gebunden und illustriert. So auch dieses. Aber da es vom Umfang her recht kurz ist, ist es in Taschenbuchgröße erschienen und dabei nicht sonderlich dick. Da ich die Bücher mit Schutzumschlag zum Lesen stets ausziehe, hielt ich hier eine hellblaue Schönheit in den Händen, die mich sehr, sehr stark an einen Gedichtband erinnerte. Diese Gedichtbände haben etwas Zierliches und doch Erhabenes, allerdings mag ich Gedichte in der Masse nicht so sehr, daher besitze ich kaum welche. Dies ist aber zum Glück kein Gedichtband, sondern eine Geschichte, die auf einer Fantasy-Welt spielt. Allerdings kommt der Inhalt, trotz fehlender Verse, einem Gedicht schon recht nahe, da die Geschichte anders ist, da Auri einfach anders ist.
Rothfuss hat in seinem Vorwort eindeutig geschrieben, dass die Geschichte anders ist und warnt die Leser vor, dass sie vielleicht ob der Andersartigkeit enttäuscht sein könnten. Er warnt regelrecht davor das Buch zu kaufen, wenn man sich darauf nicht einlassen mag. Dies finde ich auf der einen Seite sehr mutig, da er mögliche potentielle Leser vergraulen könnte. Auf der anderen Seite finde ich es aber auch notwendig, da die Geschicht wirklich sehr anders ist und er damit potentielle Leser vielleicht nachhaltig vergrault, weil sie denken, alles was er schreibt sei so. Ich konnte mich so auf jeden Fall gut auf das Buch einstimmen und hatte anschließend einige – wenn auch wenige – schöne Lesestunden mit Auri.
Ich mag das Buch nicht kritisieren, da es so vollkommen anders ist. Würde ich es anhand von den gängigen Kriterien auseinander nehmen, würde es wohl gnadenlos durchfallen, da es nicht spannend ist, sondern regelrecht irr. Doch das Gesamtbild wirkt, vor allem, wenn man die Figur aus Rothfuss‘ Hauptwerk kennt und ihr Handeln somit (halbwegs) einordnen kann. Mir hat das Buch gefallen. Sehr sogar. Doch zugegeben, ich könnte  nicht nur solche Geschichten bzw. Bücher lesen.

Fazit: Wer die Königsmörder-Chronik mag und das Setting, kann und sollte sich an dieses Kunstwerk heran trauen. Wer sich unsicher ist – was durchaus berechtigt ist – sollte vielleicht zunächst das Vorwort lesen und dann in die Geschichte hineinlesen, um zu schauen, ob das etwas für einen ist, denn das Buch ist wirklich außergewöhnlich, eben einfach anders. Wer sich darauf einlassen kann, wird mit einer wundervollen – zwar irgendwie irren, aber immer noch wundervollen – Geschichte belohnt. Wer die Königsmörder-Chronik nicht kennt, lässt lieber zunächst die Finger hiervon und lies erst diese.

Buchdaten: Die Musik der Stille – Patrick Rothfuss
Aus der Reihe: Die Königsmöder-Chronik
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag

173 Seiten
Hobbit Presse bei Klett Cotta
Erschienen: März 2015
Originaltitel: The Slow Regard of Silent Things
ISBN: 978-3-608-96020-4
Preis: 17,95€

 

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich habe schon geahnt, dass es Leser gibt, die dieses Buch mögen. Faszinierend!
    Ich fand es auch nicht total doof, aber irgendwie… hätt ich mir das Leseneindeutig auch sparen können. 😀

    1. horrorbiene sagt:

      Verstehen kann ich dich schon. Es ist eben speziell. Aber sieh es so: Es ist jedenfalls kurz. 😃

      1. Ja, ich hab es auch nicht total ungern gelesen, denn Rothfuss schreibt natürlich trotzdem gut. Aber es hat mir eben auch nicht das gebracht, was ich mir von einem Buch wünsche: Unterhaltung, Freude oder gedankliche Anregungen.

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