Clara Weiss – Milchsblut

Genau richtig für diese Jahreszeit

Milchsblut von Clara WeissZum Inhalt: Ein abgeschiedenes Dorf in den Bergen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Seit Generationen ist das Haus nahe der Kapelle die Heimat von Elviras Familie. Das ruhige Leben der Bäuerin wird aber für immer zerstört, als sie eines Tages einen schrecklichen Fund auf dem Nachbarshof macht – ein Toter, auf ein Wagenrad gebunden, grausam hingerichtet. Und dies ist erst der Anfang eines entsetzlichen Mordens, das kein Ende zu nehmen scheint. Da entdeckt Elvira, dass eine alte Heiligenlegende der Schlüssel sein könnte. Doch während sie noch verzweifelt versucht, die Logik des Täters zu begreifen, schneiden Schnee und Eis das kleine Dorf von der Außenwelt ab. Niemand kann mehr entkommen – und Elvira ahnt, dass der Mörder auch sie nicht verschonen wird … (Quelle)

Meine Meinung: Ich persönlich bin ein absoluter Freund davon, Bücher zu dem Zeitpunkt zu lesen, zu dem sie auch spielen. Dieses Buch spielt nach dem Gedenktag der heiligen Katharina, der am 25. November begangen wird. Die Familie in diesem Buch wird im November eingeschneit und als auch wir ebenfalls im November Schnee hatten, war das Buch genau das richtige für die mit dem Schnee aufkommende Stimmung.
Zu diesem Buch geführt hat mich allerdings die Beschreibung des Buches: In einem abgeschiedenen Weiler mitten in den Alpen, wird ein älterer Mann ermordet in seinem Haus aufgefunden. Elvira, die Nachbarin und Hauptperson des Buches, findet ihn aufgespießt auf einem Wagenrad. Das ist aber nicht der letzte Mord bei ihr in der Abgeschiedenheit. Als es auch noch heftig zu scheinen beginnt, sie letztlich den Strom verlieren und eingechneit sind, wird es noch bedrohlicher, denn das Töten hört nicht auf!
Ich persönlich liebe Krimis, die in den Alpen spielen sehr. Dies ist nun kein gewöhnlicher Krimi in dem Sinne, dass der Kommissar die Hauptperson darstellt, sondern die Hauptperson ist die Nachbarin des ersten Opfers Elvira Holzer. Sie lebt in einer kleinen Ansieldung mit vier Häusern sehr abgeschieden. Dass der Mord nicht zufällig erscheint, macht das Buch noch bedrohlicher. Zwar legt es Elvira nicht unbedingt darauf an, den Mörder des Nachbarn zu finden, doch da dies in ihrer unmittelbaren Umgebung geschieht und sie stets diejenige ist, die das Opfer findet, geschieht es fast automatisch. Vor allem auch, da der neugierige Pfarrer sie mit seinen „Ermittlungsergebnissen“ behelligt und sie zu Rate zieht.
Das Buch hat mir mit seiner düsteren und bedrohlichen Stimmung sehr gefallen. Bei der Aufklärung des Falles konnte ich miträtseln, was ich persönlich immer sehr hoch schätze. Auch die Figuren sind sympathisch, wenn auch schrullig, aber dadurch interessant. Gut war auch, dass das Buch je weiter es fortschritt verworrener und vielschichtiger wurde. Es hat mich allerdings etwas irritiert, das Elvira bei all den schrecklichen Ereignissen doch so gefühlskalt bleibt. Sicher, sie war beunruhigt, dennoch müssten solche Geschehnisse eine Frau, die auch sonst sehr menschenscheu ist, mehr verängstigen und trauern lassen. Zwar kann man das teilweise mit den späteren Erkenntnissen erklären, aber nicht völlig. Obwohl es sich aus der Geschichte so ergibt und es daher auch von der Autorin gewollt ist, hätte ich mir viel mehr Gefühl (in vieler Hinsicht) gewünscht in diesem Buch. Dass Elviras Gefühle nicht deutlich wurden, könnte aber auch daran liegen, dass dieses Buch nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, was ihm vielleicht ganz gut getan hätte. Nichtsdestotrotz ist dies ein Buch, das mir vor allem aufgrund der gelungenen Atmosphäre einige unterhaltsame und spannende Lesestunden bereitet hat.

Fazit: Milchsblut ist im Grunde für mich mehr ein Thriller als ein Krimi gewesen. Das liegt zum einen daran, dass die Hauptperson kein Ermittler ist, sondern eine Person, die zunächst nur mittelbar am Geschehen beteiligt ist, aber auch daran, dass die Atmopshäre so bedrohlich ist. Gerade letzteres hat mir besonders gefallen. Aufgrund des passenden Wetters in der echten Welt und die Nähe zum Datum der Geschehnisse im Buch, war es für mich besonders spannend – vor allem weil man gut miträtseln konnte. Wer also noch auf der Suche ist nach einem Krimi/Thriller, der gerade zur aktuellen Zeit (Ende November) passt, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Bewertung_09_hBuchdaten: Milchsblut – Clara Weiss
Genre: Kriminalroman

Taschenbuch
480 Seiten
Goldmann
Erschienen: 16. November 2015
ISBN: 978-3-442-48360-0
Preis: 9,99€

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