Alexander Lohmann – Gefährten des Zwielichts

Dunkle Gefährten auf dunklen Pfaden ohne Lichtblicke

Gefährten des Zwielichts ist der erste Teil aus Trilogie Die Finstervölker. Eine Auflistung der erschienenen Teile erfolgt unten.

Zum Inhalt: Das Herz des dunklen Herrschers ist in Gefahr, denn eine Gruppe aus Menschen, Zwergen, Elfen und Wichteln ist auf dem Weg dieses zu vernichten. Die Finstervölker stellen ihrerseits eine Gruppe aus zwielichtigen Gefährten zusammen, um das Herz zurückzuerobern. Gnome, Trolle, Nachtalben, Wardu und Goblins setzen alles daran das Herz zurückzuholen, denn auch ihre Leben hängen davon ab.

Meinung: Es sind ja bereits etliche Romane erschienen, die Themen aus Der Herr der Ringe aufnehmen. Neben den ganzen Völkerbüchern über Orks, Zwerge, Elfen etc. und natürlich Parodien war der Roman von Alexander Lohmann zunächst ein echter Lichtblick, denn hier sollte einmal alles umgekehrt werden. Erzählt wird von einer Gruppe Gefährten bestehend aus einem Goblin, einer Nachtalbe, einem Troll, drei Gnomen und einem Wardu. Letzterer ist eine Art magisches Wesen, das seine Kraft aus dem Herz des dunklen Herrschers schöpft. Jedenfalls sind bereits hier die Parallelen zu Tolkiens Meisterwerk offensichtlich, als begäben sich die dunklen Zwillinge der Ringgefährten auf den Weg. Bis hier alles noch soweit in Ordnung. Ich fand die Vorstellung einer solchen Gruppe wirklich faszinierend und reizvoll, auch gefiel mir der Humor, welcher besonders durch den Goblin und die Gnome hinzukam gut. Aber damit nahm das Übel auch schon seinen Lauf. Besagter Humor hat für mein Empfinden an manchen Stellen überhand genommen, so dass ich doch wieder dachte eher eine Parodie zu lesen. Die Figuren bleiben zudem unbeleuchtet und verkümmern im Zwielicht (man verzeihe mir dieses plumpe Wortspiel).
Es mag auch unter anderem an Lohmanns Schreibstil liegen, aber es wollte einfach nicht so recht Atmosphäre aufkommen. Auf der einen Seite hatte ich passagenweise das Gefühl vom Stil her eher ein Kinderbuch zu lesen und auf der anderen Seite kommt im nächsten Moment dann jemand brutal zu Tode. Dieses Hin und Her empfand ich als äußerst störend. Die Dialoge waren im Übermaß eher flach und langweilig zu lesen. Das Buch kann sich nicht entscheiden komisch oder unkomisch zu sein.
Inhaltlich ist auch nicht viel los, ich habe nicht viel erwartet, aber dann doch noch weniger bekommen. Mehr als „Wir müssen das Herz beschaffen“ ist es eigentlich auch nicht. Ein merkwürdiges Intermezzo mit einem Drachen hat mich dann vollends aus der Geschichte katapultiert, somit habe ich dann den einen oder anderen Abschnitt tatsächlich quergelesen. Das passiert mir wahnsinnig selten. Aber ich war zur Hälfte des Buches schon arg gefrustet.
Irgendwann traf man dann auch auf die Gefährten, welche das Herz zerstören wollten und diese Gruppe war den Gefährten aus Der Herr der Ringe dann so ähnlich, dass mir alles nur noch wie ein billiger Abklatsch vorkam. Nichts mit erhoffter Innovation, die anfänglich gute Idee verpuffte vor meinen Augen wie eine Seifenblase. Ich dachte die ganze Zeit über nur, wie schade das doch ist. Ansatzweise ist zumindest gelungen aufzuzeigen, dass Gut und Böse letztlich eine Frage der Perspektive ist. Nur die Bösen waren teilweise zu gut und die Guten zu böse und so bleibt auch dieses Perspektivenspiel auf der Strecke. Es fehlt mir einfach an zu vielen Ecken und Enden. Vielleicht waren meine inneren Erwartungen auch einfach zu hoch, das mag sein und will ich auch nicht verneinen, aber eigentlich bin ich auf diesem Sektor immer recht begeisterungsfähig gewesen.

Fazit: Der Anfang des Buches ist noch unterhaltsam und verheißungsvoll, aber dann geht eigentlich alles schief. Soll das hier nun ein ernsthafter Gegenentwurf zum Herrn der Ringe sein oder eine Parodie? Das Buch bleibt einem diese Antwort schuldig. Mich konnte das alles jedenfalls überhaupt nicht in seinen Bann ziehen. Eine richtig gute Idee scheitert an der Umsetzung.

Buchdaten: Gefährten des Zwielichts – Alexander Lohmann
Genre: Fantasy
TB / jetzt nur noch als ebook
474 Seiten
Bastei Lübbe
Erschienen: erstmals am 17.03.2009
ISBN: 978-3404285273
Preis: 7,49€

Übersicht über die Reihe:

 Gefährten des Zwielichts  Der Tag der Messer  Lichtbringer
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Ach schade, dass das Buch nicht wirklich überzeugen konnte. Die Grundidee und vor allem der Humor klingen nämlich wirklich gut.

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