Helene Tursten – Jagdrevier

Ein kurzweiliger Auftakt einer neuen Serie

Jagdrevier von Helene TurstenJagdrevier ist der erste Teil einer neuen Krimiserie um Polizistin Embla Nyström, die bei der Mobilen Einheit der Bezirkskriminalpolizei arbeitet. Embla Nyström ist bereits in einem früheren Roman der Krimi-Serie um  Irene Huss  Das Brandhaus aufgetaucht. Dieses Buch lässt sich aber ohne Kenntnis der anderen Krimireihe sehr gut lesen!

Zum Inhalt: In einem abgeschiedenen Wald in der Nähe von Göteborg versammelt sich alljährlich im Spätsommer eine Gruppe von Freunden zur Elchjagd. Darunter die 28-jährige Polizistin Embla Nyström, die durch ihren Onkel Nisse zur Jagd gekommen ist. Am Vorabend der Jagd lernt Embla Peter, den charismatischen Neuling der Gruppe, kennen und verliebt sich sofort in ihn. Doch dem Hochgefühl folgt die Angst, denn in den Wäldern ereignen sich seltsame Dinge. Als ein Teilnehmer tot aufgefunden wird und ein anderer spurlos verschwindet, ist Emblas Ehrgeiz geweckt. Mit Hilfe der überregionalen Einheit der Kriminalpolizei, der sie angehört, beginnt sie zu ermitteln. Wer spielt falsch? Wem kann sie noch trauen? (Quelle)

Meine Meinung: Früher habe ich sehr viele Kriminalromane gelesen, bei denen der Großteil „Skandinavien“- oder gar „Schweden“-Krimis war. Früher heißt vor diesem Blog und bevor ich meine Liebe zur Fantasy entdeckt habe. Damals habe ich sie mir noch alle geliehen. Heute habe ich sie alle in meinem Regal stehen mit der hehren Absicht sie alle noch mal und die danach erschienenen Teile überhaupt zu lesen. „Dumm“ nur, dass so eine Krimi Reihe in den beinahe 10 Jahren ja auch ganz schön wachsen kann. Die Masse an Teilen hat mich daher abgeschreckt. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als der Auftakt einer frischen Reihe von Helene Tursten angekündigt wurde und ich habe das Buch dann auch sofort verschlugen.
Embla Nyström, die Hauptperson in dieser Reihe, ist Ermittlerin in einer Mobilen Einsatztruppe, die mit aus drei Personen besteht. Die anderen beiden lernt der Leser aufgrund der Kostruktion des Buches erst recht spät kennen, denn – und das finde ich ist mal etwas ganz anderes und daher eine vortreffliche Idee von Frau Tursten – der Leser lernt Embla in ihrem zweiwöchigen Urlaub kennen. Ihrer Tradtion entspreched fährt sie samt Onkel und der Stamm-Jagdgesellschaft auf Elchjagd in die Wälder Schwedens. Ich fand es unheimlich spannend eine Ermittlerin auf diese ganz private Weise kennen zu lernen. Wesentlich später als einer der Teilnehmer ermordert aufgefunden und ein anderer vermisst wird, treten ihre Kollegen auf und sie wird in den Dienst zurückberufen, denn die örtliche Polizei ist bereits mit einem anderen Mord beschäftigt. Und so lernt der Leser dann schließlich auch die Polizistin Nyström kennen.
Die Charaktere haben mir ausnahmslos sehr gut gefallen, was sicher auch daran liegt, dass trotz der Kürze des Buches, zu Anfang viel Zeit blieb um alle (bis auf die Kollegen) kennenzulernen. Doch auch die Kollegen gefallen mir gut: Emblas Chef Göran Krantz ist ein übergewichtiger Computer- und Internet-Spezialist, der Kollege Hampus Familienvater und sie die Sportliche. Dabei finde ich es auch sehr gut konstruiert, dass dem Leser irgendwann aufgezeigt wird, warum Embla zur Polizei ging und ich kann mir gut vorstellen, dass diese Episode aus ihrer Vergangenheit sicher auch einmal zum „Fall“ in dieser Serie wird. Nur hoffentlich nicht so platt und nervend wie in den Krimis von Klaus-Peter Wolf, aber dies ist ja Tursten, die kann schreiben, wie ich es schon aus einigen ihrer Irene-Huss-Bücher weiß.
Anfangs habe ich mich gefragt, ob das Buch wohl was für mich ist, denn ich mag kurze Bücher eigentlich nicht so. Allerdings mag ich künstlich in die Länge gezogene Fälle auch nicht. Dieser hier ist kurz und knackig geschrieben und dadurch sehr spannend. Zwar ist die Auflösung hinterher für mich etwas zu offensichtlich, aber dennoch ist dieses Buch schön kurzweilig!
Einzig eines stört mich: Ich kann das Buch nun nicht zu meinen anderen Helene Tursten-Krimis ins Regal stellen. Diese sind nämlich „kleine Taschenbücher“ und dieses ist ein „großes Taschenbuch“. Da ich mein Regal so zusammen gestellt habe, dass die Bücher der Höhe nach sortiert sind, damit ich mehr Platz erhalte, muss dieses Buch nun woanders hin. Das mag für manche jetzt nicht so dramatisch klingen, doch ich finde es absolut überflüssig und kann da einen Verlag nicht verstehen, warum da nun aufeinmal das Format geändert wird. Die Schrift ist dadruch jedenfalls nicht gößer… Ich mag allgemein die kleinen Bücher lieber, die liegen besser in der Hand. Aber so ist das eben, da kann der Leser nichts daran ändern…

Fazit: Jagdrevier ist ein schön kurzer und knackiger Krimi um eine sympathische und interessante neue Ermittlerin aus der Feder von Helene Tursten. Ein Buch, das sich aufgrund der Kurzweil, gut dazu eignet, es an einem langen Abend durchzulesen! Zwar könnte das Buch vielleicht etwas vielschichtiger sein, doch ich finde hier liegt einfach mal die Würze in der Kürze. Das ist eine Krimi-Reihe, die ich auf jeden Fall weiter verfolgen werden. Ich möchte nun wissen, was damals in Emblas Vergangenheit passiert ist und ich hoffe, sie schafft es diesen „Cold Case“ irgendwann zu schließen.

Bewertung_09_hBuchdaten: Jagdrevier – Helene Tursten
Genre: Kriminalroman
Taschenbuch
256 Seiten
btb
Erschienen: 11. Januar 2016
ISBN: 978-3-442-71313-4
Preis: 12,99€

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