Terry Brooks – Das Schwert der Elfen

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Ein Buch der „alten Schule“

Die Shannara-ChronikenDas Schwert der Elfen von Terry BrooksDas Schwert der Elfen ist der erste Band der mehrbändigen Reihe mit dem Titel Die Shannara Chroniken, von denen bisher zwei neu aufgelegt erschienen sind. Dies ist zugleich die Vorgeschichte zur Fernsehserie. Eine Übersicht über die aktuellen Titel erfolgt unten.

Zum Inhalt: Der Elfen-Mensch-Mischling Shea Ohmsford lebt zufrieden in dem kleinen Ort Schattental – bis der mysteriöse Zauberer Allanon auftaucht, und dem jungen Mann das Vermächtnis seiner Familie offenbart. Shea ist der letzte Nachfahre des Elfenhelden Shannara, und nur er kann dessen mystisches Schwert führen. Und damit ist Shea der einzige, der den mächtigen Hexenmeister Brona aufhalten kann. Denn dieser fürchtet nur eine Waffe: das Schwert von Shannara. (Quelle)

Meine Meinung: Vor kurzem habe ich die Serie Shannara gesehen und das hat bei mir den Wunsch geweckt, das dahinter stehende Buch zu lesen. Nicht, dass mir die Serie nun übermäßig gut gefallen hat, denn sie wirkte auf mich zu gehetzt, die Darstellung der unterschiedlichen Rassen empfand ich als merkwürdig und die Besetzung mancher Figuren hat mir nicht gut gefallen, aber sie konnte mich gut unterhalten. Mein Vorhaben beim Lesen der Bücher: Überprüfen, ob das Buch auch so gehetzt ist und herausfinden, wie die Rassen tatsächlich aussehen sollen.
Dies ist nun aber die Vorgeschichte zum ersten Teil der Shannara-Chronik, welcher als Serie verfilmt wurde. Kurz gefasst: Die Welt droht vom Bösen in Form eines abtrünnigen uralten Druiden überrollt zu werden und es liegt in der Hand von einem mithilfe einiger Gefährten die Welt vor dem Untergang zu retten. Ein wichtiges Utensiel dafür: das Schwert von Shannara. Klassischer Fantasy-Stoff eben. Dass Brooks Tolkien gelesen hat und ihn sehr schätzte, steht zudem außer Frage.
Die Story, so klassisch und simpel sie auch daher kommen mag, hat mir wirklich gut gefallen. Zunächst beginnt sie recht linear, bis dann ziemlich genau in der Mitte des Buches sich die Wege der Gefährten trennen und jeder seinen eigenen Beitrag leistet. Diese Entwicklung hat die Geschichte spannender gemacht, war sie zu Beginn aufgrund der Linerarität eher zäh. So mündet alles in ein spannendes Finale.
Allerdings ist dies alles relativ, denn der Schreibstil Brooks‘ ist sehr eigen. Eigentlich ist er nicht eigen, er ist „old school“. Das Buch wurde ursprünglich in den 1970ern geschrieben und so liest es sich leider auch. Ich habe versucht das an Stilmitteln festzumachen, jedoch bin ich keine studierte Germanistin. Mir ist nur aufgefallen, dass sehr viel erzählt wird. Selten ist der Leser dicht dran am Charakter. Dies mag daher kommen, dass viel zu viel indirekt, statt direkt gesprochen wird. Die Stellen, an denen tatsächlich einmal ein Dialog zu lesen ist, lesen sich viel leichter und sind auch gleich viel spannender. Manche Szenen habe ich einfach übersprungen (z.B. die Schlacht), da sie so unpersönlich geschrieben wurde, dass ich damit nichts anfangen konnte. Dass das Buch aus einer ganz anderen Zeit stammt, war mir vorher klar. Wenn nicht, bin ich mir nicht sicher, ob es mir dann so einfach gefallen wäre, mich auf das Buch einzulassen. Lässt man jedenfalls den sehr speziellen Schreibstil außen vor, ist die Geschichte wirklich gut.
Die mir beim Lesen gestellte Aufgabe, herauszufinden, wie denn Trolle, Gnome und Zwerge aussehen, ist mir nicht wirklich gelungen, da auch hier der Schreibstil Defizite aufweist. Ich weiß zwar nun, dass es gelbe und weiße Gnome gibt, aber ob diese auch diese seltsam geformten Lippen haben und Brillen tragen wie in der Serie weiß ich auch nicht. Auch hätte mich interessiert, ob alle Trolle Gasmasken tragen – auch das wurde nicht beschrieben. Nun bin ich nicht schlauer, ob die Serie da einfach Mist gemacht hat, oder Brooks. Jedenfalls hat Brooks es versäumt Beschreibungen wie detailliert auch immer zu geben. Und dies leider nicht nur bei den Wesen, sondern auch bei den Hauptcharakteren. Außer ein paar Basiseigenschaften wie z.B. „schwarz“, „breiter Rücken“ oder „groß“ wurde nicht viel geschrieben. Von Augen- oder Haarfarben keine Spur – es kann aber auch sein, dass ich einiges übersehen habe, da ich den Schreibstil als sehr anstrengend empfand und meine Gedanken oft abschweiften.
Aufgrund dieses Schreibstiles hatte ich aber auch den Eindruck, dass das Buch etwas gehetzt wirkte – und das trotz beinahe 700 Seiten Text. Ich bin nun gespannt, wie Brooks‘ Schreibstil mir im zweiten Band zusagt, da dürfte ich ja die Geschichte in groben Zügen bereits aus der Serie kennen.

