Brandon Sanderson – Der Rithmatist

Genau mein Geschmack

Der Rithmatist ist momentan ein für sich stehendes Buch, allerdings schreit es nach einer Fortsetzung, wie Sanderson selbst in der Danksagung schreibt. Ob und wann es eine Fortsetzung geben wird, ist mir noch nicht bekannt.

Zum Inhalt: Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht … (Quelle)

Meine Meinung: In der letzten Zeit habe ich gefühlt zu viele anstrengende und damit nicht so gute Bücher gelesen. Da dies auch noch in einer beruflich anstrengenden Zeit geschah, brauchte ich als nächstes entspannenden und gleichzeitig fesselnden Lesestoff. Da der neue Sanderson gerade eingetroffen ist, nahm ich diesen zur Hand und weil Sanderson bei meinen Lieblingsautoren einen der obersten Plätze einnimmt, dachte ich mir, da kann ich nicht viel falsch machen. Damit hatte ich zwar Recht, aber meine Erwartungen wurden noch übertroffen, denn es handelt sich hier um ein Jugendbuch, und die sind mir meist nicht tiefgehend genug. Doch allein Sandersons Schreibstil war Balsam für meine geschundene Leserseele. Bücher zu lesen von einem Autor, der wirklich sein Handwerk versteht und schreiben kann, das ist wirklich Lesegenuss, bei dem man entspannen kann.
Doch es kommt noch besser, denn dieses Buch trifft auch inhaltlich bei mir genau ins Schwarze. Ich liebe Bücher über Magie-Schulen. Sei es Harry Potter, die Gilde der schwarzen Magier oder der Wahrheits-Zyklus, am liebsten wäre ich stets Teil des Buches. Hier ist es eine Schule, die neben normalen Schülern eben auch solche der Rithmatik ausbildet. In dieser zu unseren parallelen Welt, wird die Menschheit von wilden Kreidezeichnungen angeriffen. Obwohl diese nur 2D sind können sie Menschen sehr wohl umbringen. Manche Menschen werden auserwählt zu Rithmatisten zu werden. Sie sind in der Lage mithilfe von eigenen Kreidezeichnungen die wilden Kreidlinge anzugreifen und bieten so den einzigen Schutz der Menschen gegen diese wilden Biester. Joel möchte auch gern einer von den Rithmatisten sein, doch er ist nur ein normaler Schüler auf Armedius. Während der letzten Tage des Schuljahres ereignet sich etwas Schreckliches: Eine Schülerin ist verschwunden. Hinterlassen hat sie nur die Überbleibsel einer rithmatischen Verteidigung. Wer kann der Entführer sein?
Es entspannt sich eine beinahe kriminalromanartige Ermittlung, bei der natürlich Joel mit von der Partie ist. Das Buch liest sich wunderbar leicht und flüsslig. Damit man der Geschichte und den rithmatischen Erklärungen folgen kann, sind im Buch zahlreiche Abbildungen zu finden. Diese ziehen sich durch den Verlauf des gesamten Buches und machen es so platisch. Ich mag solche Dinge in Büchern ohnehin, hier sind sie zudem sehr sinnvoll ein- und ästhetisch umgesetzt. Eine Karte der vereinigten Inseln, wo die Geschichte spielt, gibt es selbtsverständlich auch. Alle Illustrationen und auch die Karte sind auf Sandersons Homepage zu finden!
Mir fallen solche Rezensionen stets sehr schwer, in denen ich nicht wirklich meckern kann, denn loben kann ich meist schlecht ohne zu viel vorweg zu nehmen. Zu meckern habe ich bei diesem Buch absolut nichts. Schwärmen könnte ich schon eher. Zum Beispiel hat mir gut gefallen, dass Sanderson an einer Stelle im Buch sich nicht so entschieden, eine Handlung ausgehen zu lassen, wie es in 99% der typischen Jugendbücher gewesen wäre.
Das Finale war auch überaus gelungen. Es ist in zwei Teile geteilt: Der erste löst die Handlungen des Buches auf mit einer Erklärug, mit der ich niemals gerechnet hätte. Der zweite stellt den Verlauf des Turniers an der Schule dar, bei dem man herrlich mitfiebern konnte, der aber auch einen interessanten Einblick auf eine mögliche Fortsetzung des Buches gegeben hat. Am liebsten hätte ich sofort weiter gelesen, doch leider ist noch nicht klar, ob und wann Sanderson die Geschichte um Joel und die Rithmatik fortsetzen wird. Ich würde mich darüber jedenfalls sehr freuen!

Fazit: Der Rithmatist ist ein wirklch sehr gelungenes Jugendbuch. Es ist spannend und findet genau die Balance zwischen schneller Handlung und tiefergehenden Inhalten. So wird z.B. die Magie in dieser Welt, die Rithmatik, sehr ausführlich aber spannend erklärt und mithilfe von Illustrationen wird ihr hervorragend Plastizität verliehen. Die Charaktere sind überaus symphatisch und der Schreibstil Sandersons steuert das Übrige dazu bei, dass man dieses Buch einfach verschlingen muss. Ich liebe aber auch Bücher über Schulen der Magie, in denen die Protagonisten lernen und die Nasen in dicke Bücher stecken.

Bewertung_10_hBuchdaten: Steelheart – Brandon Sanderson
Originaltitel: The Rithmatist
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Genre: Fantasy
Gebunden mit Schutzumschlag
118 Seiten
Heyne fliegt
Erschienen: 13. Juli 2015
ISBN: 978-3-453-26986-6
Preis: 14,99€

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