Terry Brooks – Elfensteine

Deutliche Verbesserung zum ersten Band

Die Shannara-ChronikenElfensteine von Terry BrooksElfensteine ist der zweite Band der mehrbändigen Reihe mit dem Titel Die Shannara Chroniken, von denen bisher zwei neu aufgelegt erschienen sind. Dies ist das Buch zur gleichnamigen Fernsehsehrie. Eine Übersicht über die aktuellen Titel erfolgt unten.

Zum Inhalt: Der Ellcrys, der heilige Baum der Elfen, stirbt. Mit ihm vergeht auch der Bann, der die Dämonen aus der Welt der Sterblichen fernhält, und die ersten dieser Bestien haben die magische Grenze bereits überwunden. Amberle Elessedil, die Tochter des Königs der Elfen, ist die einzige, die einen neuen Ellcrys pflanzen kann. Um das letzte Samenkorn des Ellcrys zum Leben zu erwecken, begibt sie sich auf gefährliche Reise zum Wildewald. Denn die Dämonen wissen von ihrer Aufgabe und sie werden alles tun, um sie aufzuhalten. Zum Glück steht ihr der junge Heiler Wil zur Seite – und mit ihm die Elfensteine von Shannara. (Quelle)

Meine Meinung: Vor kurzem habe ich die Serie Shannara gesehen und das hat bei mir den Wunsch geweckt, das dahinter stehende Buch zu lesen. Nicht, dass mir die Serie nun übermäßig gut gefallen hat, denn sie wirkte auf mich zu gehetzt, die Darstellung der unterschiedlichen Rassen empfand ich als merkwürdig und die Besetzung mancher Figuren hat mir nicht gut gefallen, aber sie konnte mich gut unterhalten. Mein Vorhaben beim Lesen der Bücher: Überprüfen, ob das Buch auch so gehetzt ist und herausfinden, wie die Rassen tatsächlich aussehen sollen.
Natürlich habe ich beim ersten Band, also der Vorgeschichte zur Fernsehserie, begonnen. Dieses Buch hat mir im Grunde zwar gut gefallen, kritisch betrachtet, ist der Schreibstil veraltet: Es wird sehr viel erzählt und das nicht unbedingt aus der Sicht einer Figur aus, sondern zu sachlich von oben betrachtet. Zudem wurde sehr viel in indirekter Rede abgehandelt, so das viel Lebendigkeit verloren ging. Ich war daher auch bei diesem Buch auf einen ähnlich Schreibstil vorbereitet.
Zum Glück wird allerdings sehr schnell deutlich, dass Elfensteine sich ganz anders liest, beinahe so, als hätte es ein anderer Autor geschrieben. Brooks hat dazu gelernt und lässt die Figuren nur die Geschichte erzählen, eben durch Dialoge oder eine Erzählung aus ihrer Sicht, eben genau das, was den Vorgänger so dröge gemacht hat. Man kann nun sogar die Gedanken der Figuren nachvollziehen. Daher konnte man das Buch wesentlich einfacher lesen und ich hatte auch mehr Freude daran. Allerdings ist Brooks bei den Beschreibungen der Schlacht um das Elfenreich wieder in alte Muster verfallen. Daher habe ich tatsächlich dabei jeweils nur den ersten Satz eines Absatzes gelesen und bekam dennoch alle wichtigen Informationen mit. Das Problem bei diesen Schlachten ist nicht das mich Schlachtengetümmel langweilen, aber wenn es „von oben“ erzählt wird und die Kämpfer so wichtig sind wie Ameisen, interssiert mich die Schlacht genauso viel wie eine historische Abhandlung über eine echte Schlacht, nämlich gar nicht! Besser wäre es gewesen, wenn der Leser stets eine Figur hautnah begleiten würde und dadurch auch um ihr Leben bangen müsste. Teilweise ist es auch so geschrieben, immer dann, wenn es mal wirklich brenzlich wird, aber der Großteil eben leider nicht. Schade. Vor allem da diese Schlachten keinen unerheblichen Raum in der Geschichte einnehmen. Beim Vorgänger hatte ich außerdem noch kritisiert, dass Brooks es versäumt hat seine Charaktere detailiert zu beschreiben, so dass man sie sich als Leser gut vorstellen kann. Auch diesen Malus hat Brooks in diesem Buch nun ausgemerzt und er beschreibt wie es sich gehört, das Aussehen seiner Figuren.
Auch stellt man beim Lesen sehr schnell fest, dass Buch und Serie mal wieder nur den Rahmen und die Namen der Figuren gemeinsam haben, sonst aber nicht viel. Ich kann mir nun auch vorstellen, warum die Serie so gehetzt wirkt, denn dort wird viel abgehandelt, was hier im Buch in der Vergangenheit passiert ist. So sind hier weder Amberles Ewählung noch ihre Flucht aus Arborlon dargestellt, sondern der Leser erfährt von den Ereignissen aus der Sicht ihres Onkels Andor. Erst sehr viel später tauchen die vermeintlichen Hauptcharaktere auf: Amberle, Will und der Druide Allanon. Will ist hier übrigens ein wirklicher echter Heiler! Ohnehin sind mir die Charaktere im Buch ausnahmslos um einiges sympatischer als im Buch. Gerade die Hauptcharaktere empfand ich in der Serie als sehr nervig. Ohne viel von der Handlung vorwegzunehmen kann ich gar nicht so viel über die Unterschiede berichten. Ich muss nur feststellen, dass mir, obwohl ich die Serie vor dem Buch kannte, das Buch wesentlich besser gefällt. Das macht mir die Serie zwar im Nachinein madig, aber es ist so wie es ist.
Die mir beim Lesen gestellte Aufgabe, herauszufinden, ob die Trolle, Gnome und Zwerge im Buch genauso merkwürdig aussehen, wie in der Serie konnte ich nun abschließen. Natürlich laufen die Trolle NICHT mit Gasmasken durch die Gegegend. Zwar sind die Rassen immer noch nicht alle bis ins kleinste beschrieben, aber ein historischer Abriss über die Entstehung der Rassen legt nahe, dass sie alle sehr menschenähnlich aussehen. Ich bin ein wenig beruhigt, denn ich konnte mir eine solch seltsame Darstellung im Buch nicht gut vorstellen. Auch fehlt ihr der direkte räumliche Bezug zu unserer „echten“ Welt – also keine Jagd in einer versunkenen High School oder ein Besuch in San Franciscos Unterwelt. Selbstverständlich soll die Welt im Buch die unsere in einer sehr fernen Zukunft sein. Dennoch bin ich froh, dass die genannten Szenen fehlten, denn in der Serie habe ich sie schon als sehr eigenartig empfunden.
Ob ich die Serie ob in Buchform oder als Verfilmung weiterverfolgen werde, kann ich momentan gar nicht sagen. Im Nachhinein bin ich recht enttäuscht von der Serie, wofür die Buchreihe zwar nichts kann, aber dennoch ist der Funke bei mir nicht gänzlich übergesprungen. Zwar hat sich der Schreibstil des Autoren vom ersten zum zweiten Band um Welten verbessert, dennoch wirkt auch dieses Buch von seiner Geschichte und deren Aufbau her immer noch sehr „old school“ und moderne, mehrperspektivische, komplexere Fantasy mag ich wesentlich lieber.

