Dawn Cook – Die Gesandte der Königin

am

Der erste Teil war besser

Die Gesandte der Königin ist ein in sich abgeschlossener Roman, der die Geschichte von Die Tochter der Königin fortführt und sollte daher nicht ohne dessen Kenntnis gelesen werden. Dieses Buch ist leider nur noch antiquarisch zu erhalten. Daher enthält diese Rezension auch kein Cover.

Zum Inhalt:  Tess – die ehemalige Prinzessin von Costenpolis – hat einen neuen Platz im Leben gefunden. Die dient ihrer Schwester, der Königin, als Gesandte und Vertraute. Da erleiden sie gemeinsam Schiffbruch, und ihre einzige Hoffnung auf Überleben scheint eine Bande von Piraten zu sein. Diese wollen die Situation natürlich für ihren eigenen Vorteil nutzen – doch dabei haben sie nicht mit Tess‘ erwachender Magie gerechnet! (Text auf dem Buchrücken)

Meine Meinung: Nachdem ich von dieser Autorin den Zyklus der Wahrheit gelesen hatte und dieser mich völlig überzeugen konnte, wollte ich auch diesen Zweiteiler lesen und freute mich auf einfache, aber gute Fantasy mit einer integrierten bezaubernden Liebesgeschichte. Der erste Band konnte mich dann leider nicht ganzlich überzeugen und obwohl dieser in sich abgeschlossen war, habe ich diesen zweiten Teil gleich nachgeschoben, weil ich das Buch nun einmal bereits im Regal stehen hatte.
Tess ist nun die Misdever Botschafterin für ihre Schwester die Königin Contessa und ist mit dieser, ihrem frisch angetrauten Ehemann nebst Anhang auf Tess‘ Schiff vermutlich auf Hochzeitsreise, so genau ließ sich das nicht erkennen. Sie geraten in einen Sturm und wollen an einer geschützten Stelle ankern, doch dort liegt bereits ein weiteres Schiff. Ganz der Etikette entsprechend, werden der Kapitän und der Erste Offizier zu einem Essen eingladen, doch schon bald häufen sich merkwürdige Situationen und schon bald ist klar, sie sind in die Fänge von Piraten geraten. Es entspinnt sich eine Piraten/Lösegeld/Rettungsstory, die sich in mehreren Episoden abspielt und immer aus Tess‘ Sicht in Ich-Perspektive erzählt wird. Zwischendurch ergeben sich interessante Wandlungen und Wendungen und es ist längst nicht alles so, wie es scheint, was das Buch noch unterhaltsam gestaltet. So ist das Ende des Buches noch sehr versöhnlich und weckt das Interesse, wie es denn wohl weiter gegangen wäre, aber da es keine Fortsetzung gibt, bleibt dies der Fantasy des Lesers überlassen. Aber da es sich um keinen Cliffhanger handelt, ist dies nicht weiter tragisch. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass das Buch größtenes ziemlich langweilig war. Das lag zum einen an der Grundstory, die mir nicht genügend Freiraum bot und an sich schon nicht so mein Fall war und zum anderen daran, dass ständig und immer wieder wichtige inhaltliche Dinge aus Band eins wiederholt wurden. Zu Beginn eines Buches finde ich das sehr sinnvoll und schätze solche Zusammenfassungen sehr, doch immer und immer wieder Wiederholungen eingestreut zu finden, erweckt in mir den Eindruck, als traue die Autorin ihren Lesern kein Gedächtnis zu. Auf diese Weise eingesetzt, hat es das Buch langweiliger gestaltet, als es nötig getan hätte.
Zudem gab es wieder eine Ungereimtheit und zwar mit Tess‘ Giftpegel. Dieser gesamte Zusammenhang wird sehr verwirrend dargestellt, so dass ich lange darüber nachdenken musste, bis ich dies völlig verstanden hatte. Das hat mir nicht gefallen, da ich hier Unterhaltung suche und nicht Rätsel raten möchte, über Dinge, die die Autorin auch verständlich hätte erklären können.
Außerdem wird immer wieder erwähnt, dass das Spiel Tess ja so ungeheuer wichtig ist, wichtiger als alles auf der Welt und sie unbedingt weiter Spielerin sein möchte. Ich habe zwar eine ungefähre Vorstellung von diesem „Spiel“ doch auch dabei hätte ich mir viel mehr klare und deutliche Tatsachen gewünscht. Nach welchen Regeln verläuft das Spiel? Wie funktioniert es überhaupt? Schließlich sind es ganz normale Menschen, die nur aufgrund des Giftes die Geschicke der Menschheit regeln. Wie kommen sie an diese Macht? Ohne Details und Tatsachen könnte ich auch meinen, jeder dahergelaufene Meuchelmörder könnte ebenso viel Macht erlangen wie die Spieler. So bleibt dieser zweifellos wichtige Aspekt ungenau und ist daher eher störend und verwirrend als Spannung bringend.
Doch auch dieses Buch ist nicht wirklich schlecht: Es hat interessante Charaktere mit ebensolchen zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Schreibstil ist bis auf die erwähnten Mankos in Wiederholung und Auslassen von sinnvollen Details bezügliche der „Spieler“ flüssig zu lesen und daher als gut zu bezeichnen. Dennoch fehlt auch hier das gewisse Etwas, was dies zu einer überragenden Geschichte werden lässt, so wie es bei den Wahrheits-Büchern der Fall war.

Fazit: Die Gesandte der Königin ist eine passable Fantasygeschichte, die sich als Lösegeld/Rettungsmission beschreiben lässt. Wer den vorangegangenen Band mochte, wird hier eine Aufklärung des angedeuteten Liebesdreiecks finden und es daher lesen wollen. Wer den ersten Teil noch nicht kennt, kann sich auch anderer Lektüre zuwenden, denn es gibt bessere. Zwar ist dieses Buch nicht schlecht, was man an der Wertung erkennen kann, aber eine uneingeschränkte Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen.

Bewertung_07_hBuchdaten: Die Gesandte der Königin – Dawn Cook
Genre: Fantasy
Taschenbuch

512 Seiten

Blanvalet

Erschienen: März 2010

ISBN: 978-3-442-26657-9
Preis: nur noch antiquarisch erhältlich

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s