Robin Jarvis – Dancing Jax – Finale

Gut, dass ich endlich durch bin

Dancing Jax FinaleDancing Jax – Finale ist der dritte Band einer Trilogie. Eine Auflistung aller Teile erfolgt unten. Diese Rezension enthält Spoiler zu den Vorgängern.

Zum Inhalt:  Es scheint hoffnungslos: Dancing Jax, das diabolische Buch, das aus seinen Lesern willenlose Kreaturen macht, verleibt sich die Realität immer mehr ein. Der Ismus und sein Gefolge werden gefeiert und verehrt, wohin sie auch kommen. Und nun schreibt der Ismus auch noch an einem weiteren, sehnsüchtig erwarteten Buch. Dahinter steckt eine perfide Absicht – Fighting Pax soll die Macht von Dancing Jax endgültig besiegeln. Können die wenigen, die Widerstand leisten, die Veröffentlichung verhindern und den Bann von Dancing Jax brechen? Oder ist die Menschheit verloren und der Prinz der Dämmerung wird am Ende auferstehen? (Quelle)

Meine Meinung: Der erste Band von Dancing Jax hat mir sehr gut gefallen, da es mal wieder etwas völlig anderes war. Ein Buch infiziert die Menschheit. Es war gruselig, spannend, aber vor allem neu. Am Ende des Buches war recht klar, dass der zweite Teil ein kleiner Neuanfang sein wird, denn beinahe alle Charaktere des ersten Bandes sind unter den Bann von Dancing Jax gefallen. Im zweiten Band begegnet der Leser dann einer Gruppe abtrünniger Jugendlicher, die in ein Camp gesperrt werden, um sie doch noch umzukrempeln. Das gelingt in den meisten Fällen zwar nicht, aber mithilfe deren nächtlichen Albträumen gelingt es den Jaxern allerlei Monstrositäten herüber zu holen. Am Ende des Buches dann gelingt einem Teil dieser Gruppe die Flucht und sie werden von Martin Baxter, Held des ersten Bandes gerettet. Daran erkennt man schon, dass Jarvis keinerlei Skrupel hegt seine Charaktere über den Jordan gehen zu lassen.
In diesem Teil nun passiert endlich etwas, da wirklich alle Zeiger auf Finale stehen und es nun um alles oder nichts geht. Denn Austerly Fellows schreibt an einem zweiten Band „Fighting Pax“, mit dessen Hilfe der Prinz der Dunkelheit auferstehen – und das Ende der Menschheit einleiten wird. Dieses Buch soll an Weihnachten erscheinen und dies stellt das Finale von Finale dar. Dieses ist daher actiongeladen und spannend geraten. Doch da ich mich durch Band zwei regelrecht durchkämpfen musste und hier zu Beginn im Prinzip wieder einen kleinen Neuanfang verkraften musste, ist dieses spannende Finale nur ein kleiner Trost. Letztlich macht es diesen Teil zwar zu einem guten Buch, aber die Qualität der Trilogie wird vom Zwischenspiel schon arg gemindert. So weiß ich jetzt schon, das Dancing Jax nie auf meine mögliche Re-Read-Liste wandern wird…
Am meisten gestört hat mich in diesem Buch, dass manche Erzählperspektiven erst so ausführlich geschildert werden und man dann ewig warten muss, wie es dort weiter geht. So ist das z.B. über die gesamte Trilogie gesehen mit Martin Baxter der Fall gewesen. Aber auch sonst musste ich manchmal stundenlang in Mooncaster verweilen, dabei wollte ich gern wissen, wie es in der „echten Welt“ weiter geht. Für meinen Geschmack hat Jarvis daher die Verhältnismäßigkeit zwischen sinnvollen Zwischensequenzen, die eine Geschichte toll abrunden und atmosphärisch aufwerten können und dem Haupttext manchmal völlig aus den Augen verloren. Im Grunde finde ich es toll, wenn ein Charakter zum ersten Mal in die Welt von Mooncaster gezogen wird, der Leser dort etwas von seinem Leben mitbekommt, aber doch nicht so lang. Vor allem, weil diese Figuren zwar wichtig sind, aber sie sind keine Hauptcharaktere mehr, sobald sie zu „Jaxern“ werden. Solche Szenen dehnten die Bücher maßlos und machten sie so anstrengend. Zwar hielten sich die Mooncaster-Aktivitäten hier in Grenzen, aber dennoch bleibt dieser schale Nachgeschmackt bestehen.
Auch die Charaktere sind mir nicht ambivalent genug. Entweder sie sind durch und durch gut oder ebenso böse. Dazwischen ist praktisch nur einer (Lee, der Castle Creeper) und der benimmt sich leider so dermaßen daneben, dass er mir sehr unsympathisch geworden ist. So gibt es eine Reihe von Charakteren die mich wirklich genervt haben.
Gut gefallen hat mir allerdings das Ende, das noch Raum für Spekulationen offen hält.

Fazit: Im Grunde bin ich nun wirklich froh, dass ich endlich durch bin mit der Trilogie. Dabei ist sie außergewöhnlich und hat viele Elemente, die mir sehr gut gefallen haben. Aber Jarvis hat mir mit dem Aufbau seiner Geschichte keinen Gefallen getan und die lang geratenen Ausschweifungen nach Mooncaster haben es leider sehr dröge gemacht. Dancing Jax ist eine Trilogie mit unheimlich viel Potential aus der etwas wirklich Gewaltiges hätte werden können, aber Jarvis hat seine unheimlich tollen Ideen in einen nur mäßigen Rahmen gesteckt. Ich würde nun nicht gerade sagen, dass er es versaut hätte, da Band eins und drei für sich genommen gut sind, aber das Gesamtpaket stimmt leider nicht. Das finde ich sehr schade, denn wäre die Geschichte straffer und geordnerter erzählt worden, hätte diese Trilogie aufgrund der Thematik zu meinen Top-Favoriten zählen können. Nun werde ich daran wahrscheinlich nur noch mit „gut, dass es vorbei ist“, daran zurück denken.

Bewertung_08_hBuchdaten: Dancing Jax – Finale – Robin Jarvis
Genre: Fantasy
Empfohlen: ab 16
Broschiert

544 Seiten

Script 5

Erschienen: 2014

ISBN: 978-3-8390-0136-3
Preis: 14,95€

Dancing Jax Auftakt Dancing Jax Zwischenspiel
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s