Genevieve Cogman – Die unsichtbare Bibliothek

Grandiose Idee deren Umsetzung es noch an Feinschliff fehlt.

Cogman_unsichtbare_Bibliothek_final.inddDie unsichtbare Bibliothek ist der Auftaktband der Trilogie um Irene und die unsichtbare Bibliothek.

Zum Inhalt: ALLES BEGINNT MIT EINEM BUCH …  Die unsichtbare Bibliothek – ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, nachdem Bibliothekare im Außendienst sie beschafft haben. Irene Winters ist eine von ihnen. Ihr aktueller Auftrag führt sie in ein viktorianisches London, wo eine seltene Version der Grimm’schen Märchen aufgetaucht ist. Doch was als einfacher Einsatz beginnt, wird nur allzu schnell ein tödliches Abenteuer, denn Irene ist nicht die Einzige, die hinter dem Buch her ist. Und die anderen Interessenten gehen über Leichen, um zu bekommen, was sie wollen … (Quelle)

Meine Meinung: Dieses Buch hat mir mein Mann ganz spontan mitgebracht, als er für mich etwas anderes aus der Buchhandlung holen sollte. Für ihn ist es recht schwer, bei der Masse an Büchern, die ich besitze und bei all der Neuerscheinungen, die ich mir bestelle, den Überblick zu behalten, was ich bereits habe und mit welchem Buch er mir eine Freude machen könnte. Bei Büchern aus dem Bastei Lübbe Verlag kann er eigentlich nicht viel falsch machen, die habe ich im Grunde nie auf dem Radar. Umso mehr habe ich mich über dieses Buch gefreut, denn es geht dabei offensichtlich um Bücher und Bücher über Bücher finde ich grandios!
Irene ist Bibliothekarin der unsichtbaren Bibliothek und als solche in deren Auftrag unterwegs bedeutsame Bücher aus Parallelwelten zu holen und der Bibliothek zuzuführen. Nicht alle diese Außenmissionen sind gleich kniffelig. Manchmal kann sie ein Buch normal erwerben, manchmal muss sie es gar stehlen und in anderen Fällen kompilzierte Tarnidentitäten in der Parallelwelt aufbauen, um zum Ziel zu gelangen. In diesem Buch ist sie bei einer dieser Missionen nicht allein, sondern hat einen Lehrling zugewiesen bekommen, der sie nun auf ihren Reisen begleiten soll. Doch sie müssen nicht in irgendeine Parallelwelt, sondern in eine die vom Chaos verseucht ist und somit unter Quarantäne steht. Zu allem Überfluss, ist das Buch verschwunden und ein einfacher Diebstahl reicht nicht aus, Detektivarbeit ist hier gefragt, um das Buch in den Händen halten zu können.
Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, was vor allem daran lag, dass es hier hauptsächlich um Bücher ging und die Hauptperson bibliophil ist, aber auch daran, dass das Buch einen sehr schlichten Schreibstil hat und man es so sehr einfach weglesen kann. Cogman hatte für dieses Buch eine wirklich grandiose Idee, bei derer Umsetzung es jedoch noch an ein wenig an Feinschliff fehlt. So hätte ich mir gewünscht, dass die Haupthandlung nicht sofort startet, als sie wieder in der Bibliothek war, sondern erst einmal zur Ruhe kommt und der Leser einen kleinen Einblick in ihr Leben dort bekommt. Auch wäre es schön gewesen über die Parallelwelt, in die sie geht, mehr zu erfahren und das zum einen bevor sie in die Welt geht, aber vor allem während sie da ist. Knappe, aber detailreiche Beschreibungen dieses viktotrianischen Londons hätten viel zur Atmosphäre beigetragen. Die Geschichte an sich ist auch gut und spannend geschrieben, allerdings wirkt sie etwas gehetzt. Sicher, es handelt sich um einen Wettlauf, wer das Buch zuerst erhält, aber auch hier wären Ausschmückungen und mehr Interaktion der Figuren untereinander schön gewesen. Auch über die Charaktere hätte ich gern noch mehr erfahren: Wie alt sie sind (oder zumindest wie alt sie aussehen oder wie alt sie sich fühlen), wo sie leben und wie sie leben, wenn sie nicht gerade auf Außenmissionen sind.
Nichtsdestotrotz hatte ich sehr viel Freude an diesem Buch.

Fazit: Obwohl es in der Ausführung für mein Empfinden an Detailreichtum, Hintergrundgeschichte und teilweise an einer atmosphärisch dichten Erzählung mangelte, hat mir das Lesen (allein schon wegen des Themas) sehr gut gefallen, da es sich aufgrund Cogmans schlichten Schreibstils sehr leicht lesen lies. Die beiden zu erwartenden Fortsetzungen möchte ich jedenfalls auch unbedingt lesen!

Bewertung_08_hBuchdaten: Die unsichtbare Bibliothek – Genevieve Cogman
Genre: Fantasy
broschiertes Taschenbuch
429 Seiten
Bastei Lübbe
Erschienen: 10. Dezember 2015
ISBN: 978-3-404-20786-2
Preis: 19,99€

Die Trilogie in der Übersicht:

Cogman_unsichtbare_Bibliothek_final.indd tba tba
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
Advertisements

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hmm… erinnert mich irgendwie an die Thursday Next Reihe von Jasper Fforde… aber ist schon ewig her, dass ich da ein paar Teile gelesen habe. Ich weiß grad nicht mehr, wie das dort genau war, aber damals fand ich die genial. Mittleriweile bin ich ja fast nur noch Krimileser, so dass ich die Reihe dann auch nicht weiter verfolgt habe.

    1. horrorbiene sagt:

      Die kenne ich gar nicht! Aber „Thursday Next“ habe ich schon mal gehört… Wie lauten denn die genauen Titel? Vielleicht wäre das ja auch was für mich?

      1. Hmm… die Serie hat glaub ich mittlerweile 5 oder 6 Teile. Der erste ist: Der Fall Jane Eyre
        Ob es Dir gefallen würde, kann ich schlecht beurteilen, wobei Du ja Krimi und auch Fantasy liest und ich Thursday Next als eine Mischung davon betrachte, aber letztendlich sicher sein, kann man sich ja nie. Vielleicht ja einfach mal in die Leseprobe reinschnuppern:
        http://www.dtv.de/buecher/der_fall_jane_eyre_21293.html
        (unten in den Tabs gibt es eine Leseprobe)?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s