Brent Weeks – Sphären der Macht

Leider zweigeteilt

Sphaeren der Macht von Brent WeeksSphären der Macht ist der erste Teil des dritten Bandes einer ehemals als Trilogie angedachten Serie, die nun aber vier Teile umfassen wird. Die Rezension enthält Spoiler zu den Vorgänger-Bänden. Eine Auflistung aller bisher erschienenen Teile erfolgt unten.

Zum Inhalt: Als die Götter erwachen und die Satrapien zerfallen, bricht überall das Chaos aus. Die Chromeria versucht, den einzigen Mann aufzuspüren, der die Katastrophe noch aufhalten kann. Doch Gavin Guile hat seine Kräfte als Prisma verloren und kann keine Magie mehr wirken. Zwischen den Adelshäusern, religiösen Fraktionen, Rebellen und einem aufsteigenden Orden von Assassinen namens Das Gebrochene Auge tobt ein geheimer Krieg. Und Gavins Sohn Kip Guile muss sich ohne den Schutz seines Vaters allein auf die Schärfe seines Verstandes und seinen Einfallsreichtum verlassen, wenn er überleben will. (Quelle)

Meine Meinung: Lange habe ich auf diese Fortsetzung gewartet, da mir die ersten beiden Teile dieser ja nun mehr als Serie zu bezeichnenden Trilogie sehr gefallen. Dass dies mal wieder nur ein halbes Buch sein würde, damit habe ich mich abgefunden – man gewöhnt sich ja schnell – auch vor allem deswegen, weil das bedeutete, dass dieses Buch eben noch länger und noch ausführlicher ausfallen würde. Ein Bekannter allerdings, der bereits das (komplette) Original gelesen hat, hat meine Freude etwas gedämpft, als er meinte, das Buch sei zwar immer noch gut geschrieben, aber langezogen und damit schon beinahe langweilig. Ich habe zwar nun nur das halbe gelesen, aber das was ich gelesen habe, war alles andere als langweilig!  Ich mag es aber ja auch ausführlich. 😉
Band drei beginnt dort, wo Band zwei endete: Kip ist in die Fänge von Zymun geraten. Gavin ist auf dem Piratenschiff von Kanonier versklavt worden. Beide werden vermisst und gelten als tot. Teia und Karris sind nach der Schlacht wieder auf den Jasperinseln angekommen. Teia ist als Paryl-Wandlerin eine Besonderheit und gerät prompt, dass sie wieder Fuß auf fesen Boden setzt, in den Blick eines Ordens von Assassinen mit Namen Das gebrochene Auge. Da sie in der Theorie noch immer eine Sklavin ist, hat der Orden ein entscheidendes Argument, damit Teia sich ihnen anschließen soll. Karris dagegen darf als Frau bzw. Witwe des Prismas nicht mehr Mitgleid der schwarzen Garde sein und sieht sich anderen Aufgaben gegenüber.
Letztlich klingt es tatsächlich so, als würde nicht viel passieren. In manchen Bereichen erhalten die Charaktere so etwas wie Alltag zurück, aber dennoch hat sich nun vieles verändert, bzw. befindet sich in einem Entwicklungsprozess. Dass dieser nicht so holterdiepolter einfach vom Autor dem Leser vorgesetzt wird, gefällt mir sehr gut. Das Buch ließ sich aufgrund des Schreibstils des Autoren auch wirklich schön leicht lesen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass wenn man sich viel Zeit mit der Lektüre auch nur dieses halben Buches lässt, es einem lang vorkommen könnte. Ich persönlich hatte sehr viel Freude beim Lesen und habe mich zum Schluss wieder einmal gefragt, warum denn die erste Trilogie des Autors auf meinem SUB vor sich hin gilbt, wenn Weeks doch so gut schreiben kann. Eine Schande.
Viele kleine Punkte haben mir an dieser Geschichte besonders gefallen, da der Autor dabei viel Gefühl für (wichtige) Details an den Tag legt. So ist z.B. klar, dass Kip zunehmend wichtiger wird und im Finale sicher ein entscheidender Charakter sein wird. Zu Beginn dieser Serie war er fett, aufbrausend und wenig sympathisch. Ganz allmählich entwickelt er sich. So manch anderer Autor hätte aus ihm vielleicht breits einen Athleten gemacht, doch Kip hat trotz aller Entbehrungen immer noch das eine oder andere Fettpölsterchen, wenn er auch an Muskeln und Kraft ordentlich zugelegt hat. Auch charakterlich hat er sich allmählich verändert und nicht plötzlich. Das schätze ich sehr. Auch Teias Verhalten, das sie zeigt, als sie sich mit dem Orden auseinander setzen muss, finde ich überaus gelungen. Ich möchte ihre Reaktion nicht vorweg nehmen, aber ich habe bereits einige Bücher gelesen, bei denen sich der Chrakter eben nicht so verhalten hat wie Teia und das hat mich jedes Mal enorm aufgeregt.
Das einzige, was mir an diesem Buch gefehlt hat, war – oh Wunder – das Finale. Es fehlt einfach der Punkt auf den die Spannungskurve zuläuft und diese am Ende in einem Höhepunkt endet. Da mir prinzipiell vorher schon klar war, dass es hier kein klassisches Finale geben kann, fällt dieser Punkt nicht allzuschwer ins Gewicht. Den Schnittpunkt allerdings finde ich sehr gut gewählt, denn zum einen befindet sich im vorletzten Kapitel mit Kip eine sehr emotionale Szene, die ich gleich zwei Mal gelesen habe, weil sie so schön war und zum anderen ist auch das letzte Kapitel mit Karris ein klein wenig abschließend. So ist hier zwar kein Finale zu finden, aber es wurde, so weit es möglich ist, ein befriedigender Schnittpunkt gefunden. Nun muss ich leider erneut warten. Aber das Schöne an so einem zweigeteilten Buch ist ja, dass es die Wartezeit zum nächsten Teil verkürzt. 😉

Fazit: Nachdem bereits Band zwei länger war als der erste, hat Weeks für seinen dritten Teil noch einmal eine Schippe draufgelegt, so dass es in Deutschland geteilt werden musste. Die Bedenken, dass Buch könnte aufgrund der Länge langweilig sein, waren absolut ungerechtfertigt. Die Geschichte entwickelt sich zwar in der Tat recht langsam, aber so mag ich das! Auch wenn recht viel Zeit zwischen Band zwei und diesem hier vergangen ist, ich konnte sehr schnell wieder in die Geschichte eintauchen, da Weeks einfach richtig gute Fantasy schreibt. Auch wenn der Schnittpunkt wirklich gut gewählt ist, tröstet dies nur minimal darüber hinweg, dass ich nun noch drei Monate warten muss, bis ich dieses Buch beenden kann.

Buchdaten: Sphären der Macht – Brent Weeks
Genre: Fantasy
Klappenbroschur mit Karte
608 Seiten
Blanvalet
Erschienen: 17. August 2014
Originaltitel: The Broken Eye
ISBN: 978-3-7341-6029-5
Preis: 14,99€  

Die Lichtbringer-„Trilogie“:

Schwarzes Prisma Die blendende Klinge Sphaeren der Macht von Brent Weeks Schattenblender von Brent Weeks
Teil 1 Teil 2 Teil 3.1 Teil 3.2
Rezension Rezension Rezension (16.11.15)
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