Tad Williams – Der Abschiedsstein

Viel geschehen, nichts passiert

Der AbschiedssteinDer Abschiedsstein ist der zweite Band eines Vierteilers mit dem Titel Das Geheimnis der großen Schwerter. Eine vollständige Auflistung erfolgt unten.

Zum Inhalt: Der untote Elbenprinz Ineluki ist zurück und will sich für vergangenes Unrecht an den Menschen rächen. Für seine grausamen Ziele hat er sich mit Elias verbündet, der die Herrschaft auf dem Hochhorst übernommen hat. Josua, Elias Bruder und Konkurrent um die Thronfolge, ist nur knapp einem Anschlag entkommen. (Quelle)

Meine Meinung: Als ich den ersten Band gelesen habe, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, die Reihe in einem Stück zu lesen. Merkwürdigerweise ist nun zwischen dem Lesen von Band eins und zwei genau ein Jahr vergangen. Beim lesen hat mir das erste Buch gut gefallen, wenn es auch einige Startschwierigkeiten hatte, im Nachhinein gesehen, scheint es mich doch nicht so ganz überzeugt zu haben, sonst hätte ich wohl gleich weiter gelesen. Beschrieben habe ich Der Drachenbeinthron vor allem mit dem Wort „opulent“. Und das war es auch. Die Geschichte um die großen Schwerter ist sehr komplex und es gibt viele Personen und Völker die hier agieren und sehr einfach gesagt versuchen, die Welt von Osten Ard vor dem Ende zu bewahren.
In diesem Buch nun soll das gewonnene große Schwert Dorn zu dem geflüchteten Prinzen Josua gebracht werden, auf dessen Schultern alle Hoffnungen ruhen. Die Helden des ersten Buches haben sich in verschiedene Gruppe getrennt (oder waren es bereits) und machen sich nun auf, sich am Abschiedsstein zu sammeln – wenn auch nicht alle Gruppen. Miriamel irrt mit Cadrach umher und ein weiterer Treffpunkt für zwei Partein ist Kwanitupul. Mehr passiert in diesem Buch im Grunde nicht. Natürlich erleben die Charaktere auf ihrem Weg dorthin viel, aber irgendwie nichts Bahnbrechendes. Das Buch ließ sich im Grunde zwar gut lesen und war spannend, aber es war trotzdem irgendwie zäh wie Kaugummi. Ich kann mir nicht erklären woran es liegt, denn eigentlich mag ich High Fantsay sehr und je opulenter sie ist, desto besser, aber ich weiß noch nicht recht, ob mich diese Geschichte hier überzeugt. Sie hat viele, viele Charaktere und auch mehrere Perspektiven, die sie unübersichtlich machen könnten, aber z.B. das Das Lied von Eis und Feuer hat mehr und letzteres gefällt mir sehr. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass noch nicht wirklich abzusehen ist, wie die Bedrohung abgewendet werden kann oder anders gesagt, was der rote Faden ist. Aber auch hier ist es bei  Das Lied von Eis und Feuer viel schlimmer und es gefällt mir sehr, da es irgendwie mitreißender geschrieben ist. Williams‘ Schreibstil ist aber auch nicht schlecht. Dem Troll Binabik z.B. hat er eine sehr süße Sprache gegeben, der die Fremdartigkeit der Rasse schön darstellt. Trotzdem hat es mich einfach nicht mitgerissen. Vielleicht ist es einfach auch zu lang. Mir graut daher schon ein wenig vor den nächsten zwei Teilen, die im Original eigentlich mal ein Band waren…
Man kann dieses Buch wahrlicht nicht nebenher lesen, denn es gehört schon viel Arbeit dazu in die Welt einzutauchen und bei der Stange zu bleiben. Daher werde ich nicht wieder ein Jahr warten, bis ich den nächsten Teil der Trilogie lesen werde.
Hilfreich ist auf jeden Fall der Anhang, der die Personen nach Herkunft und Rasse auflistet und auch einige Orte, Redensarten und Gegenstände zu finden sind. Die Karte im Innenteil der Buchdeckel ist zwar gelungen und es ist auch unabdingbar, dass sie da ist, aber mir hat der Abschiedsstein bei diesem Reiseabenteuer schlicht gefehlt. Ich war daher recht orientierungslos. Ansonsten besticht die Bindung und Ausstattung des Buches vollkommen.

Fazit: Das Lesen von Der Abschiedsstein war für mich ein ganzes Stück Arbeit, da sich der Inhalt teilweise gezogen hat wie Kaugummi. Ich kann mir nicht wirklich erklären warum mir das Buch nicht zu zusagt, denn eigentlich hat es alles, was ich sonst bei einem Buch so schätze: Ausführlichkeit, Vielschichtigkeit, Mehrperspektivität und ein guter Schreibstil. Doch mitreißen konnte es mich nicht, obwohl ich nichts kritisieren kann. Außer vielleicht, dass aufgrund des vielen Reisens viel geschieht, aber doch nichts passiert. Mir graut ein wenig vor der Masse der nachfolgenden Teile…

Bewertung_08_hBuchdaten: Der Abschiedsstein – Tad Williams
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
891 Seiten
Klett Cotta Hobbit Presse
Erschienen: 2010
ISBN: 978-3-608-93867-8
Preis: 24,95€

Der Vierteiler in der Übersicht:

Der Drachenbeinthron Der Abschiedsstein Die Nornenkönigin Der Engelsturm
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Rezension Rezension Rezension Rezension
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nazurka sagt:

    Das nenne ich mal ein wirklich gutes Fazit und finde es super, dass du das Buch dennoch so gut bewertet hast. Manche hätten es jetzt verrissen, und das wird dem deiner Rezi nach einfach nicht gerecht. Allerdings blicke ich bei dem Autor und seinen Reihen einfach nicht durch, obgleich ich ein paar seiner Bücher auf meinem SuB habe. 😀

    Liebste Grüße,
    Nazurka

    1. horrorbiene sagt:

      Als hätte ich es geahnt: Der nächste Teil ist richtig gut. Zweite Teile haben ja gern einen Durchhänger, um auf das Finale hinzuarbeiten. Das habe ich bei meiner Bewertung berücksichtigt. 😉

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