Markus Heitz – Drachengift

Diesmal auch mit rotem Faden

DrachengiftDrachengift in der dritte Band der Trilogie um die Drachenjägerin Silena. Das Erscheinen dieses bisher letzten Teils hat der Verlag zum Anlass genommen, die ersten beiden Bände in limitierter Auflage und neuem, zum dritten Band passenden Gewand neu aufzulegen. Wer die alten Ausgaben jedoch schon besitzt und kein zusätzliches Geld ausgeben möchte, der kann sich >>hier<< beim Verlag die neuen Cover für seine Ausgaben herunterladen und mit einem Fotodrucker oder in einem Copy-Shop ausdrucken lassen (Quelle: Carsten Polzin/Piper Verlag).  Eine Übersicht über die Trilogie erfolgt unten. Diese Rezension enthält Spoiler zu den vorangegangenen Teilen.

Zum Inhalt: Sie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern … Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen … (Quelle)

Meine Meinung: Der Auftaktband dieser Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Heitz hat es damit geschafft nicht nur einen guten Drachen-Fantasy-Roman zu schreiben, sondern auch noch die 20er Jahre in meinem Kopf wieder zum Leben zu erwecken. Der zweite Band war ich meinen Aufgen schwächer, aber immer noch gut. Das, was mir beim zweiten nicht so zusagte, kann man in Teilen auch auf dieses Buch übertragen, aber da die Story und vor allem das Finale anders ist, ist es in diesem bisher letzten Teil nicht so arg schlimm.
Silena und Grigorij sind nun die Herrscher von Russland und schon bald steht ein freudiges Ergebnis ins Haus, denn die beiden sind werdende Eltern. Nachdem die Bedrohung um die Lungs nun aus der Welt scheint, ist es ruhig geworden um die Drachen. Doch da taucht in Berlin auf einmal ein chemisches Mittel der Hohenheim AG auf, das groß beworben wird und in der Lage ist Drachen zu töten und dabei völlig ungefährlich ist für die Menschheit. Nicht alle sind davon überzeugt und Leída, die die Führung der Skyguards vorübergehend übernommen hat, setzt weiterhin auf traditionelle Methoden. Bald wird klar, das wensentlich mehr hinter diesem Gas steckt, als einfach nur ein wirksames Mittel gegen Drachen für jedermann.
Im vorangegangenen Buch hat mich gestört, dass viel zu viel parrallel ablief und der rote Faden fehlte. Hier hatte ich zwischendurch auch das Gefühl, aber letztlich ist dieses Resacro-Gas der rote Faden. Zumindest ist es auch eine der zwei Interpretationsmöglichkeiten für den Titel „Drachengift“. Im Gegensatz zum „Drachenkaiser“ der im Vorgänger ja nur im sehr künstlich aufgesetzten Finale eine rolle spielte, ist der Titel hier Programm des Buches. Schön ist, dass es auch noch eine andere Interpretationsmöglichkeit gibt, die ich hier jedoch nicht vorwegnehmen möchte.
Was ich hier wieder sehr schade fand war, dass Silena und Grigorij wieder räumlich voneinander getrennt waren. Ich hätte mir mehr gemeinsames Handeln gewünscht. Immerhin war keiner der beiden verschollen und der Leser konnte beide Handlungen miterleben. Der Zar, wie er versucht seine Macht in Russland zu festigen und der Zaritsa, die „wie früher“ auf Abenteuerreise ist, da dennoch jemand verschwunden ist, den sie wiederfinden möchte… Parallel wird auch noch jeweils die Drachenjagd von Leída und Fayence beschrieben und es kommt sogar ein ganz neuer Charakter hinzu: Das Officium Draconis wurde neu gegründet und hat eine protestantische Archäologin rekrutiert, die für das Officium Säulen in Kirchen näher untersucht. Letzterer Handlungsstrang ist zwar ohne Zweifel informativ nur nicht so wirklich handlungsrelevant, es sei denn diese Thematik wird für einen möglichen Band vier interessant. Da rückblickend die „Geisterstadt York“ auch nicht in diesem Band aufgegriffen, sondern nur einmal erwähnt wurde, empfe ich es eher so, als dass dieser neue Handlungsstrang auch gut hätte gekürzt werden können.
Immerhin ist das Finale diesmal passend und nicht aufgesetzt und hat sich aus der Handlung ergeben. Da Elemente aus dem ersten Buch eingeflossen sind und manche Figuren bis zuletzt nicht wirklich durchschaubar waren, hat mir das Finale gut gefallen.
Zwar ist mir dieses Buch immer noch zweitweise zu sehr parallel, aber es hat wieder einen roten Faden, die Handlung ist spannend und das Finale dazu passend. Da es in Heitz‘ üblichem, mir sehr zusagendem Schreibstil verfasst ist, ließ sich das Buch auch wieder gut weglesen. Auch wenn ich manchmal noch den Charme der 20er Jahre aus Die Mächte des Feuers vermisst habe…
Etwas anderes möchte ich auch noch kritisch anmerken, doch das hat nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun, sondern viel mehr mit der Verarbeitung. Mein Exemplar ist unheimlich schlecht gedruckt. Das Schriftbild sieht zum Großteil so aus, als sei auf einer Druckplatte zu viel Staub gewesen oder vielleicht ist zu viel Staub zwischen Laser und Papier gekommen? Ich bin mir nicht sicher, wie man heut zu Tage überhaupt Bücher druckt, jedefalls ist dieses Ergebnis gerade noch ausreichend lesbar. Manch eine Seite war zudem auch eher grau als schwarz. Vielleicht habe ich ja eine Montagsausgabe erwischt. Schade, so etwas ist mir schon lange nicht mehr untergekommen!

Fazit: Drachengift hat mir wieder besser gefallen als Drachenkaiser, auch wenn mir die Handlung immer noch zu viel parallel verlief. Ich hätte mir gewünscht, dass Silena und Grigorij mehr zusammen agieren, nachdem das im Vorgänger ja völlig fehlte. Immerhin gibt es mit dem Resacro-Gas einen roten Faden, der sogar ein Geheimnis barg und in einem spannenden Finale endet. Was will man mehr? Einen vierten Band vielleicht, indem das Paar gemeinsam auf Drachenjagd geht? Auf jeden Fall!

Bewertung_09_hBuchdaten: Drachengift – Markus Heitz
Genre: Fantasy
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
560 Seiten
Piper
Erschienen: 14. Januar 2016
ISBN: 978-3-492-70353-6
Preis: 19,99€

Die Trilogie in der Übersicht:

Die Mächte des Feuers drachenkaiser Drachengift
Teil 1 Teil 2 Teil 3
Rezension Rezension Rezension
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