Markus Heitz – Drachenkaiser

Der rote Faden fehlt…

drachenkaiserDrachenkaiser in der zweite Band der Trilogie um die Drachenjägerin Silena, deren bisher letzter Teil gerade erschienen ist. Dies hat der Verlag zum Anlass genommen, die ersten beiden Bände in limitierter Auflage und neuem, zum dritten Band passenden Gewand neu aufzulegen. Wer die alten Ausgaben jedoch schon besitzt und kein zusätzliches Geld ausgeben möchte, der kann sich >>hier<< beim Verlag die neuen Cover für seine Ausgaben herunterladen und mit einem Fotodrucker oder in einem Copy-Shop ausdrucken lassen (Quelle: Carsten Polzin/Piper Verlag).  Eine Übersicht über die Trilogie erfolgt unten.

Zum Inhalt: Unsere Welt gehört den Drachen – seit Anbeginn der Zeit haben sie Länder und Kontinente unter sich aufgeteilt, entfachen politische Konflikte und Kriege. Doch im Europa des Jahres 1926 gibt es Menschen, die sich den übermächtigen Geschöpfen entgegenstellen. Die Drachentöterin Silena, Fürst Grigorij und ihre Gefährten haben die erste Schlacht gegen die Drachen geschlagen. Die feuerbewehrten Herrscher der Alten Welt sind geschwächt und zerstritten. Dies lockt einen neuen Drachen aus dem fernen Osten herbei. Silena und ihre Mitstreiter müssen verhindern, dass der Machtkampf der Drachen zur Unterdrückung der gesamten Menschheit führt … (Quelle)

Meine Meinung: Der Auftaktband dieser Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Heitz hat es damit geschafft nicht nur einen guten Drachen-Fantasy-Roman zu schreiben, sondern auch noch die 20er Jahre in meinem Kopf wieder zum Leben zu erwecken. So musste ich auch diesen zweiten Band noch einmal lesen, bevor ich mich dem dritten und bisher letzten Teil zuwende.
Silena, die sich offiziell nun Anastasia nennt, da „Silena“ am Triglav ums Leben kam, hat sich mit ihrem Ehemann Grigorij Zadornov in England niedergelassen und hat dort die Drachenjäger-Einheit Skyguards eingerichtet. Irgendetwas passiert gerade in Europa: Asiatische Drachen werden gesichtet, aber die allgemeine Drachenpopulation geht jedoch zurück. Silena will das Geheimnis ergründen.
Als ich dieses Buch zusammenfasste, ist mir deutlich geworden, was mir an diesem Buch gefehlt hat, was das andere noch hatte: einen roten Faden. Worum geht es hier? Die asiatischen Drachen wollen über Europa herrschen und lange vorbereitete Pläne dazu sollen nun umgesetzt werden. Schön und gut, aber da das geheim ist, hat Silena damit lange Zeit nicht viel zu tun. Der Aufhänger war, dass Silena sich mit Grigoij gestritten hat und sie zunächst getrennte Wege gehen: Silena nach München, Grigorij nach Sankt Pertesburg. Damit war er schon mal raus. Einige bekannte Nebencharaktere bekamen auch eine Perspektive zu gedacht: Lèida und die Altvorderen, aber es gab auch neue Charaktere, wie z.B. das Medium Lady Snickelway. Dadurch entstanden eine Vielzahl von Nebenschauplätzen, die manchmal auch gar nichts miteinander zu tun haben. Die Geschichte um Snickelway hätte auch gut ein eigenes Spin-off-Buch oder eine Kurzgeschichte werden können, denn hier war sie im Grunde überflüssig. Besonders gut zu erkennen ist dies im Finale, bei denen alle Beteiligten eigentlich ihr eigenes haben, aber damit es für den Spannungsbogen des Buches passt, wurde die Geschichte im Finale nicht mehr chronologisch erzählt. Zwar ist dadurch die Spannung höher, aber andererseits wäre ein gemeinsames Finale an sich spannender gewesen. Ohnehin wirkte das Finale sehr aufgesetzt und zumindest Silenas Teil hatte im Grunde nichts mit der Geschichte zu tun. Das empfand ich als sehr schade, aber es ist sehr charakteristisch für diesen Teil. Also worum geht es in diesem Buch? Um den Kampf gegen Drachen mit neuen und alten Charakteren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Was mich daran am meisten gestört hat war, dass man so nicht wusste, wie die weiteren Schritte sein werden. Generell schätze ich rote Fäden in den Handlungen der Bücher die ich lese. Zum Gück hat Heitz einen guten Schreibsteil und dadurch, dass man die Charaktere kennt und schätzt, liest sich das Buch dennoch von allein, doch im Gegensatz zum ersten Band, ist dieser hier nicht mehr ganz so gut. Als besonders schade empfand ich aber das Grigorij in diesem Buch praktisch keine Rolle spielt. Das hat dem Buch noch mehr Charme gekostet.
Ich kann mich erinnern, dass mir das Buch beim ersten Lesen damals besser gefallen hat, da ist mir diese beinahe zusammenhangslose Erzählung mit dem aufgesetzten Ende nicht so stark aufgefallen, da war es wahrscheinlich einfach zu spannend.

Fazit: Drachenkaiser lässt sich ohne Frage sehr gut lesen, dennoch hat mich gestört, dass es keinen roten Faden gibt. Der Leser begleitet die Charaktere und erlebt mit ihnen den Kampf gegen die Drachen, aber manche Handlungen haben praktisch nichts mit der Haupthandlung zu tun. Um dem ganzen eine Krone aufzusetzen, passt das Finale von Silena gar nicht zum Buch und wurde nur „aufgesetzt“. Hätte nicht Heitz einen so guten Schreibstil, so dass ich das Buch dennoch verschlungen habe, hätte ich es bestimmt kein zweites Mal gelesen. Wobei mir die von mir kritisierten Punkte beim ersten Lesen nicht so stark aufgefallen sind.

Bewertung_07_hBuchdaten: Drachenkaiser – Markus Heitz
Genre: Fantasy
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
544 Seiten
Piper
Erschienen: 14. Januar 2016
ISBN: 978-3-492-70153-2
Preis: 19,99€

Die Trilogie in der Übersicht:

Die Mächte des Feuers drachenkaiser Drachengift
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
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