C. S. Pascat – Der verschollene Prinz

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Nicht das, was ich erwartet habe

Der verschollene Prinz von CS PacatDer verschollene Prinz ist der Auftaktroman der „Captive Prince“-Trilogie.

Zum Inhalt:  Eigentlich ist der Kriegerprinz Damen der rechtmäßige Erbe von Akielos, doch dann gerät er in Gefangenschaft und wird in die Sklaverei verkauft – ausgerechnet an Laurent, den Kronprinzen des verfeindeten Königreiches Vere. Laurent ist eitel, arrogant und grausam, und er steht für alles, was Damen hasst. Doch noch während er Fluchtpläne schmiedet, lernt Damen Laurent besser kennen, und schon bald weiß er nicht mehr, was wichtiger für ihn ist: Seinen eigenen Thron zurückzugewinnen oder an Laurents Seite zu kämpfen und das Geheimnis um dessen eiskaltes Herz zu lösen … (Quelle)

Meine Meinung: Ich muss zugeben, dass ich auf dieses Buch durch das Cover aufmerksam geworden bin. Es besticht mit einer Schlichtheit und ist dennoch ansprechend. Da es sich hierbei um Fantasy handelt und der Klappentext auch noch sehr ansprechend war, griff ich zu diesem Buch. Was ich allerdings nicht entdeckt hatte, waren diese typischen Zitate auf der Buchrücksteite. Dort stand u.a. „Eine atemberaubende Geschichte voll Sinnlichkeit, Intrigen und Abenteuer“. Hätte ich dies gelesen und dann auch noch den Klappentext bedacht, hätte mir vielleicht in den Sinn kommen können, dass dieses Buch vielleicht homoerotische Passagen enthält. Zugegeben war es dann nicht ganz so schlimm, wie ich es nach dem Lesen des Zitates befürchtet hatte, doch meinen Geschmack hat das Buch damit ganz sicher nicht getroffen.
Damian wurde von seinem Halbbruder verraten, der ihn in aus dem Weg haben wollte, da der Tod ihm nicht reichte. So wurde Damian als diplomatische Geste als Skalve an Laurent, den Kronprinz Veres und größter Feind des Reiches verschenkt. So gelangt Damian aus einem als barbarisch geltenden Land nach Vere. Einem wahren Sündenpfuhl: Heterosexueller Geschlechtsverkehr wird nur in der Ehe geduldet und Bastarde gelten als das schlimmste Übel. Um aber dennoch den Trieben (auch öffentlich) nachgeben zu können, suchen sie sich gleichgeschlechtliche Gespielinnen bzw. wie in Damians Fall Günstlinge, welche nichts anderes sind als Lustsklaven. Damian landet also bei Laurant, dem Thronprinzen von Vere, dessen Bruder und Vater Damian in einer Schlacht vor sechs Jahren getötet hatte. Damians Identität muss daher gewahrt werden.
Es geschieht, was offensichtlich ist: Es entsteht eine Beziehung zwischen Damian und Laurent, doch zum Glück nicht so, wie ich es zu Beginn befürchtet habe, denn Laurent verbirgt etwas. Dies macht die Geschichte zwar sehr interessant, so dass ich das Buch tatsächlich in nur zwei „Lesesessions“ gelesen habe, aber dennoch mag mir das Setting so gar nicht gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass sie für ihre Geschichte, die offensichtlich in einem mittelalterlich anmutenden Land spielt, eine unpassende Wortwahl nutzt. So ist dort von f***** und bl**** die Rede und auch zu viele moderne Formulierungen für die ich mir keine Beispiele notiert habe. Dies passt jedenfalls nicht wirklich zusammen. Zwar stehen Mittelalter und derbe Sprache nicht im Widerspruch zueinander, aber es wirkt allgemein zu modern. Dies könnte natürlich auch ein Übersetzungsproblem sein.
Was mich auch etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass die Geschichte nur 289 Seiten lang ist und das bei recht großer Schrift. Anders gesagt, die Geschichte ist kurz. Zwar endet sie an einem sinnvollen Punkt, aber es ist sehr deutlich, dass da noch viel passiern wird. Auf mich macht es eher den Eindruck, als könnte man – wenn die anderen zwei Teile ähnlich kurz sind – alle drei Bände auch gut in einen stecken, so dass man ein schönes ausführliches Buch hat und nicht drei halbgare Abschnitte. Aber es ist nun so wie ist es. Im Anschluss an die eigentliche Geschichte wurde eine Kurzgeschichte um Erasmus abgedruckt. Die ist zwar interessant, könnte man sich aber auch sparen, wenn die Figur des Erasmus nicht an Bedeutung gewinnt im Verlauf der Trilogie.

Fazit: Der verschollene Prinz ist ohne Frage ein gutes Buch nur hat es meinen Geschmack nicht getroffen, da ich nicht gern von homoerotischen Beziehungen lese. Zwar ist es hier sehr gut gemacht, aber das gesamte Setting ist mir dann doch zu obskur. Das ist aber nur meine persönliche Meinung und daher habe ich dies aus der Wertung größtenteils herausgelassen. Was mir nicht zugesagt hat, ist die verwendete Wortwahl, da sie nicht mit dem mittleralterlich anmutenden Setting harmonieren mag. Zudem ist das Buch sehr kurz. Obwohl sich das Buch sehr gut lesen ließ und mir das Cover ausgesprochen zugesagt hat, werde ich die Trilogie nicht weiter verfolgen. Dafür gibt es einfach zu viele Bücher, die mehr meinem Geschmack entsprechen.

Bewertung_08_hBuchdaten: Der verschollene Prinz – C.S. Pascat
Genre: Fantasy
Broschiert

320 Seiten

Heyne

Erschienen: 15. Juni 2015

ISBN: 978-3-453-31608-9
Preis: 12,99€

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Nanni sagt:

    Hey,

    ach wie gut, dass ich deine Rezi abgewartet habe. Homoerotisch ist auch nicht so meins, wobei ich darüber noch hinwegsehen könnte. Die anderen kleinen „Fails“, die du angesprochen hast, würden mich – glaube ich – dann doch stören.

    Liebe Grüße
    Nanni

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