Fazit: Das Schwert der Elfen wurde ursprünglich in den 1970er geschrieben und so liest es sich auch. Brooks‘ Schreibstil ist etwas „old school“ und es fehlt ihm an Pfiff und Beschreibungen der Charaktere, aber vor allem an wörtlicher Rede bzw. an Dialogen. Das hat es mir etwas schwer gemacht, das Buch zu lesen, aber da mir das Erscheinungsdatum vorher bewusst war, ahnte ich, was mich erwartete, daher empfand ich es als nicht allzu schlimm. Die Geschichte des Buches ist ebenfalls sehr klassisch, aber das ist für einen Fantasy-Klassiker wohl auch erlaubt. Mich hat das Lesen dieses Buches zwar einiges an Energie gekostet, dennoch denke ich ähnlich wie Brent Weeks, der auf dem Umschlag wie folgt zitiert wurde: „Terry Brooks ist Pflichtlektüre“, denn vor allem als Fan von Fantasy-Romanen sollte man den Ursprung kennen und dazu gehört definitiv Terry Brooks.

Bewertung_08_hBuchdaten: Das Schwert der Elfen – Terry Brooks
Aus der Reihe: Die Shannara Chroniken
Genre: Fantasy
Broschiert
672 Seiten
blanvalet
Erschienen: 15. Februar 2016
Originaltitel: The Sword of Shannara
ISBN: 978-3-7341-6103-2
Preis: 9,99€

Die Trilogie in der Übersicht:

Die Shannara-ChronikenDas Schwert der Elfen von Terry Brooks
Teil 1 Teil 2
Rezension Rezension
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wolfram Winkler sagt:

    Die Geschichten um Shannara fand ich schon in den 70er Jahren recht langweilig, der Schreibstil hat mir überhaupt nicht gefallen.

  2. RueSar sagt:

    Ich habe schon von der Serie gehört, hat mich nur irgendwie überhaupt nicht gereizt sie anzusehen. Das es dahinter ein Buch bzw. mehrere gibt wusste ich bis gerade eben nicht. Aber so ein „Old School“ Fantasybuch würde mich schon mal sehr reizen, vielleicht sehe ich mir die Bücher doch einmal näher an.

    1. horrorbiene sagt:

      Ich bin gespannt, was du dann davon hältst! Ich muss aber noch einmal betonen: Einfach zu lesen war das Buch nicht. 😉

      1. RueSar sagt:

        Ja ich bin auch gespannt. Aber vielleicht suche ich mir vorher doch lieber eine Leseprobe 😉

      2. horrorbiene sagt:

        Das ist, denke ich, eine gute Idee!

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