Fazit: Elfensteine ist um Welten besser geschrieben als der erste Band dieser Chronik. Brooks hat seinen Schreibstil was die Erzählweise betrifft deutlich verbessert: Er verwendet nun Dialoge, erzählt aus der Sicht einer Figur und lässt den Leser an dessen Gedankenwelt teilhaben. Zudem beschreibt er seine Figuren nun auch. Allerdings sind die Schlachtenszenen immer noch personenunbezogen und damit gähnend langweilig, so dass ich sie quergelesen habe. Im direkten Vergleich von Buch und Serie gewinnt das Buch um Längen. Es ist wesentlich weniger gehetzt und die Figuren sind nicht so unsympathisch. Das hat mir die Serie etwas madig gemacht. Deshalb und da ich „moderne“ Fantasy immer noch lieber mag als diese „alte“ von Brooks, bin ich mir nicht sicher, ob ich die Buch-Reihe und/oder die Serie (insofern sie denn fortgesetzt werden) weiter verfolgen möchte.

Bewertung_08_hBuchdaten: Elfensteine – Terry Brooks
Aus der Reihe: Die Shannara Chroniken
Genre: Fantasy
Broschiert
736 Seiten
blanvalet
Erschienen: 15. Februar 2016
Originaltitel: The Elfstones of Shannara
ISBN: 978-3-7341-6104-9
Preis: 9,99€

Die Trilogie in der Übersicht:

Die Shannara-ChronikenDas Schwert der Elfen von Terry Brooks
Teil 1 Teil 2
Rezension Rezension
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