Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Ein spannender, typischer Heitz-Thriller

Des Teufels Gebetbuch ist ein in sich abgeschlossener Roman, der keine Querverbindungen zu Heitz‘ anderen Werken beinhaltet.

Zum Inhalt: Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben. (Quelle)

Meine Meinung: Ich liebe die Bücher von Markus Heitz und habe bis auf ein paar kleine Ausnahmen alle gelesen, daher konnte ich auch nicht lange warten und musste dieses sofort lesen. Meine Erwartungshaltung war entsprechend hoch und ich wurde wieder nicht enttäuscht.
Der Leser begleitet Tadeus Boch, einen einstmals reichen Mann, den die Spielsucht in die Privatinsolvenz getrieben hat und der nun jedoch als Sichherheitsangestellter in einem Casino arbeitet. Beim Ausüben dieser Tätigkeit wird er auf eine sehr alte Karte aufmerksam und gerät in Kreise, die es für ihn sehr schwer werden lassen, nicht rückfällig zu werden. Dort wird ein altes Kartenspiel gespielt: Supérieur, bei dem nicht nur um hohe Summen gespielt wird, sondern bei dem es um noch höhere Einsätze geht. Dabei gelangt Tadeus an diese eine besondere alte Karte und in ihren Bann.
Es hat eine Weile gedauert, bis die Handlung um Tadeus tatsächlich startete, denn erst gab es einen Prolog mit gänzlich anderen Protagonisten, der jedoch eine gute Einleitung in die Jagd auf die Karten gab, dann ein sogenanntes „intermedium capitulum“, in dem die Geschichte des Kupferstechers Bastian im Jahre 1768 erzählt wird, woraufhin der Leser eine kleine Vorgeschichte um den Verlobten einer Protagonistin und eine Einleitung in das Spiel Supérieur erfährt, um danach erst Tadeus kennen zu lernen und im anschließenden Kaptitel besagte Protagonstin Hyun Poe. Die sich darauf entwickelnde Handlung erfährt immer mal wieder eine Änderung und die Charaktere weilen nicht lange an einem Ort, so dass die Geschichte stets spannend und interessant bleibt.
Auch wenn dieses Buch inhaltlich nichts mit den anderen Werken Heitz‘ gemein hat, ist sein Schreibstil, den ich sehr schätze, doch deutlich erkennbar. Es wäre auch kein Heitz, wenn es keinen Bezug zur Fantasy gäbe und auch hier geht es bei den Karten nicht mit „rechten Dingen“ zu. Thematisch geht es hier um Kartenspiele, allen voran Supérieur, aber auch Poker wird hin und wieder erwähnt. Da Heitz sich bei der Recherche zu diesem Buch ausgiebig mit der Historie der Spielkarten beschäftigt hat, kann man im Anhang einen von ihm verfassten interessanten wissenschaftlichen Aufsatz zu diesem Thema finden.
Gut gefallen hat mir auch die „intermedium capitulum“, die im historischen Leipzig spielen und bei denen Goethe keinen geringen Auftritt hat. Am besten dabei war dabei die Verstrickung zu Goethes Faust.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen und haben sich während der Geschichte weiterentwickelt, aber nicht unbedingt in eine Richtung, die vorher schon absehbar war. Auch gab es die eine oder andere Überraschung.
Ingesamt muss ich sagen, dass das Buch meine Erwartungen, was ein gelungenen spannenden Thriller betrifft, vollkommen erfüllt hat. Ich hätte jedoch noch mehr „Spielszenen“ erwartet, denn das Spielen als solches stand nicht im Mittelpunkt, sondern die Jagd nach „des Teufels Gebetbuch“. Mir hat das Buch dennoch sehr gut gefallen und es war (wie fast immer) ein regelrechter Lesegenuss, der allerdings, das muss ich zugeben, nicht immer ganz unblutig war, doch zum Glück handelt es sich hierbei um ein Buch und „den Härtegrad“ kann sich ja jeder nach seiner Fasson selbst vorstellen.

Fazit: Auch mit Des Teufels Gebetbuch hat Heitz einen tollen, spannenden und nicht ganz unblutigen Thriller geschrieben, der natürlich nicht ohne fantastische Elementen auskommt. Im Zentrum des Geschehens stehen hier Spielkarten und das Kartenspiel und in der Nebenhandlung Goethe und sein Faust. Ich wurde hiermit bestens unterhalten. Dieses Buch beweist mal wieder, dass Heitz nicht nur ein Fantasy-Autor ist, sondern viel mehr kann.

Bewertung_09_hBuchdaten: Des Teufels Gebetbuch – Markus Heitz
Genre: Thriller/Fantasy
Broschiert
672 Seiten
Knaur
Erschienen: 01. März 2017
ISBN: 978-3-426-65419-4
Preis: 16,99€

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nanni sagt:

    Ich bin ja so ein bisschen verweichlicht. Geht das Buch in Richtung Horror oder ist es noch im normalen Fantasy / Thriller Bereich? Ich möchte es gerne lesen, habe aber auch ein bisschen Angst 😀

    Liebe Grüße
    Nanni

    1. horrorbiene sagt:

      Absolut kein Horror, auch kein Psychothriller nur Action mit Blut. 😉

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